Victorine Meurent

Edouard Manet:
Victorine Meurent

Victorine Louise Meurent (auch Louise Meuran, Meurend oder Meurand) (* 18. Februar 1844 in Paris - † 17. März 1927 in Colombes) war eine französische Malerin und einige Jahre das bevorzugte Modell von Édouard Manet.

Leben

Victorine Meurent wurde als Tochter des Graveur Jean-Louis-Etienne Meurent und seiner Frau Louise-Thérèse in Paris geboren. Ein Onkel von Victorine war Bildhauer und sie selbst erlernte das Gitarrespielen. Über die Jugend und Ausbildung von Victorine Meurent ist ansonsten wenig bekannt. Ambroise Vollard beschrieb sie als launenhaftes Wesen, dass die Sprache eines Pariser Straßenmädchen redete. Von Dezember 1861 bis Januar 1863 saß sie Modell im Atelier von Thomas Couture. Manet lernte sie 1862 kennen, als sie gerade 18 Jahre alt war. Bis 1875 sie saß ihm für zahlreiche Bilder Modell, wozu auch die Hauptwerke Die Straßensängerin, Das Frühstück im Grünen, Olympia und Die Eisenbahn gehören.

Nach einem Amerikaaufenthalt nahm sie selbst Zeichenunterricht und stellte ihr Selbstporträt (Musée municipal d'Art et d'Histoire de Colombes) im Pariser Salon von 1876 aus. Weitere namentlich bekannte Werke von ihr sind Nürnberger Bürgerin im sechzehnten Jahrhundert (Salon von 1879) und Palmsonntag (Salon von 1885). Der letzte Maler, dem sie Modell saß, war 1890 Norbert Goeneutte (1854-1894).

Später verfiel sie dem Alkoholismus und ging eine lesbische Beziehung mit dem Modell Marie Pellegrin ein, wie George Moore in Memoirs of My Dead Life vermerkt. Zunächst tauchte die La Glu (dt: Die Klebe) genannte wiederholt schnorrend in Bars und Cafés auf, bevor sie sich später einen Affen zulegte und als la vielle au singe (dt: die Alte mit dem Affen) in Lumpen gekleidet und Gitarre spielend auf der Straße bettelte.

Später pfegte sie ihre Mutter in Asnières-sur-Seine bevor sie 1898 Marie Dufour kennen lernte. Mit ihr zog sie nach Colombes, wo sie hochbetagt starb. Die meisten ihrer Gemälde und Zeichnungen gelten heute als veschollen.

Victorine Meurent in Manets Werken

Literatur

  • Ausstellungskatalog Paris 1983: Manet. deutsche Ausgabe Berlin 1984 ISBN 3-88725-092-3
  • Eunice Lipton: Alias Olympia. New York 1992 ISBN 0-452-01135-3
  • Otto Friedrich: Edouard Manet und das Paris seiner Zeit. New York und Köln 1992/1994 ISBN 3-462-02366-3
  • George Moore: Memoirs of my dead life London 1906, dt. von Max Meyerfeld: Aus toten Tagen Berlin 1907