„Simon ben Boethos“ – Versionsunterschied

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'''Simon ben Boethos''' wurde ca. 23 v. Chr. von [[Herodes der Große|Herodes dem Großen]] als [[Hoherpriester]] im [[Jerusalemer Tempel]] eingesetzt. Er amtierte bis zum Jahr 5 v. Chr.
'''Simon ben Boethos''' war ein [[Jerusalemer Hohepriester]]. Er amtierte etwa von 24/22 v. Chr. bis 5 v. Chr.


Simon kam aus einer angesehenen Priesterfamilie, die in Jerusalem lebte; sein Vater Boethos allerdings stammte aus [[Alexandria]].<ref>[[Flavius Josephus]]: ''[[Jüdische Altertümer]]'' 15, 320–322.</ref> Josephus zufolge wurde Simon von [[Herodes der Große|Herodes]] zum Hohenpriester ernannt, um ihn durch diese Standeserhöhung zum Schwiegervater zu qualifizieren. Herodes beabsichtigte nämlich, dessen Tochter [[Mariamne (Tochter des Simon Boethos)|Mariamne]] zur Frau zu nehmen.
Es ist nicht ganz klar, ob er ''Simon, Sohn des Boethos'' oder selbst jener ''Boethos'' war, der namengebend für das '''Haus Boethos''' war, das in der Folge eine ganze Reihe von Hohenpriestern hervorbringen sollte, und ebenfalls namensgebend war für die [[Böethusier | Boethusäer]], eine Gruppe innerhalb der [[Sadduzäer]].


Die lange Amtszeit des Simon fällt zusammen mit der Bauzeit des [[Herodianischer Tempel|Herodianischen Tempels]], eine Leistung, die Josephus verschweigt.<ref>Oliver Gußmann: ''Das Priesterverständnis des Flavius Josephus'', Tübingen 2008, S. 63.</ref>
Nach [[Flavius Josephus]] aus alexandrinischem Priestergeschlecht stammend, wurde er von Herodes zum Hohenpriester ernannt, um ihn durch diese Standeserhöhung zum Schwiegervater zu qualifizieren. Herodes beabsichtigte nämlich dessen Tochter [[Mariamne (Tochter des Simon Boethos)|Mariamne]] zur Frau zu nehmen, nicht zu verwechseln mit der ersten Frau des Herodes namens [[Mariamne]] aus dem Geschlecht der [[Hasmonäer]].

== Quellen ==
* [[Flavius Josephus]]: ''Antiquitates Judaica'', XV,9.3, XIX,6.2


== Literatur ==
== Literatur ==
* Oliver Gußmann: ''Das Priesterverständnis des Flavius Josephus''. Mohr Siebeck, Tübingen 2008, ISBN 978-3-16-149562-5.
* Heinrich Graetz: ''Geschichte der Juden'', Zweiter Zeitraum, 9. Kapitel
* E. Mary Smallwood: ''High Priests and Politics in Roman Palestine''. In: ''The Journal of Theological Studies'', New Series, 13/1 (April 1962), S. 14–34.
* James C. VanderKam: ''From Joshua to Caiaphas: High Priests After the Exile''. Fortress Press, Minneapolis 2004, ISBN 0-8006-2617-6. S. 406–409.

== Einzelnachweise ==
<references />


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Aktuelle Version vom 8. Juli 2021, 18:33 Uhr

Simon ben Boethos war ein Jerusalemer Hohepriester. Er amtierte etwa von 24/22 v. Chr. bis 5 v. Chr.

Simon kam aus einer angesehenen Priesterfamilie, die in Jerusalem lebte; sein Vater Boethos allerdings stammte aus Alexandria.[1] Josephus zufolge wurde Simon von Herodes zum Hohenpriester ernannt, um ihn durch diese Standeserhöhung zum Schwiegervater zu qualifizieren. Herodes beabsichtigte nämlich, dessen Tochter Mariamne zur Frau zu nehmen.

Die lange Amtszeit des Simon fällt zusammen mit der Bauzeit des Herodianischen Tempels, eine Leistung, die Josephus verschweigt.[2]

Literatur

  • Oliver Gußmann: Das Priesterverständnis des Flavius Josephus. Mohr Siebeck, Tübingen 2008, ISBN 978-3-16-149562-5.
  • E. Mary Smallwood: High Priests and Politics in Roman Palestine. In: The Journal of Theological Studies, New Series, 13/1 (April 1962), S. 14–34.
  • James C. VanderKam: From Joshua to Caiaphas: High Priests After the Exile. Fortress Press, Minneapolis 2004, ISBN 0-8006-2617-6. S. 406–409.

Einzelnachweise

  1. Flavius Josephus: Jüdische Altertümer 15, 320–322.
  2. Oliver Gußmann: Das Priesterverständnis des Flavius Josephus, Tübingen 2008, S. 63.