Friedrich August (Oldenburg, Großherzog)

Großherzog Friedrich August von Oldenburg (1902)
Friedrich August von Oldenburg II.

Friedrich August von Oldenburg (* 16. November 1852 in Oldenburg; † 24. Februar 1931 in Rastede) war als August II. der letzte regierende Großherzog von Oldenburg.

Zur Person

Mit seinen vollen Titeln: Großherzog Friedrich August Erbe zu Norwegen, Herzog von Schleswig, Holstein, Stormarn, der Dithmarschen und Oldenburg, Fürst von Lübeck und Birkenfeld, Herr von Jever und Kniphausen.[1] Er wurde als ältester Sohn des Großherzogs Nikolaus Friedrich Peter von Oldenburg und der Elisabeth, geborene Prinzessin von Sachsen-Altenburg geboren. Sein jüngerer Bruder war Georg Ludwig. Beide Prinzen hatten ab 1861 den Schwiegersohn des früheren oldenburgischen Hofmarschalls Alexander von Rennenkampff[2], den späteren bayerischen General Otto von Parseval (1827–1901) zum Erzieher. Friedrich August studierte an der Universität Bonn, Straßburg und Leipzig. Seine Ausbildung wurde durch eine siebenmonatige Reise abgeschlossen, die ihn nach Kleinasien, Palästina, Ägypten und Italien führte.[3]

1878 heiratete Prinz Friedrich August die preußische Prinzessin Elisabeth Anna (1857–1895), Tochter des „roten Prinzen“ Friedrich Karl Nikolaus von Preußen, eines Neffen des deutschen Kaisers.

Regierung

Anlässlich der Beisetzung des Generals Otto von Emmich trafen sich 1915 auf dem Trammplatz vor dem „Rathause in Hannover“ unter anderem (von links): Großherzog August II. von Oldenburg, Herzog Ernst August III. von Hannover und seine Gemahlin, Herzogin Viktoria Luise;
sogenannte „Echtfoto-Ansichtskarte“ von Alfred Grohs aus dem Verlag Gustav Liersch & Co., Nummer 7592

Die Regentschaft von Friedrich August begann am 13. Juni 1900, dem Todestag seines Vaters. Friedrich August galt als konservativ und als typischer Vertreter des Wilhelminismus. Seine persönlichen Interessen lagen überwiegend im technischen Bereich. So zeigte er eine große Vorliebe für die Seefahrt und die Marine. Friedrich August förderte ferner den Ausbau der Wasserwege und baute die oldenburgischen Häfen an der Weser aus. „[…] Er war beliebt bei der Bevölkerung, alles schmunzelte, wenn sein Auto mit Trari trara durch die Straßen fuhr. Aber eigenwillig war er auch. Die alten Soldaten im Lande verdachten es ihm noch, dass er als Leutnant ein Soldatenschinder gewesen war. […]“[4]

Während seiner Amtszeit ließ er das Elisabeth-Anna-Palais in Oldenburg errichten, welches nach seiner ersten Frau benannt wurde, die noch während der Bauarbeiten verstarb.

Als Teil des Deutschen Reichs nahm das Großherzogtum Oldenburg unter ihm am Ersten Weltkrieg teil. Während seiner Regentschaft befehligte er auch die Oldenburger Dragoner. Die Friedensresolution des Reichstages wies er 1917 entschieden zurück. Im Zuge der Novemberrevolution und der damit verbundenen Abschaffung der Monarchie in Deutschland trat er am 11. November 1918 zurück und zog sich auf das Schloss Rastede zurück.

Am 24. September 1914 stiftete Friedrich August das Friedrich-August-Kreuz in zwei Klassen als oldenburgischen Militärorden.

Nautisch-technische Begeisterung

Er erwarb an der von ihm geförderten Seefahrtsschule in Elsfleth ein Kapitänspatent, führte gern selber Schiffe und wurde für die persönliche Rettung von Schiffbrüchigen von der italienischen Regierung mit der Goldenen Rettungsmedaille ausgezeichnet. Auf Helgoland rettete er 1888 vor den Augen zahlreicher Badegäste einen dänischen Matrosen.[5] Wegen seiner herausragenden seemännischen Fähigkeiten ernannte ihn Kaiser Wilhelm II. als einzigen deutschen Bundesfürsten zum Admiral der Kaiserlichen Marine.[6] Seine Yacht Lensahn führte er persönlich auf vielen Reisen in Ostsee und Mittelmeer.[7]

Friedrich August erfand einen durch DRP 157706 und viele Auslandspatente geschützten Schiffspropeller, den „Niki-Propeller“. Friedrich August bat den führenden Hersteller von Schiffspropellern, die Hamburger Firma Theodor Zeise, diesen Propeller für ihn zu bauen. Zeise weigerte sich, da er im „Niki-Propeller“ ein Konkurrenzprodukt erkannte, das seinem eigenen Geschäft abträglich erschien.[8]

Am 14. Januar 1914 wurde in Geestemünde das Segelschulschiff Großherzog Friedrich August auf seinen Namen getauft. Es steht heute noch in Norwegen als Statsraad Lehmkuhl in Dienst.

Seit ihren Gründungsjahren um 1900 fungierte er als Ehrenvorsitzender der Schiffbautechnischen Gesellschaft und übte dies bis 1930 aus. In diesem Zusammenhang wurde ihm um 1910 auch der Titel Dr.-Ing. E.h. verliehen.[9]

Ehen und Nachkommen

Prinzessin Elisabeth Anna von Preußen
Prinzessin Elisabeth von Mecklenburg-Schwerin

Am 18. Februar 1878 heiratete der damalige Erbprinz Friedrich August (II.) in Berlin Prinzessin Elisabeth Anna von Preußen (1857–1895), Tochter des Prinzen Friedrich Karl Nikolaus von Preußen. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, von denen die jüngere noch im Säuglingsalter verstarb:

Großherzog Friedrich August II. heiratete in zweiter Ehe am 24. Oktober 1896 in Schwerin Prinzessin Elisabeth Alexandrine Mathilde von Mecklenburg-Schwerin (1869–1955). Aus dieser Ehe gingen weitere fünf Kinder hervor. Auch hier verstarb kurz nach der Geburt ein Zwillingspaar:

Nach Elisabeth Alexandrine wurde 1901 das Schulschiff Großherzogin Elisabeth benannt, die heutige Duchesse Anne.

Trivia

Werbeanzeige für den Spielfilm Zwei blaue Jungen, Deutschland 1917
  • Friedrich August trat in dem deutschen Spielfilm Zwei blaue Jungen, der 1916/17 auf seine Initiative hin von Erich Pommer produziert worden war, persönlich auf.

Literatur

Commons: Friedrich August (Oldenburg, Großherzog) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Großherzog Friedrich August von Oldenburg. In: Vaterstädtische Blätter, 12. Oktober 1902, Lübeck
  2. Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Band 63, Ausgabe 1, 2000, Seiten 63 und 79; Ausschnitte aus der Quelle
  3. Hans Friedl u. a. (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Geschichte des Landes Oldenburg. Oldenburg 1992, S. 211
  4. August Geerkens: Meine Erinnerungen aus den ersten zehn Jahren der Oldenburgischen Landwirtschaftskammer. In: Blick über Eiderstedt, Bd. 5
  5. Prager Tagblatt vom 19. August 1888.
  6. Andreas Welp: Wo Hoheit sich als Seemann bewährte. In: Wilhelmshavener Zeitung, 18. August 2007, S. 38
  7. Friedrich August von Oldenburg: Heißdampfanlagen mit Ventilmaschinen. In: Jahrbuch der Schiffbautechnischen Gesellschaft 1910, S. 418/419
  8. 100 Jahre Theodor Zeise Hamburg-Altona. Hoppenstedts Wirtschafts-Archiv, Darmstadt 1968
  9. Nachruf in: 32. Jahrbuch der Schiffbautechnischen Gesellschaft (1931), S. 52–53, mit Foto
VorgängerAmtNachfolger
Peter II.Großherzog von Oldenburg
1900–1918