„FK Dynamo Moskau“ – Versionsunterschied

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Version vom 3. Oktober 2020, 01:31 Uhr

Dynamo Moskau
Vereinswappen von Dynamo Moskau
Basisdaten
NameFutbolny Klub «Dinamo» Moskwa
SitzMoskau, Russland
Gründung18. April 1923
Farbenweiß-blau
PräsidentSergey Fedorov
Websitefcdinamo.ru
Erste Fußballmannschaft
CheftrainerKirill Nowikow
SpielstätteVTB-Arena
Plätze26.121
LigaPremjer-Liga
2019/206. Platz
Heim
Auswärts

Der FK Dynamo Moskau (russisch Футбольный клуб «Динамо» Москва, Futbolny Klub «Dinamo» Moskwa) ist ein aus dem Sportclub Dynamo Moskau hervorgegangener russischer Fußballverein, der in Moskau, der Hauptstadt des Landes, beheimatet ist.

Geschichte

Sowjetunion

Der heute eigenständige Verein war am 18. April 1923 als Fußballabteilung des Sportvereines Dynamo Moskau gegründet worden. 1936 war Dynamo Gründungsmitglied der sowjetischen Liga und blieb als eine von nur zwei Mannschaften, neben Dynamo Kiew, seit 1936 – mit Ausnahme der Unterbrechung des Spielbetriebs während des Großen Vaterländischen Krieges – stets in der jeweils höchsten sowjetischen Spielklasse und ist niemals in die 2. sowjetische Liga abgestiegen. Dynamo Moskau ist elffacher sowjetischer Meister und wurde nur von dem ukrainischen Verein Dynamo Kiew, der mit dreizehn gewonnenen Meisterschaften sowjetischer Rekordtitelträger ist, sowie von dem Stadtrivalen Spartak Moskau (12×) übertroffen. Zur Zeit der Sowjetunion war der Verein dem Geheimdienst KGB untergeordnet.

Im Jahre 1945 war Dynamo Moskau die erste sowjetische Fußballmannschaft, die nach Westeuropa reisen durfte. Es wurden vier Spiele auf der britischen Insel ausgetragen. Das bis dahin im Westen weitgehend unbekannte Team besiegte Cardiff City mit 10:1 und den FC Arsenal mit 4:3. Zwei Spiele endeten mit einem Unentschieden: 3:3 gegen den FC Chelsea und 2:2 gegen die Glasgow Rangers.

Am 27. Mai 1972 stand Dynamo im Finale des Europapokals der Pokalsieger gegen Glasgow Rangers im Camp Nou, das mit 2:3 verloren wurde.

Russland

Dynamo Moskau war nach der Auflösung der Sowjetunion eines der Gründungsmitglieder der neugeschaffenen russischen Obersten Liga. In den ersten beiden Spielzeiten 1992 und 1993 belegte das Team jeweils den dritten Tabellenplatz. In der folgenden Saison wurde man Vizemeister, was die bisher beste Leistung der Mannschaft in der russischen Liga darstellt. Am 14. Juni 1995 wurde der erste russische Pokalsieg (8:7 im Elfmeterschießen gegen Rotor Wolgograd) gefeiert. In den Spielzeiten 1997 und 2008 wurde erneut jeweils der dritte Rang erobert. Ansonsten wurden die Plätze im gesicherten Tabellenmittelfeld belegt. In der Saison 2011/12 erreichte das Team aus Moskau den dritten Tabellenrang und verlor das Pokalfinale am 9. Mai 2012 gegen Rubin Kasan mit 0:1. Am 17. August 2012 übernahm der Rumäne Dan Petrescu den Trainerposten beim FK Dynamo Moskau.[1] Durch die Teilnahme am Pokalfinale 2012 nahm Dynamo an der Qualifikation für die UEFA Europa League 2012/13 teil. In der dritten Qualifikationsrunde wurde der Vierte der schottischen Premier League Dundee United mit 2:2 und 5:0 besiegt. In der Play-off-Runde schied Dynamo gegen den deutschen Vertreter VfB Stuttgart nach 0:2 und 1:1 aus.[2]

In der Saison 2012/13 verpasste Dynamo als Tabellensiebter knapp einen Platz in einem europäischen Wettbewerb. Im Pokal verloren sie im Viertelfinale durch ein Tor von Samuel Eto’o mit 0:1 nach Verlängerung gegen Anschi Machatschkala. 2013/14 qualifizierte sich Dynamo als Tabellenvierter wieder für die Qualifikation zur UEFA Europa League 2014/15. Im Pokal schied Dynamo aber in der fünften Runde gegen den zweitklassigen Verein FK Saljut Belgorod aus. Im Anschluss an eine 0:4-Niederlage beim Tabellenletzten Anschi Machatschkala im April 2014 wurde der Cheftrainer Dan Petrescu entlassen.[3] Sein Nachfolger wurde Stanislaw Tschertschessow. Nach den Erfolgen in der dritten Qualifikationsrunde gegen den israelischen Ligadritten Hapoel Ironi Kirjat Schmona sowie in der Playoff-Runde gegen Omonia Nikosia, erreichte Dynamo Ende August 2014 die Gruppenphase der Europa League 2014/15.[4] Sie konnten alle sechs Begegnungen in ihrer Gruppe für sich entscheiden, belegten den ersten Tabellenplatz und qualifizierten sich damit für die K.O.-Runde, in der sie im Sechzehntelfinale gegen den RSC Anderlecht siegten und dadurch „zum ersten Mal seit 19 Jahren wieder ein Achtelfinale eines UEFA-Wettbewerbs“ erreichten.[5] Anschließend schieden sie im Achtelfinale gegen den SSC Neapel aus. Ursprünglich hätte Dynamo durch den vierten Tabellenplatz 2014/15 an der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League 2015/16 teilnehmen dürfen, wurde jedoch von der UEFA wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay ausgeschlossen und durch Rubin Kasan ersetzt.[6] Im Pokal schied Dynamo bereits im Sechzehntelfinale gegen den zweitklassigen Verein Schinnik Jaroslawl aus.

Nach einem schwachen Start in der heimischen Liga musste am 13. Juli 2015 der bisherige Cheftrainer Stanislaw Tschertschessow den Verein verlassen. Letztendlich belegte Dynamo den vorletzten Tabellenplatz in der Premjer-Liga 2015/16 und musste somit erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Zweitklassigkeit absteigen.[7] Bereits sieben Spieltage vor dem Ende der Saison 2016/17 sicherte sich der Verein den sofortigen Wiederaufstieg in die Premjer-Liga.[8]

In der Premjer-Liga 2017/18 gelang Dynamo wieder eine entsprechende Etablierung und erzielte dabei einen von den Abstiegsrängen weit entfernten 8. Tabellenplatz.

Stadion

Der FK Dynamo Moskau trug seine Heimspiele im 37.684 Zuschauer fassenden Dynamo-Stadion aus, das bereits im Jahre 1928 erbaut wurde. Das Heimstadion wurde 2008 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Es wurde auf dem Gelände des ehemaligen Dynamo-Stadions eine Multifunktionsarena errichtet. Dabei wurde das komplette Stadion abgetragen, nur die denkmalgeschützte Fassade blieb erhalten. Nach Fertigstellung der Arena 2018 ist diese in VTB-Arena-Park umbenannt worden.[9] Aufgrund der Baumaßnahme trug Dynamo seine Heimspiele in der Zwischenzeit in der Arena Chimki in Chimki im Nordwesten Moskaus aus.[10] Am 10. März sollte in Dynamos neuer Spielstätte das erste Fußballspiel stattfinden, das Stadion wurde jedoch Ende Februar als nicht spielbereit eingestuft.

Sponsoren

Seit 2009 ist der Hauptsponsor des Vereines das zweitgrößte russische Kreditinstitut Wneschtorgbank.

Erfolge

National

International

Aktueller Kader 2020/21

Stand: 2. Oktober 2020

Nr.PositionName
1RusslandRusslandTWAnton Schunin
31RusslandRusslandTWIgor Leschtschuk
2RusslandRusslandABGrigori Morosow
3RusslandRusslandABSaurbek Plijew
4RusslandRusslandABWladimir Rykow
13RusslandRusslandABIgor Kalinin
15RusslandRusslandABRoman Neustädter
17RusslandRusslandABSergei Parschiwljuk
21RusslandRusslandABDmitri Skopinzew
24RusslandRusslandABRoman Jewgenjew
34RusslandRusslandABKonstantin Rausch
44Bosnien und HerzegowinaABToni Šunjić
Nr.PositionName
7PortugalMFMiguel Cardoso
11PolenMFSebastian Szymański
20RusslandRusslandMFWjatscheslaw Gruljow
23RusslandRusslandMFAnton Sosnin
77Burkina FasoMFCharles Kaboré
78RusslandRusslandMFDanil Lipowoj
88SchwedenSchwedenMFOscar Hiljemark
9KamerunSTClinton N’Jie
10NigeriaSTSylvester Igboun
48RusslandRusslandSTJewgeni Luzenko

Vereinsrekorde

Dynamos Rekordtorschützen

Treffsicherster Angreifer in Diensten von Dynamo Moskau war Sergei Solowjow. Dieser erzielte in 209 Spielen für die Hauptstädter insgesamt 135 Tore. Damit ist er auch der einzige Stürmer, der für Dynamo mehr als 100 Tore schießen konnte.

PlatzName des SpielersToreZeitraum
1.RusslandRussland Sergei Solowjow1351940–1952
2.RusslandRussland Konstantin Beskow931941–1954
3.RusslandRussland Wassili Karzew721945–1951
4.RusslandRussland Waleri Gassajew701979–1985
5.RusslandRussland Igor Tschislenko681957–1970
6.RusslandRussland Wassili Trofimow671939–1953
7.RusslandRussland Wladimir Iljin631946–1957
8.RusslandRussland Wladimir Sawdunin621945–1966
9.RusslandRussland Wladimir Koslow581967–1976
10.RusslandRussland Alexander Borodjuk571982–1989

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligatreffer. Tore in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen.

Dynamos Rekordspieler

1987 stellte Alexander Nowikow mit 327 Partien für Dynamo den Rekord für die meisten Ligaspiele im Dress der Moskauer auf. Damit löste er Torhüter-Legende Lew Jaschin ab, der zwischen 1950 und 1970 insgesamt 326 Spiele für Dynamo bestritt.

PlatzName des SpielersEinsätzeZeitraum
1.RusslandRussland Alexander Nowikow3951973–1987
2.RusslandRussland Lew Jaschin3261950–1970
3.RusslandRussland Wiktor Anitschkin3221960–1972
4.RusslandRussland Waleri Maslow3191961–1971
5.RusslandRussland Wiktor Zarjow2981955–1966
6.RusslandRussland Alexander Machowikow2871971–1983
7.RusslandRussland Gennadi Jewrjuschichin2831966–1976
8.RusslandRussland Sergei Nikulin2801969–1984
9.RusslandRussland Wladimir Sawdunin2491945–1966
10.RusslandRussland Alexei Petruschin2441970–1981

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligaspiele. Spiele in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen.

Bekannte ehemalige Spieler

Russland

GUS und ehemalige Sowjetunion

Europa

Amerika

Afrika

Asien/ Ozeanien

Trainer

(unvollständig)

Name des TrainersZeitraumBemerkung
RusslandRussland Konstantin Kwaschin1936• 1936: 1. Sowjetischer Meistertitel
RusslandRussland Wiktor Dubinin1937• 1937: 2. Sowjetischer Meistertitel
• 1937: 1. Sowjetischer Pokalgewinn
RusslandRussland Michail Towarowski1938
RusslandRussland Wiktor Dubinin1939
RusslandRussland Wiktor Teterin1939
RusslandRussland Lew Kortschebokow1939
RusslandRussland Boris Arkadjew1940–1944• 1940: 3. Sowjetischer Meistertitel
RusslandRussland Lew Kortschebokow1944
RusslandRussland Michail Jakuschin1944–1950• 1945: 4. Sowjetischer Meistertitel
• 1949: 5. Sowjetischer Meistertitel
RusslandRussland Wiktor Dubinin1950–1951
RusslandRussland Michail Semitschastny1952–1953
RusslandRussland Michail Jakuschin1953–1960• 1954: 6. Sowjetischer Meistertitel
• 1955: 7. Sowjetischer Meistertitel
• 1957: 8. Sowjetischer Meistertitel
• 1959: 9. Sowjetischer Meistertitel
• 1953: 2. Sowjetischer Pokalgewinn
RusslandRussland Wsewolod Blinkow1961
RusslandRussland Alexander Ponomarjow1962–1965• 1963: 10. Sowjetischer Meistertitel
RusslandRussland Wjatscheslaw Solowjow1965–1966
RusslandRussland Konstantin Beskow1967–1972• 1967: 3. Sowjetischer Pokalgewinn
• 1970: 4. Sowjetischer Pokalgewinn
• 1972: Finalist beim Europapokal der Pokalsieger
RusslandRussland Gawriil Katschalin1973–1974
RusslandRussland Alexander Sewidow1975–1979• 1976: 11. und letzter Sowjetischer Meistertitel
• 1977: 5. Sowjetischer Pokalgewinn
• 1977: 1. und letzter Sowjetischer Super-Cup-Gewinn
• 1976: Ciutat de Barcelona (Einziger internationale Pokal)
RusslandRussland Wiktor Zarjow1979
RusslandRussland Jewgeni Gorjanski1980
RusslandRussland Wjatscheslaw Solowjow1980–1983
RusslandRussland Wadim Iwanow1983
RusslandRussland Alexander Sewidow1983–1985• 1984: 6. und letzter Sowjetischer Pokalgewinn
RusslandRussland Eduard Malofejew1985–1987
RusslandRussland Anatoli Byschowez1987–1990
RusslandRussland Semjon Altman1990–1991
RusslandRussland Waleri Gassajew1991–1993
RusslandRussland Adamas Golodez1993
RusslandRussland Konstantin Beskow1994–1995• 1995: 1. Russischer Pokalgewinn
RusslandRussland Adamas Golodez1995–1998
RusslandRussland Georgi Jarzew1998–1999
RusslandRussland Alexei Petruschin1999
RusslandRussland Waleri Gassajew2000–2001
RusslandRussland Alexander Nowikow2001–2002
UkraineUkraine Wiktor Prokopenko2002–2003
Tschechien Jaroslav Hřebík2003–2004
RusslandRussland Wiktor Bondarenko2004
RusslandRussland Oleg Romanzew2004–2005
Brasilien Ivo Wortmann2005
RusslandRussland Andrei Kobelew2005
RusslandRussland Juri Sjomin2006
RusslandRussland Andrei Kobelew2006–2010
Montenegro Miodrag Božović2010–2011
RusslandRussland Sergei Silkin2011–2012
RusslandRussland Dmitri Chochlow2012
Rumänien Dan Petrescu2012–2014
RusslandRussland Stanislaw Tschertschessow2014–2015
RusslandRussland Andrei Kobelew2015–2016
UkraineUkraine Juri Kalitwinzew2016–2017
RusslandRussland Dmitri Chochlow2017–2019

Aktueller Trainerstab

Commons: FC Dinamo Moscow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. championat.com: Петреску стал новым главным тренером московского "Динамо" Artikel vom 17. August 2012 (russisch)
  2. de.uefa.com: uefa.com: „Stuttgart mit einem Bein in der Gruppenphase“ Artikel vom 22. August 2012
  3. gazeta.ru: Петреску уволили из «Динамо» Artikel vom 7. April 2014 (russisch)
  4. kicker.de:EL-Gruppenauslosung, veröffentlicht und abgerufen am 29. August 2014
  5. de.uefa.com: Dinamo Moskva dreht Partie gegen Anderlecht Artikel vom 26. Februar 2015
  6. spiegel.de: „Europa League: Uefa schließt Dynamo Moskau aus“ Artikel vom 19. Juni 2015
  7. uefa.com: Abstieg 2015/16 Artikel vom 21. Mai 2016
  8. championat.com: «Динамо» досрочно обеспечило себе выход в РФПЛ Artikel vom 12. April 2017 (russisch)
  9. Preserving Petrovski Park: Erick van Egeraat wins international competition to design VTB Arena Park (Memento des Originals vom 27. Oktober 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.worldarchitecturenews.com, Mitteilung auf worldarchitecturenews.com vom 30. Juni 2010.
  10. stadionwelt.de: VTB Arena wird erst Anfang 2018 eröffnet Artikel vom 7. Februar 2017