„Mario Capecchi“ – Versionsunterschied

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Straßenkind
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Seine Großmutter, Lucy Dodd, war Amerikanerin aus Oregon, die in Florenz als Malerin lebte und den Deutschen Archäologen Walter Ramberg heiratete, der im I. Weltkrieg fiel.
Seine Großmutter, Lucy Dodd, war Amerikanerin aus Oregon, die in Florenz als Malerin lebte und den Deutschen Archäologen Walter Ramberg heiratete, der im I. Weltkrieg fiel.
Die Mutter, Lucy Ramberg, hatte an der Sorbonne in Paris Literatur studiert. Später schloss sie sich einer Gruppe von Dichtern an, die offen in Opposition zum Faschismus und Nazismus standen.
Die Mutter, Lucy Ramberg, hatte an der Sorbonne in Paris Literatur studiert. Später schloss sie sich einer Gruppe von Dichtern an, die offen in Opposition zum Faschismus und Nazismus standen.
1937 kam seine Mutter nach Tirol und lebte in Wolfsgruben, in der Nähe von Bozen. Als Mario 3 und halb Jahre alt war, im Frühling 1941, wurde seine Mutter von deutschen Beamten verhaftet. Mario nahm an, dass sie nach Dachau ins KZ kam, was aber durch neuere Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte. Er lebte zuerst in einer Tiroler Bauernfamilie, als dort sein Pflegegeld nicht ausreichte, lebte er teilweise als Straßenjunge in Gangs und wurde am 18. Juli 1942 von seinem Vater nach Reggio Emilia abgemeldet, 160 km südlich von Bozen. Das Kind war nur sporadisch beim Vater, der unzuverlässig und brutal war. Er war zeitweise in einem Waisenhaus und zuletzt in einem Hospital in Reggio Emilia mit Typhus und Unterernährung. Im Frühjahr 1945 kam die Mutter frei und suchte den Jungen, den sie genau an seinem 9. Geburtstag, 1946, fand.
1937 kam seine Mutter nach Tirol und lebte in Wolfsgruben, in der Nähe von Bozen. Als Mario 3 und halb Jahre alt war, im Frühling 1941, wurde seine Mutter von deutschen Beamten verhaftet. Mario nahm an, dass sie nach Dachau ins KZ kam, was aber durch neuere Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte. Er lebte zuerst in einer Tiroler Bauernfamilie, als dort sein Pflegegeld nicht ausreichte, lebte er teilweise als [[Straßenkind|Straßenjunge]] in Gangs und wurde am 18. Juli 1942 von seinem Vater nach Reggio Emilia abgemeldet, 160 km südlich von Bozen. Das Kind war nur sporadisch beim Vater, der unzuverlässig und brutal war. Er war zeitweise in einem Waisenhaus und zuletzt in einem Hospital in Reggio Emilia mit Typhus und Unterernährung. Im Frühjahr 1945 kam die Mutter frei und suchte den Jungen, den sie genau an seinem 9. Geburtstag, 1946, fand.
Mario trat kurz darauf mit seiner Mutter die Schiffsreise nach den USA an. Von dort hatte der Bruder der Mutter die Passage organisiert und bezahlt. Von da an lebte er bei Onkel und Tante, Edward und Sarah Ramberg, beide Quäker, die einer Quäkerkommune nahe Pennsylvania angehörten. Sein Onkel war Physiker für Quantenmechanik und entwickelte maßgeblich die Fernsehröhren mit. Sofort nach seiner Ankunft in der Quäkergemeinde, wurde er in die 3. Klasse einer Schule aufgenommen, obwohl er kein englisch konnte. Von den Verwandten bekam er wenig materiellen Güter, aber jede Möglichkeit, um seinen Geist und seine Seele weiterzuentwickeln. Später besuchte er die George School, eine Oberschule in Philadelphia, er erinnert sich bis heute an die außergewöhnliche enthusiastischen, kompetenten und fürsorglichen Lehrer dort. Er hat viel Sport getrieben, besonders Sokker, Fußball, Baseball und Ringen.<ref>www.chembiochem.org ; 2008 Wiley-VCH Verlag GmbH&Co.KGaA, Weinheim; ChemBioChem 2008,9,1530-1543</ref>
Mario trat kurz darauf mit seiner Mutter die Schiffsreise nach den USA an. Von dort hatte der Bruder der Mutter die Passage organisiert und bezahlt. Von da an lebte er bei Onkel und Tante, Edward und Sarah Ramberg, beide Quäker, die einer Quäkerkommune nahe Pennsylvania angehörten. Sein Onkel war Physiker für Quantenmechanik und entwickelte maßgeblich die Fernsehröhren mit. Sofort nach seiner Ankunft in der Quäkergemeinde, wurde er in die 3. Klasse einer Schule aufgenommen, obwohl er kein englisch konnte. Von den Verwandten bekam er wenig materiellen Güter, aber jede Möglichkeit, um seinen Geist und seine Seele weiterzuentwickeln. Später besuchte er die George School, eine Oberschule in Philadelphia, er erinnert sich bis heute an die außergewöhnliche enthusiastischen, kompetenten und fürsorglichen Lehrer dort. Er hat viel Sport getrieben, besonders Sokker, Fußball, Baseball und Ringen.<ref>www.chembiochem.org ; 2008 Wiley-VCH Verlag GmbH&Co.KGaA, Weinheim; ChemBioChem 2008,9,1530-1543</ref>


==Wissenschaftliche Karriere==
==Wissenschaftliche Karriere==

Nach dem Abschluss der Schule studierte er am [[Antioch College]] in [[Ohio]] und erhielt 1961 einen [[Bachelor of Science|Bachelor-Abschluss]] (B.S.) in [[Chemie]] und [[Physik]]. Anschließend ging er an die [[Harvard University]] und [[Promotion (Doktor)|promovierte]] 1967 in [[Biophysik]] unter Betreuung durch [[James D. Watson]], dem Entdecker der [[Doppelhelix|Doppelhelix-Struktur]] der [[Desoxyribonukleinsäure]] und Nobelpreisträger von 1962. Bis 1969 war er dann Junior Fellow der Society of Fellows der Harvard University. Im selben Jahr wurde er Assistenzprofessor an der Abteilung für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität. 1971 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Zwei Jahre später ging er an die [[University of Utah]].
Nach dem Abschluss der Schule studierte er am [[Antioch College]] in [[Ohio]] und erhielt 1961 einen [[Bachelor of Science|Bachelor-Abschluss]] (B.S.) in [[Chemie]] und [[Physik]]. Anschließend ging er an die [[Harvard University]] und [[Promotion (Doktor)|promovierte]] 1967 in [[Biophysik]] unter Betreuung durch [[James D. Watson]], dem Entdecker der [[Doppelhelix|Doppelhelix-Struktur]] der [[Desoxyribonukleinsäure]] und Nobelpreisträger von 1962. Bis 1969 war er dann Junior Fellow der Society of Fellows der Harvard University. Im selben Jahr wurde er Assistenzprofessor an der Abteilung für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität. 1971 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Zwei Jahre später ging er an die [[University of Utah]].


==Auszeichnungen==
==Auszeichnungen==

Capecchi erhielt für seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, die wichtigsten sind
Capecchi erhielt für seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, die wichtigsten sind
*[[Albert Lasker Award for Basic Medical Research]], 2001
*[[Albert Lasker Award for Basic Medical Research]], 2001
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== Quellen ==
== Quellen ==

<references/>
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Version vom 13. Mai 2009, 00:15 Uhr

Mario Capecchi.

Mario Renato Capecchi (* 6. Oktober 1937 in Verona) ist ein US-amerikanischer Genetiker italienischer Herkunft und Träger des Nobelpreises für Medizin im Jahre 2007. Er wurde zusammen mit Martin Evans und Oliver Smithies für die Forschung an der Knockout-Maus ausgezeichnet.

Kindheit und Jugend

Mario Capecchi wurde am 6. Oktober 1937 in Verona geboren. Seine Mutter, Lucy Ramberg, war Poetin, die ihre Gedichte in deutsch veröffentlichte, und sein Vater, Luciano Capecchi, war Offizier der italienischen Luftwaffe. Die Eltern waren nicht verheiratet. Seine Großmutter, Lucy Dodd, war Amerikanerin aus Oregon, die in Florenz als Malerin lebte und den Deutschen Archäologen Walter Ramberg heiratete, der im I. Weltkrieg fiel. Die Mutter, Lucy Ramberg, hatte an der Sorbonne in Paris Literatur studiert. Später schloss sie sich einer Gruppe von Dichtern an, die offen in Opposition zum Faschismus und Nazismus standen. 1937 kam seine Mutter nach Tirol und lebte in Wolfsgruben, in der Nähe von Bozen. Als Mario 3 und halb Jahre alt war, im Frühling 1941, wurde seine Mutter von deutschen Beamten verhaftet. Mario nahm an, dass sie nach Dachau ins KZ kam, was aber durch neuere Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte. Er lebte zuerst in einer Tiroler Bauernfamilie, als dort sein Pflegegeld nicht ausreichte, lebte er teilweise als Straßenjunge in Gangs und wurde am 18. Juli 1942 von seinem Vater nach Reggio Emilia abgemeldet, 160 km südlich von Bozen. Das Kind war nur sporadisch beim Vater, der unzuverlässig und brutal war. Er war zeitweise in einem Waisenhaus und zuletzt in einem Hospital in Reggio Emilia mit Typhus und Unterernährung. Im Frühjahr 1945 kam die Mutter frei und suchte den Jungen, den sie genau an seinem 9. Geburtstag, 1946, fand. Mario trat kurz darauf mit seiner Mutter die Schiffsreise nach den USA an. Von dort hatte der Bruder der Mutter die Passage organisiert und bezahlt. Von da an lebte er bei Onkel und Tante, Edward und Sarah Ramberg, beide Quäker, die einer Quäkerkommune nahe Pennsylvania angehörten. Sein Onkel war Physiker für Quantenmechanik und entwickelte maßgeblich die Fernsehröhren mit. Sofort nach seiner Ankunft in der Quäkergemeinde, wurde er in die 3. Klasse einer Schule aufgenommen, obwohl er kein englisch konnte. Von den Verwandten bekam er wenig materiellen Güter, aber jede Möglichkeit, um seinen Geist und seine Seele weiterzuentwickeln. Später besuchte er die George School, eine Oberschule in Philadelphia, er erinnert sich bis heute an die außergewöhnliche enthusiastischen, kompetenten und fürsorglichen Lehrer dort. Er hat viel Sport getrieben, besonders Sokker, Fußball, Baseball und Ringen.[1]

Wissenschaftliche Karriere

Nach dem Abschluss der Schule studierte er am Antioch College in Ohio und erhielt 1961 einen Bachelor-Abschluss (B.S.) in Chemie und Physik. Anschließend ging er an die Harvard University und promovierte 1967 in Biophysik unter Betreuung durch James D. Watson, dem Entdecker der Doppelhelix-Struktur der Desoxyribonukleinsäure und Nobelpreisträger von 1962. Bis 1969 war er dann Junior Fellow der Society of Fellows der Harvard University. Im selben Jahr wurde er Assistenzprofessor an der Abteilung für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität. 1971 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Zwei Jahre später ging er an die University of Utah.

Auszeichnungen

Capecchi erhielt für seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, die wichtigsten sind

Quellen

  1. www.chembiochem.org ; 2008 Wiley-VCH Verlag GmbH&Co.KGaA, Weinheim; ChemBioChem 2008,9,1530-1543