„Charles Ferdinand d’Artois“ – Versionsunterschied

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== Leben ==
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Während der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] verließ er mit seinem Vater Frankreich und diente in der Armee von [[Bourbon-Condé|Condé]] von 1792 bis 1797. Danach trat er in die russischen Armee ein, ließ sich 1801 in England nieder und blieb dort dreizehn Jahre lang. Nach der Abdankung Napoleons 1814 begab sich Berry zurück nach Frankreich. Mit seinem aufrichtigen Benehmen gewann er die Sympathie seiner Landsleute, und [[Ludwig XVIII.]] ernannte ihn zum Oberbefehlshaber der Pariser Armee bei [[Napoleon Bonaparte|Napoleons]] Rückkehr von [[Elba]]. Er war allerdings außerstande, die Loyalität seiner Truppen zu bewahren und zog sich während der „[[Herrschaft der Hundert Tage]]“ nach [[Gent]] zurück.
Während der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] verließ er mit seinem Vater Frankreich und diente in der Armee von [[Bourbon-Condé|Condé]] von 1792 bis 1797. Danach trat er in die russische Armee ein, ließ sich 1801 in England nieder und blieb dort dreizehn Jahre lang. Nach der Abdankung Napoleons 1814 begab sich Berry zurück nach Frankreich. Mit seinem aufrichtigen Benehmen gewann er die Sympathie seiner Landsleute, und [[Ludwig XVIII.]] ernannte ihn zum Oberbefehlshaber der Pariser Armee bei [[Napoleon Bonaparte|Napoleons]] Rückkehr von [[Elba]]. Er war allerdings außerstande, die Loyalität seiner Truppen zu bewahren und zog sich während der „[[Herrschaft der Hundert Tage]]“ nach [[Gent]] zurück.


Am 13. Februar 1820 verübte der Sattler [[Louis-Pierre Louvel]] beim Verlassen der [[Pariser Oper|Oper]] (damals die Salle Montansier, rue de la Loi, heute square Louvois) ein tödliches Attentat auf den Herzog von Berry.
Am 13. Februar 1820 verübte der Sattler [[Louis-Pierre Louvel]] beim Verlassen der [[Pariser Oper|Oper]] (damals die Salle Montansier, rue de la Loi, heute square Louvois) ein tödliches Attentat auf den Herzog von Berry.

Version vom 27. August 2015, 17:19 Uhr

Charles Ferdinand, Herzog von Berry
Miniaturmalerei von Jean-Baptiste Jacques Augustin (1769–1832), (Geschenk der Herzogin an den Bischof von Chartres)

Charles-Ferdinand d’Artois (dt. Karl Ferdinand von Artois), Herzog von Berry (* 24. Januar 1778 in Versailles; † 14. Februar 1820 in Paris) war der jüngere Sohn des Comte d’Artois, des späteren König Karl X.

Leben

Während der Französischen Revolution verließ er mit seinem Vater Frankreich und diente in der Armee von Condé von 1792 bis 1797. Danach trat er in die russische Armee ein, ließ sich 1801 in England nieder und blieb dort dreizehn Jahre lang. Nach der Abdankung Napoleons 1814 begab sich Berry zurück nach Frankreich. Mit seinem aufrichtigen Benehmen gewann er die Sympathie seiner Landsleute, und Ludwig XVIII. ernannte ihn zum Oberbefehlshaber der Pariser Armee bei Napoleons Rückkehr von Elba. Er war allerdings außerstande, die Loyalität seiner Truppen zu bewahren und zog sich während der „Herrschaft der Hundert Tage“ nach Gent zurück.

Am 13. Februar 1820 verübte der Sattler Louis-Pierre Louvel beim Verlassen der Oper (damals die Salle Montansier, rue de la Loi, heute square Louvois) ein tödliches Attentat auf den Herzog von Berry.

In der Folgezeit wurde er zur Symbolfigur der Restauration. Als nach der Julirevolution von 1830 am 14. Februar 1831 in der Pariser Kirche St-Germain-l’Auxerrois eine Gedächtnismesse für ihn stattfand, kam es zu einem gewalttätigen Massenprotest, in dessen Verlauf die Kirche St-Germain verwüstet und der Bischofspalast bei der Kathedrale Notre-Dame völlig zerstört wurde.[1]

Ehen und Nachkommen

In der englischen Emigration ging Charles mit der verheirateten Anna Brown Freeman (1783–1876), Tochter des anglikanischen Priesters John L. Brown und der Anne Deacon, ein Verhältnis ein. Anna war auch bereits Mutter eines 1804 geborenen Sohnes John, hatte aber ihre Ehe nie anerkannt. So heirateten 1806 der Herzog und Anna. Sie hatten zwei Kinder miteinander:

  • Charlotte Marie Augustine de Bourbon (1808–1886), seit 1820 Gräfin von Issoudun, verheiratet seit 1823 mit Herzog Ferdinand Victor Amédée de Faucigny-Lucinge.
  • Louise Marie Charlotte de Bourbon (1809–1891), seit 1820 Gräfin von Vierzon, seit 1827 verheiratet mit Baron Athanae Charles Marin de Charette de la Contrie.

1815 wurde die Ehe mit Anna offiziell geschieden. Ein Jahr darauf heiratete Berry Prinzessin Marie Caroline von Bourbon-Sizilien (1798–1870), die älteste Tochter des damaligen Kronprinzen Franz beider Sizilien und der schon verstorbenen Kronprinzessin Maria Klementine. Sie hatten zwei Kinder:

Henri kam sieben Monate nach der Ermordung seines Vaters zur Welt und wurde als ersehnter, posthum geborener Thronerbe als "enfant du miracle": als das "wundersame Kind" gefeiert.

d’Artois war Colonel général der Chevau-légers-lanciers.

Commons: Charles Ferdinand d’Artois – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Ereignisse, insbesondere die Rolle von Erzbischof Hyacinthe-Louis de Quélen, beschreibt detailliert Guillaume de Bertier de Sauvigny: Mgr de Quélen et les incidents de Saint-Germain l’Auxerrois en février 1831. In: Revue d’histoire de l’Église de France. Band 32/120, 1946, S 110–120 (Digitalisat)