„Albanien“ – Versionsunterschied

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55 % der albanischen Bevölkerung lebt auf dem Land.<ref>Instat: [http://www.instat.gov.al/graphics/doc/downloads/shqiperia_ne%20shifra1.pdf Shqipëria në Shifra], Tirana 2005</ref> Ethnisch gesehen ist Albanien nach Griechenland (93%) der [[Balkanhalbinsel|Balkanstaat]] mit der größten Homogenität: über 90 Prozent der Bevölkerung sind [[Albaner]]. Im Süden des Landes gibt es eine größere [[Griechen|griechische Minderheit]]. Weitere Gruppen sind [[Slawische Mazedonier]] in Grenzgebieten sowie [[Roma (Volk)|Roma]] und [[Aromunen]].
55 % der albanischen Bevölkerung lebt auf dem Land.<ref>Instat: [http://www.instat.gov.al/graphics/doc/downloads/shqiperia_ne%20shifra1.pdf Shqipëria në Shifra], Tirana 2005</ref> Ethnisch gesehen ist Albanien nach Griechenland (93%) der [[Balkanhalbinsel|Balkanstaat]] mit der größten Homogenität: über 90 Prozent der Bevölkerung sind [[Albaner]]. Im Süden des Landes gibt es eine größere [[Griechen|griechische Minderheit]]. Weitere Gruppen sind [[Slawische Mazedonier]] und [[Aromunen]]in Grenzgebieten sowie [[Roma (Volk)|Roma]].


Die Albaner gliedern sich in die zwei großen Gruppen [[Gegen]] und [[Tosken]], die sich nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell unterscheiden. Während die Tosken in der Südhälfte des Landes viel stärker von der orientalisch-städtischen Kultur des Osmanischen Reiches beeinflusst wurden, dominierte im gegischen Norden bis ins 20. Jahrhundert hinein eine archaische Stammeskultur das Leben der Menschen. (Eine Ausnahme bildet die wichtige nordalbanische Stadt [[Shkodra]], die bis ins [[15. Jahrhundert]] hinein längere Zeit venezianisch beherrscht war; hier prägten der Katholizismus und die Verbindungen nach Italien auch später noch die Mentalität der Bewohner.) Wenn auch in kommunistischer Zeit ein Urbanisierungs- und [[Industrialisierung]]sprozess einsetzte, so wohnte doch die große Mehrheit der Albaner vor 1990 noch auf dem Land. Das prägt die Mentalität vieler Menschen bis heute auch in den Städten, denn wenn sie nicht erst selbst in die Stadt gezogen sind, so waren es ihre Eltern und in jedem Fall haben sie nahe Verwandte, die noch immer von der Kleinlandwirtschaft leben. Ein traditionelles Bürgertum ist in Albanien immer sehr rar gewesen. Moderne bürgerliche Kultur gab es Anfang des 20. Jahrhunderts nur in [[Shkodra]] , [[Korça]] und [[Gjirokastra]]. (In den zwanziger Jahren kam Tirana wegen seiner Hauptstadtfunktion dazu). Die Kommunisten lehnten das bürgerliche Selbstbewusstsein dieser Städte naturgemäß ab und zerstörten die bürgerlichen Kulturleistungen nach 1945 weitgehend.
Die Albaner gliedern sich in die zwei großen Gruppen [[Gegen]] und [[Tosken]], die sich nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell unterscheiden. Während die Tosken in der Südhälfte des Landes viel stärker von der orientalisch-städtischen Kultur des Osmanischen Reiches beeinflusst wurden, dominierte im gegischen Norden bis ins 20. Jahrhundert hinein eine archaische Stammeskultur das Leben der Menschen. (Eine Ausnahme bildet die wichtige nordalbanische Stadt [[Shkodra]], die bis ins [[15. Jahrhundert]] hinein längere Zeit venezianisch beherrscht war; hier prägten der Katholizismus und die Verbindungen nach Italien auch später noch die Mentalität der Bewohner.) Wenn auch in kommunistischer Zeit ein Urbanisierungs- und [[Industrialisierung]]sprozess einsetzte, so wohnte doch die große Mehrheit der Albaner vor 1990 noch auf dem Land. Das prägt die Mentalität vieler Menschen bis heute auch in den Städten, denn wenn sie nicht erst selbst in die Stadt gezogen sind, so waren es ihre Eltern und in jedem Fall haben sie nahe Verwandte, die noch immer von der Kleinlandwirtschaft leben. Ein traditionelles Bürgertum ist in Albanien immer sehr rar gewesen. Moderne bürgerliche Kultur gab es Anfang des 20. Jahrhunderts nur in [[Shkodra]] , [[Korça]] und [[Gjirokastra]]. (In den zwanziger Jahren kam Tirana wegen seiner Hauptstadtfunktion dazu). Die Kommunisten lehnten das bürgerliche Selbstbewusstsein dieser Städte naturgemäß ab und zerstörten die bürgerlichen Kulturleistungen nach 1945 weitgehend.

Version vom 28. April 2008, 15:19 Uhr

Albanien (albanisch: Shqiperi/Shqiperia oder Republika e Shqiperisë ) ist ein Staat in Südosteuropa. Er grenzt im Norden an Montenegro und Kosovo, im Osten an Mazedonien sowie im Süden an Griechenland. Die natürliche Westgrenze wird durch die Küsten der Adria und des Ionischen Meeres gebildet, wodurch das Land zu den Anrainerstaaten des Mittelmeers zählt. Das Land ist Mitglied in den Vereinten Nationen, im Europarat, im CEFTA, in der BSEC, in der OIC, in der WTO und in der OSZE. Am 3. April 2008 wurde Albanien zusammen mit Kroatien von der NATO eingeladen, der Organisation 2009 beizutreten, nachdem alle 26 Mitgliedstaaten des Militärbündnisses und Albanien selber das Protokoll ratifiziert haben. Der Beitritt zur EU wird ebenfalls angestrebt.

Geographie

Mit seiner Fläche von 28.748 Quadratkilometern ist Albanien etwas kleiner als Belgien und hat mit 3,3 Millionen Einwohnern etwas mehr Bevölkerung als Berlin.

Albanien besitzt an der Adria und am Ionischen Meer 362 Kilometer Küstenlinie mit vielen Sand- und Kies-Stränden. Bekannte Urlaubsorte sind Durrës, Vlora, Shëngjin und Velipoja an der Adria sowie Dhërmi, Himara und Saranda am Ionischen Meer. Im Süden (Straße von Otranto) ist die albanische Küste nur 71 Kilometer von Italien entfernt.

Mehr als zwei Drittel des albanischen Staatsgebiets werden von Bergland und zum Teil von Hochgebirgsregionen eingenommen. Vom Shkodrasee im Norden bis nach Vlora im Süden erstreckt sich eine zum Teil nur wenige Kilometer breite Schwemmlandebene entlang der Küste, die sich in Mittelalbanien zur großen Myzeqe-Ebene ausdehnt. An der Küste befinden sich zahlreiche Lagunen und Feuchtgebiete. Da nur die Täler, das Hügelland und Teile der Küstenebene für eine dichtere menschliche Besiedlung geeignet sind, ist in diesen Regionen die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während andere Teile des Landes sehr spärlich bewohnt sind.

Die Albanischen Alpen, Jezerca im Hintergrund

Im Norden des Staates befinden sich die Albanischen Alpen, die zu den Dinariden gehören. Als Wintersportgebiet konnte sich die Region noch nicht etablieren, aber Projekte über einen Skiort gibt es bereits nur die Umsetzung fehlt noch. Die einzigen Skianlagen Albaniens finden sich in Dardha in der Nähe von Korça. Höchster Berg Albaniens ist mit 2764 m der Korab (Mali i Korabit), nordöstlich von Peshkopia direkt an der Grenze zu Mazedonien gelegen. Ein weiterer hoher und auch bekannter Berg ist der Maja e Jezercës. Dieser ist mit 2.694 m der höchste, vollständig in Albanien, liegende Berg. Im Winter fällt sehr viel Schnee auf dem Jezerca.

Vjosa bei Këlcyra

Alle bedeutenden Flüsse Albaniens münden in die Adria. Mit 282 Kilometern Länge ist der Drin der längste Fluss des Landes. Der Schwarze Drin entspringt aus dem Ohridsee. Bei der nordalbanischen Stadt Kukës vereinigt er sich mit dem aus dem Kosovo kommenden Weißen Drin. Der Drin fließt dann in westlicher Richtung durch mehrere große Stauseen und mündet bei Shkodra in die Buna. Die anderen größeren albanischen Flüsse Mat, Shkumbin, Seman mit Devoll und Vjosa (in ihrer Nennung von Nord nach Süd) fließen mehr oder weniger direkt in westlicher Richtung der Adria zu, wobei sie alle Bergketten durchbrechen. Die kurze Buna entwässert den Shkodrasee in die Adria und bildet dabei streckenweise die Grenze zu Montenegro.

Siehe auch: Liste der Flüsse in Albanien, Liste der Seen in Albanien, Liste der Berge oder Erhebungen in Albanien

Flora und Fauna

Das Land liegt an einer artenreichen Region, welche vor allem viele Pflanzenarten aufweist. An der Küste wachsen Palmen, Orangen- und Zitronenbäume. Die tief in das Bergland eingegrabenen Flußtäler sind von Walnuß- und Mandelbäumen gesäumt. In den Wälder im Norden wachsen Tannen, Fichten, Eichen, Buchen, Ahornbäume und andere. Im wärmeren Süden wachsen vor allem Pinien, Trockenbäume, Linden, Olivenbäume (Der Olivenbaum ist ein wichtiges Element der mediterranen Vegetation und Kulturlandschaft Südalbaniens) und andere.

Wegen seinen verschiedenen Klima und vielfältigen Landschaften, hat das Land eine große Vielzahl an Arten und ist zu einer Anzahl von seltenen Vögeln und Tieren Haupt, die anderswo in der Region entweder verschwunden sind oder verschwinden. Die großen Flächen- und Eichenwälder sind zu den Wölfen und zu den Füchsen, während das höhere Kieferwaldhaus trägt, Wölfe, wilde Katzen Haupt und anderes animales. Hirsche, wilde Ziegen und wilde Eber können in einer Anzahl von Regionen leicht gefunden werden. Albanien hat keine weniger als 14 Arten Hiebe und 350 lokale Vögel, einige von ihnen wandernd. Kieferwälder sind Wirt zu den seltenen wilden Hahnen und Spechte. In anderen Stellen kann man Adler, Falken und Milane finden. Es gibt auch einige Arten von Eulen einschließlich die bärtige Eule und die Eule mit Hornen. In Albanien kann man eine Anzahl von unterschiedlichen Arten der Reptilien wie Wasserschlangen, Hausboas und andere auch finden. Es gibt 260 Fisch-Arten vom Mittelmeer resp. vom salzigen Wasser und Forellen in den Gebirgsnebenflüssen. Seen haben Karpfen, Aale und andere allgemeine Arten. Albanien hat auch eine reiche Flora mit über 3.221 Arten. Unter ihnen sind 489 zur Balkanhalbinsel spezifisch und 40 gibt es nur in Albanien. Eichenwälder sind typisch und enthalten 20 Prozent vom bewaldeten Bereich des Landes. In anderen Bereichen kann man Mittelmeersträuche bis zu 800m über Meeresspiegel und Eukalyptusbäume, Seefeigen und Lorbeeren finden.[4]

Klima

Klimadiagramm von Tirana

In Albanien herrscht ein subtropisch-mediterranes Winterregenklima (Mittelmeerklima) mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 16 °C und einer Jahresniederschlagssumme von knapp 1200 mm.

In Tirana sind zwei Sommermonate arid. Die nördlichen und östlichen Bergregionen weisen harte Winter auf. Viele Orte in diesen Gebieten sind wegen Schnee für Monate von der Außenwelt abgeschnitten. Im Süden am Ionischen Meer ist das Klima deutlich milder. In Saranda werden jährlich fast 300 Sonnentage verzeichnet.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung x1000
Alterspyramide von 2005

55 % der albanischen Bevölkerung lebt auf dem Land.[5] Ethnisch gesehen ist Albanien nach Griechenland (93%) der Balkanstaat mit der größten Homogenität: über 90 Prozent der Bevölkerung sind Albaner. Im Süden des Landes gibt es eine größere griechische Minderheit. Weitere Gruppen sind Slawische Mazedonier und Aromunenin Grenzgebieten sowie Roma.

Die Albaner gliedern sich in die zwei großen Gruppen Gegen und Tosken, die sich nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell unterscheiden. Während die Tosken in der Südhälfte des Landes viel stärker von der orientalisch-städtischen Kultur des Osmanischen Reiches beeinflusst wurden, dominierte im gegischen Norden bis ins 20. Jahrhundert hinein eine archaische Stammeskultur das Leben der Menschen. (Eine Ausnahme bildet die wichtige nordalbanische Stadt Shkodra, die bis ins 15. Jahrhundert hinein längere Zeit venezianisch beherrscht war; hier prägten der Katholizismus und die Verbindungen nach Italien auch später noch die Mentalität der Bewohner.) Wenn auch in kommunistischer Zeit ein Urbanisierungs- und Industrialisierungsprozess einsetzte, so wohnte doch die große Mehrheit der Albaner vor 1990 noch auf dem Land. Das prägt die Mentalität vieler Menschen bis heute auch in den Städten, denn wenn sie nicht erst selbst in die Stadt gezogen sind, so waren es ihre Eltern und in jedem Fall haben sie nahe Verwandte, die noch immer von der Kleinlandwirtschaft leben. Ein traditionelles Bürgertum ist in Albanien immer sehr rar gewesen. Moderne bürgerliche Kultur gab es Anfang des 20. Jahrhunderts nur in Shkodra , Korça und Gjirokastra. (In den zwanziger Jahren kam Tirana wegen seiner Hauptstadtfunktion dazu). Die Kommunisten lehnten das bürgerliche Selbstbewusstsein dieser Städte naturgemäß ab und zerstörten die bürgerlichen Kulturleistungen nach 1945 weitgehend.

Die Zeit nach der Wende von 1990 brachte große demographische Verschiebungen. Zum einen emigrierten Hunderttausende Albaner legal oder illegal nach Italien, Griechenland, in andere Staaten der EU und nach Nordamerika, zum anderen verzeichneten die Hauptstadt Tirana und die Hafenstadt Durrës einen enormen Zuwachs aus der Binnenwanderung. (Tirana von 250.000 Einwohnern im Jahr 1990 auf heute weit über 600.000 Einwohner). Das Land und auch nicht wenige Kleinstädte veröden dagegen regelrecht. In den nächsten Jahren werden hunderte Dörfer wüst werden. Hatten die Albaner vor 1990 die höchste Geburtenrate Europas (Verhütungsmittel waren verboten), so ist diese jetzt auf den europäischen Durchschnitt von etwas weniger als zwei Kindern pro Frau gesunken. Dieser Umstand und die anhaltende Abwanderung bewirken eine rapide Alterung der albanischen Bevölkerung, was aber angesichts der stark vertretenen Generation der 15- bis 30-Jährigen noch nicht allzu stark zu spüren ist.

Religion

Die neue Moschee von Shkodra
Albanisch-Orthodoxe Kathedrale Ringjallja in Tirana
Datei:ALB 20070713 img 1247.jpg
Katholische Kathedrale Shën Pali in Tirana

Die Kommunisten hatten von 1968 bis 1990 Albanien zum atheistischen Staat erklärt. Jegliche Religionsausübung war in dieser Zeit verboten. Nach wie vor hat die Mehrheit der Albaner kein offizielles Bekenntnis abgelegt. Sie erinnern sich aber, ob die eigene Familie der muslimischen, der orthodoxen oder katholischen Tradition entstammt. So zählen sich ungefähr 40 % der Albaner zu den Sunniten, 20 % zu den Bektaschi, weitere 20 % zu den orthodoxen Christen und etwa 10 % zu den Katholiken. Die restlichen 10 % bezeichnen sich als Atheisten oder gehören anderen Religionen - insbesondere christlichen Freikirchen - an [6].

Vor dem Zweiten Weltkrieg bekannten sich etwa 70 % der Bevölkerung zum sunnitischen Islam. 20 % waren orthodoxe Christen, darunter praktisch alle Angehörigen der ethnischen Minderheiten. Etwa 10 % gehörten der römisch-katholischen Kirche an. Orthodoxe Albaner lebten vor allem im Süden, Katholiken im Nordwesten, Muslime waren, abgesehen von einigen Bergregionen, überall vertreten.

Lässt man die Bekenntnislosen außer Acht, haben sich die Verhältnisse zu Gunsten der Christen und besonders der westlichen Kirchen verschoben. Einerseits haben gerade unter den Katholiken relativ viele auch in der Zeit der kommunistischen Verfolgung an ihrem Glauben festgehalten, so dass es der katholischen Kirche nach 1990 mit italienischer Hilfe leichter fiel, sich zu reorganisieren. Andererseits wählten viele bewusst oder unbewusst das Christentum, weil es kulturell mit dem Westen verbunden ist. So hat nicht nur die katholische Kirche Zuwachs, sondern auch die im Land aktiven protestantischen Kirchen und Glaubensgemeinschaften verzeichnen zahlreiche Eintritte. Andererseits hat auch die albanisch-orthodoxe Kirche seit 1991 besonders durch die Arbeit von Erzbischof Anastasios Yannoulatos einen ungeahnten Zulauf. Weniger dynamisch war die Entwicklung des Islam. Zwar kam viel Unterstützung aus Arabien, und es wurden zahllose Moscheen errichtet, die strenge wahabitische Ausrichtung der arabischen Helfer stieß bei den Albanern aber auf wenig Resonanz, gleiches gilt für die Missionsversuche schiitischer Mullahs aus dem Iran.

Wie schon in den Zeiten vor dem Religionsverbot ist die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz unter den Anhängern der alteingesessenen Religionen sehr hoch. Zum Teil werden religiöse Feste gemeinsam gefeiert und auch religiöse Stätten anderer Gemeinschaften aufgesucht. Selbst Ehen zwischen Christen und Muslimen sind seit dem Kommunismus für beide Seiten kein Problem und in Albanien an der Tagesordnung.

Zur Religion in Albanien siehe auch:

Die ethnischen Minderheiten und ihre Siedlungsgebiete

Roma

Ofizielle Angaben über die Zahl der Roma sind nicht vorhanden, doch Schätzungen zufolge leben in Albanien bis zu 120.000 Mitglieder [7] (fast 4%) die zahlenmäßig größte Minderheit Albaniens. Sie leben im ganzen Land verstreut. Die Mehrheit dieser Volksgruppe lebt in Armut, obwohl sich die mittel- und südosteuropäischen Staaten verpflichtet hatten, Bildung, Beschäftigung, Gesundheit und Wohnsituation der Roma zu verbessern[8].

Griechen

Die Griechen sind trotz einer großen Emigrationsbewegung nach Griechenland immernoch mit 105.000 Mitgliedern [9] (3,2%) die zahlenmäßig zweitgrößte Minderheit Albaniens. Griechen leben in den südalbanischen Distrikten Saranda, Delvina, Gjirokastra und Vlora. Die Griechen waren schon zu kommunistischen Zeiten als ethnische Gruppe offiziell anerkannt und haben im heutigen Albanien keinerlei direkte Nachteile zu erleiden. Sie haben eigene Schulen (soweit genügend Schüler vorhanden sind für griechischsprachige Klassen), an der Universität von Gjirokastra werden Unterrichtsgänge auf Griechisch angeboten, es gibt griechische Radio-Sendungen und auch mit den Lokalbehörden kann Griechisch kommuniziert werden. Daraus folgt, dass ihre Abwanderung häufig vor allem durch die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse motiviert ist. Seit den 1990er Jahren ist zu beobachten, dass sich immer mehr Menschen im Süden Albaniens als Griechen bekennen und sogar ihren muslimischen Namen gegen einen christlichen tauschen. Das hat damit zu tun, dass ethnische Griechen bedeutend leichter ein Einreisevisum für das EU-Nachbarland bekommen.

Serben, Montenegriner und Goranen

Kleinere Gruppen Serben bzw. Montenegriner leben in der Region nördlich von Shkodra. Die genaue Zahl ist unbekannt. Sie war aber schon in der Zwischenkriegszeit durch Assimilation auf wenige Tausend zurückgegangen. Gleichwohl gab es bis Mitte der 30er Jahre noch ein halbes Dutzend kirchlicher Grundschulen, die in serbischer Sprache lehrten. Die albanische Regierung hat die kleine slawischen Minderheiten Jahrzehnte lang nicht anerkannt und nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Assimilierung fort. Erst 2004 hat die Regierung Albaniens die Existenz montenegrinischer bzw. serbischer Minderheiten offiziell anerkannt.[10][11]

Slawische Mazedonier

Laut der Volkszählung 1989 gab es 4697 Slawische Mazedonier in Albanien.[12] Sie siedeln mehrheitlich in der Gemeinde Liqenas am Prespasee, der teilweise auch zu Mazedonien und Griechenland gehört. Die etwas über 4.000 Einwohner der Gemeinde sind fast alle Slawen. Sie haben eigene Schulen; so besteht unter anderem im Hauptort der Gemeinde das einzige mazedonischsprachige Gymnasium Albaniens. Kleinere slawische Gruppen gibt es in der Umgebung von Korça, bei Pogradec, in der mittelalbanischen Stadt Elbasan, in Tirana sowie in einigen Dörfern zwischen Peshkopia und Maqellara nahe dem Dreiländereck mit Kosovo und Mazedonien. Insgesamt wird die Zahl der Mazedonier heute in Albanien 20.000 nicht überschreiten.[13][14]

Aromunen

Die Aromunen (meistens "Walachen" genannt) leben in kleineren Gruppen über ganz Südalbanien verstreut. Ortschaften mit einer bedeutenden aromunischen Bevölkerung sind vor allem Korça, wo sie eine eigene große orthodoxe Kirche haben, und das nahe gelegene Voskopoja, bis ins 18. Jahrhundert das Zentrum aller Aromunen und zweitgrößte Stadt der Balkanhalbinsel nach Konstantinopel. Ein Teil von ihnen lebt auch in Tirana und Elbasan. Über ihre Gesamtzahl liegen keine sicheren Angaben vor; sie schwankt zwischen 10.000 und 100.000.[13][15]

Die zehn größten Städte

Siehe auch: Liste der Städte in Albanien

Die Einwohnerzahlen der folgenden Städte beziehen sich nur auf die Gemeinde. Die Zahlen stammen von der Volkszählung 2001.

Tirana
  1. Tirana 343.078
  2. Durrës 99.546
  3. Elbasan 87.797
  4. Shkodra 83.598
  5. Vlora 77.691
  6. Fier 56.297
  7. Korça 55.130
  8. Kamza 44.553
  9. Berat 44.191
  10. Lushnja 37.872

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Albaniens

Kurzüberblick der Geschichte

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Antike illyrische Stadt Butrint
Nationalheld Gjergj Kastrioti - Skanderbeg
Bunker aus kommunistischer Zeit

Erste Spuren von menschlicher Besiedlung auf dem Staatsgebiet des heutigen Albaniens weisen auf die Zeit vor 100.000 Jahren. Etwa um 1000 v. Chr. besiedelten die Illyrer den Westbalkan. Es konnten einige Reiche von einzelnen Stämmen gegründet werden, wie das Reich der Labeaten von den 380er Jahre v. Chr. bis zum Jahr 168 v. Chr. konnte diese Monarchie bestehen. Residenzstadt war Skodra (Shkodra) und Rhizon (Risan). Nach den Illyrischen Kriegen kam der westliche Balkan Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. unter römischen Einfluss und die Romanisierung der Illyrer begann. Mit der Teilung des Römischen Reichs 395 kam das heutige Albanien unter byzantinische Herrschaft. Im Jahr 591 drangen die Slawen vom Norden her in das Gebiet ein, es folgten Plünderungen auf dem ganzen Balkan. Zwischen 880 und 1018 waren Mittel- und Südalbanien Teil des Bulgarischen Reiches. Im Jahr 1081 fielen die Normannen in das unter byzantinischer Herrschaft stehende Albanien ein.

Nach dem Zerfall des Byzantinischen Reiches infolge des Vierten Kreuzzugs (1204) wechselte die Herrschaft über die Gebiete des heutigen Albanien in schneller Folge. Neben fremden Mächten (Neapel, Serbien, Venedig) konnten auch einheimische Adelige eigene Fürstentümer begründen. Das Fürstentum des Karl Thopias in Mittelalbanien bestand von 1359 bis 1388. Ungefähr zur selben Zeit, von 1360 bis 1421 regierten die Ballsha mit ihrem Fürstentum in Nordalbanien und Montenegro.

1443-1468 führte der Fürst von Kruja, Skanderbeg, erfolgreich den Abwehrkampf gegen die Türken. Nach seinem Tod unterlagen die Albaner und ihre Verbündeten aber und vom Ende des 15. Jahrhunderts an war das ganze Land für mehr als vier Jahrhunderte Teil des Osmanischen Reiches. Im Laufe der Zeit traten die meisten Albaner zum Islam über.

1912, nach dem Ersten Balkankrieg wurde Albanien in den heutigen Grenzen unabhängig.

Der Deutsche Wilhelm zu Wied war 1914 für sechs Monate Fürst von Albanien, er konnte seinen Einfluss aber kaum über Durrës hinaus ausdehnen. Griechen riefen im Süden den Staat Nordepirus aus. Im Ersten Weltkrieg verlor Albanien seine Unabhängigkeit. Bis 1919 war Albanien von den kriegführenden Mächten besetzt.

Albanien versank von 1919 bis 1924 in Nachkriegswirren mit sich schnell ablösenden Regierungen. 1920 konnte der Kongress von Lushnja erste Ansätze einer neuen Staatsorganisation schaffen. Unter Fan Noli scheiterte der Versuch, eine demokratische Republik zu errichten. 1925–1939 folgte eine Phase der autoritären Herrschaft des Ahmet Zogu, der sich 1928 zum König proklamierte. Albanien wurde zunehmend abhängig vom faschistischen Italien. 1939 erfolgte die italienische Annexion.

Während des Zweiten Weltkriegs von 1939 bis 1944 fand ein Partisanenkrieg gegen die italienischen und später deutschen Besatzer statt. Diese hatten dem albanischen Marionettenstaat auch Teile Kosovos, Mazedoniens und des griechischen Epirus angeschlossen. 1944 wurde Albanien von der faschistischen Fremdherrschaft befreit und eine kommunistische Diktatur unter Enver Hoxha errichtet. Die Vorkriegsgrenzen wurden wiederhergestellt. In den folgenden vier Jahren ging Albanien ein Bündnis mit dem Jugoslawien Titos ein. 1948 folgte der Bruch mit Jugoslawien und eine Phase der Anlehnung an die Sowjetunion begann.

Im Jahr 1949 trat Albanien dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe bei. 1955 wurde das Land Mitglied im Warschauer Pakt, im gleichen Jahr auch Mitglied der UNO. 1961 kam es zum Bruch mit der Sowjetunion und einer darauf folgenden Anlehnung an die Volksrepublik China.

1967 wurde ein totales Religionsverbot erlassen. Albanien wurde der erste atheistische Staat. Ein Jahr später trat Albanien aus dem RGW und dem Warschauer Pakt aus, blieb aber auf stalinistischem Kurs. Einige Jahre bestand ein Bündnis mit der Volksrepublik China, allerdings erfolgte eine zunehmende Selbstisolation des Landes. 1985 starb Enver Hoxha, zum Nachfolger wurde Ramiz Alia ernannt. 1990 wurde das kommunistische Regime gestürzt und eine Massenauswanderung der Albaner begann.

Der anschließende Transformationsprozess verlief zunächst nur schleppend und ohne große Erfolge. 1991 wurden die ersten freien Wahlen abgehalten, Sieger waren die Kommunisten. Das Land wurde in die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aufgenommen. Die Demokraten unter Sali Berisha übernahmen die Regierung 1992 und leiteten Reformen ein. 1995 wurde Albanien in den Europarat aufgenommen.

Mit dem so genannten Lotterieaufstand 1997 ging der Zusammenbruch der staatlichen Strukturen einher. Es schloss sich eine Friedens- und Aufbaumission der OSZE an. 1998 wurde eine neue Verfassung durch Volksabstimmung angenommen. 1999 nahm das Land zehntausende Flüchtlinge aus dem Kosovo auf. Albanien unterzeichnete 2006 das Stabilisierungs- und Assoziationsabkommen mit der Europäischen Union. Im April 2008 erhielt das Land die Einladung, der NATO beizutreten.

Politik

Die wichtigsten Staatsämter
Liste der Staatspräsidenten
seit dem Sturz des Kommunismus
Liste der Premierminister
seit dem Sturz des Kommunismus

Verfassung

Der albanische Staat ist eine parlamentarische Republik. Gesetzgeber ist das Albanische Parlament (Kuvendi i Shqipërisë), dessen Abgeordnete alle vier Jahre gewählt werden. Staatsoberhaupt Albaniens ist der vom Parlament auf fünf Jahre gewählte Präsident. Die dem Parlament verantwortliche Regierung wird vom Ministerpräsidenten geführt. Albanien hat vor einigen Jahren ein Verfassungsgericht nach deutschem Muster eingerichtet, das sich in den politischen Krisen der jüngsten Zeit als stabilisierender Faktor erwiesen hat. Die derzeit gültige Verfassung wurde am 28. November 1998 durch eine Volksabstimmung angenommen.

Internationale Abkommen

Im Februar 2006 ist mit der Europäischen Union ein Stabilisierungs- und Assoziationsabkommen abgeschlossen worden. Es muss noch von den EU-Staaten und von Albanien selbst ratifiziert werden. Am 3. April 2008 erlangte Albanien die lange angestrebte Einladung, der NATO beizutreten.

Wahlen

Sämtliche demokratischen Urnengänge waren von Irregularitäten geprägt. Während inzwischen davon ausgegangen wird, dass die Stimmenzählung korrekt verläuft, rügen internationale Beobachter nach wie vor die Organisation der Wahlen: Die ablaufenden Prozesse sind nur unzulänglich bekannt und über die Wählerlisten wird noch immer vor jeder Wahl gestritten. Bei den Lokalwahlen vom Februar 2007 kam es noch innerhalb der Monatsfrist vor dem Urnengang zu Gesetzesänderung im Wahlrecht. Der Wahltermin wurde erst nach langem Streit festgelegt.

Bei den Parlamentswahlen am 3. Juli 2005 gewann die bis dahin oppositionelle Demokratische Partei von Ex-Präsident Sali Berisha, ohne eine absolute Mehrheit im Parlament zu erreichen. Aufgrund zahlreicher Einsprachen und notwendiger Wiederholung des Urnengangs in drei Wahlkreisen konnte das offizielle Resultat erst Anfang September publiziert werden. Berisha wurde in der Folge neuer Premierminister. Bei den Lokalwahlen vom 18. Februar 2007 musste die Demokratische Partei eine Niederlage hinnehmen.

Parteien

Die Politik wird von den beiden großen Parteien Demokratische Partei und Sozialistische Partei beherrscht. Inhaltlich unterscheiden sie sich nicht wesentlich. Zur Erlangung der absoluten Mehrheit im Parlament sind sie in der Regel auf Koalitionspartner angewiesen, wobei einzelne Parteien des mittleren Spektrums schon in demokratischen und sozialistischen Regierungen beteiligt waren.

Die wichtigen Parteien vertreten keine Religionen. Die Demokraten haben im gegischen Nordalbanien eine Vorherrschaft, während die Sozialisten ihre Anhänger vor allem im toskischen Süden haben. Parteien, die Minderheiten vertreten, sind verboten. Die griechische und die mazedonische Minderheit haben sich deshalb in der Union für Menschenrechte formiert. Viele andere kleine Parteien sind als Abspaltungen der großen beiden Parteien entstanden.

Die wichtigsten Parteien (geordnet nach Anzahl ihrer Abgeordneten):

Verwaltungsgliederung

Kreise Albaniens

Hauptartikel:Verwaltungsgliederung Albaniens

Die neue Verfassung aus dem Jahr 1998 sieht drei Ebenen der lokalen Verwaltung vor: Die untere Stufe der Verwaltungseinheiten bilden die 374 (Stand im Jahr 2004) Gemeinden und Städte. Albanien ist dann weiter in 36 Kreise (rrethe) gegliedert, die heute nur wenige Verwaltungsaufgaben haben. Zwei bis vier Kreise bilden jeweils einen Qark, die obere Stufe der Lokalverwaltung. Insgesamt gibt es zwölf Qarke.

Die Qark-Räte setzen sich aus den Bürgermeistern sämtlicher Gemeinden (komuna) und Städte (bashkia) in diesem Gebiet zusammen. Ihnen obliegen gewisse Aufgaben der lokalen Verwaltung, die im Gesetz über die Organisation und Funktion der Lokalverwaltung aus dem Jahr 2000 umschrieben sind. Die lokalen Verwaltungen sind aber finanziell stark von der Zentralregierung abhängig. Diese ernennt zudem die Präfekten, die in jedem Qark als Aufsichtsorgan der Regierung amtieren und die nicht-delegierten Aufgaben lokaler Geschäfte besorgen.

Polizei und Militär

Die Staatliche Polizei (Policia e Shtetit) mit ca. 12.000 Mitarbeitern untersteht dem Minister für öffentliche Sicherheit. Daneben existiert die "Republikanische Garde" für Ordnungsdienst- und Objektschutz-Aufgaben.

Bei der Staatlichen Polizei existieren unter anderem die Abteilungen Schutzpolizei (Policia e Rendit) und Grenzpolizei (Policia Kufitare). Die Anti-Terror-Gruppe RENEA in Tirana untersteht direkt dem Generaldirektor. Albanien teilt sich territorial in zwölf örtliche Polizeidirektionen in den Präfekturen.

Die Albanischen Streitkräfte zeigten nach dem Lotterieaufstand im Jahre 1997 Auflösungserscheinungen und befinden sich gerade in einer Umstrukturierungsphase. Sie werden an deren Ende 16.500 Mann unter Waffen haben. Die Streitkräfte teilen sich dabei in die drei klassischen Sektoren:

  • Heer 8.300 (20.000 Reserve)
  • Luftwaffe 1.400
  • Marine 1.600

Verkehr

Straße

Zukünftiges Autobahnnetz Albaniens

Die Verkehrsgeographie Albaniens ist vor allem durch das Relief des Landes bestimmt. Die Straßen folgen im Wesentlichen den Flusstälern, haben aber an verschiedenen Stellen auch hohe Pässe zu überwinden. Die überragende Bedeutung der Hauptstadt spiegelt sich auch im Straßennetz wider. Fast alle Fernstraßen führen nach Tirana.

Die ersten modernen Straßen wurden von 1939 bis 1942 von den italienischen Besatzern gebaut. Dazu gehört zum Beispiel die Strecke Tirana–Elbasan. Unter der kommunistischen Herrschaft ist das Verkehrsnetz kaum entwickelt worden. Allerdings wurde auch der Bedarf künstlich niedrig gehalten, denn Kraftfahrzeuge in Privatbesitz waren bis 1990 nicht gestattet und die schwache Ökonomie des Landes benötigte ebenfalls nur relativ geringe Transportkapazitäten. Die Straßenverhältnisse sind im Allgemeinen noch schlecht, aber mit Mitteln des Balkan-Stabilitätspakts konnten einige wichtige Fernstraßen saniert werden. Dazu gehört die wichtige mittelalbanische Route durch das Shkumbintal, die Elbasan mit Pogradec, Korça und Mazedonien verbindet. Auch die Strecke von Qafë e Thanës (Grenze zu Mazedonien) über Pogradec nach Korça und bis zur griechischen Grenze wurde ausgebaut und erneuert.

Die erste Autobahn Albaniens, die SH 2 (TiranaDurrës), wurde erst im Jahr 2000 fertiggestellt und wurde bereits kurz vor Tirana auf vier Spuren pro Fahrtrichtung ausgebaut. Dabei kostete der Bau eines Autobahnkilometers mehr als einer in Deutschland. Die gesetzlich vorgegebene Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen liegt bei 120 km/h. Kürzlich existiert an der Autobahn auch eine Parallelstrasse, welche die Überlastung der Autobahn einnimmt. Seit dem Herbst 2007 existiert eine weitere Autobahnverbindung als Teil der SH 4 von Rrogozhina bis nach Fier.

Nachdem die West-Ost-Verbindung von Durrës, dem größten Hafen des Landes, zur mazedonischen Grenze sowie weite Strecken der Nord-Süd-Verbindung von Montenegro nach Griechenland gut ausgebaut wurden, legt die Regierung jetzt die Priorität auf die bisher für Albanien teuerste Autobahn zwischen Durrës und Prishtina (Grenzübergang Morina). Seit dem Herbst 2006 wird am Verbindungskorridor in den Kosovo gebaut. Ein Bauende wird für den Juni 2009 prognostiziert. Diese Autobahn verläuft durch das teilweise alpine Nordalbanien. Aufgrund dieser Topographie weist sie eine große Zahl von Kunstbauten auf. Der längste Tunnel auf dieser Strecke wird eine Länge von 5,65 km haben.

Im Bau befindet sich weiterhin die neue Bundesstraße Tiranë-Dibër, auch Rruga e Arbërit genannt. Von Tepelena nach Gjirokastra wird auch eine Autobahn gebaut, die im Sommer 2008 eröffnet wird, somit wird Albanien dann insgesamt 150,6 Kilometer Autobahnen besitzen.

Eisenbahn

Typische Komposition mit T 669 zwischen Tirana und Durrës

Alle albanischen Eisenbahnlinien wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, oft in „Freiwilligen-Einsätzen“ der Bevölkerung und Studenten. Die Bahngesellschaft Hekurudha Shqiptarë betreibt heute die Linien Durrës–Tirana, Durrës–Elbasan–Pogradec, Durrës–Shkodra und Durrës–Vlora. Nur für den Güterverkehr wiedereröffnet ist die Strecke von Shkodra in das benachbarte Montenegro. Man beabsichtigt - sobald die Finanzierung geregelt ist - den Kauf moderner Dieseltriebzüge. Das Schienennetz beträgt 447km. Ende 2003 wurde ein Projekt mit dem US-Konzern General Electric unter anderem zu einer Flughafenanbindung und zur Modernisierung und Ertüchtigung der Strecke Tirana-Durrës für Geschwindigkeiten zu bis zu 90 km/h vereinbart. Dafür sollten unter anderem gesicherte Bahnübergänge und eine elektronische Streckenüberwachung installiert werden. Vor den Wahlen 2005 wurde dieses Vorhaben vom Parlament bewilligt. Nach anfänglicher Zustimmung hat aber die neue Regierung dieses Projekt inzwischen auf Eis gelegt, nicht zuletzt auch auf Grund der Bedenken der Weltbank hinsichtlich der Finanzierung.

Seefahrt

Hafen von Vlora

Der wichtigste albanische Hafen befindet sich an der Adria in Durrës. Weitere kleinere Häfen gibt es in Shëngjin, Vlora und Saranda. Von Durrës oder Vlora bestehen regelmäßige Fährverbindungen nach Brindisi, Bari, Ancona und Triest in Italien sowie nach Igoumenitsa und Patras in Griechenland. Das südalbanische Saranda ist von Korfu mit der Fähre zu erreichen. Auch die Albanischen Häfen befinden sich in einer Umstrukturierungs-und Renovationsphase. Der Hafen in Shëngjin wurde tiefergelegt, damit größere Schiffe ankern können. Der Hafen in Durrës und Vlora wird zur Zeit total saniert und neue Verbindungsstrassen zu den Hafen werden ausgebaut. Auch in Saranda befindet sich der Hafen vor der Renovation. Die Häfen in Durrës, Shëngjin, Saranda und Vlora (Sazan) werden auch militärisch genutzt.

Flugverkehr

Neues Terminalgebäude des Flughafen Tirana

Tiranas Flughafen ist der einzige zivil genutzte Flughafen Albaniens, benannt nach Mutter Teresa. Er liegt 17 km nordwestlich der Hauptstadt. Der Flughafen verzeichnete 1.107.325 Passagiere, 3.483t Luftfracht und 18.227 Flugbewegungen(2007). Er bietet auch rund 560 Beschäftigte und 203 Betreiber Arbeit. 2007 konnte der Betreiber, ein deutsch-amerikanisches Konsortium, neue Terminals für Passagiere und Fracht in Betrieb nehmen. Wegen der immer noch zu hohen Überlastung des Flughafens ist wieder ein neues Terminalgebäude geplant. Die nationale Fluggesellschaft Albanian Airlines fliegt in die Nachbarländer und nach Deutschland. Die albanischen Billigflug- und Chartergesellschaften Ada Air und Belle Air fliegen Städte in Italien und Südosteuropa an. Fluggesellschaften aus Südosteuropa und einigen wenigen westeuropäischen Ländern haben Tirana als Ziel. Geplant ist auch ein Flughafen in Kukës, der genau wie der Flughafen Tirana europäischen Standards entsprechen soll. Die Baukosten belaufen sich auf 20 Mio. US-Dollar[16]. Außerdem gibt es noch Militärflughäfen in Shkodra und Berat.

Wirtschaft

Bergwerk im Osten (Bulqiza)
Albanische Kursmünzen
Datei:Albán ipari épület.jpg
Verlassenes Fabrikgebäude, wie sie in allen Teilen des Landes anzutreffen sind

Strukturelle Probleme

Zwar machen die Privatisierung und der Ausbau des rechtlichen Rahmens weitere Fortschritte, gleichwohl bestehen gravierende strukturelle Probleme weiter: Das Wirtschaftswachstum beruht zum großen Teil auf Überweisungen der internationalen Geber und der im Ausland lebenden Albaner sowie auf Bautätigkeit zwecks Geldwäsche aus illegalen Einkommen. Noch immer sind rund ein Drittel der Bevölkerung in der Landwirtschaft, die rund ein Viertel zum Bruttoinlandprodukt beiträgt, tätig und leben von Subsistenzwirtschaft. Auch ist der Tourismus bisher kaum entwickelt. Fast die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag auskommen und gilt deshalb gemäß Weltbank als arm.

Eines der größten Probleme des Landes ist die schwache Infrastruktur. Transportwege sind meist schlecht, die Wasserversorgung ist meist auf wenige Stunden pro Tag beschränkt, und Stromausfälle gehören insbesondere in den Wintermonaten zum Alltag. Diese Umstände halten nicht nur ausländische Investoren ab, sondern machen es auch inländischen Unternehmen unmöglich, produktiv und kostengünstig tätig zu sein. Die Abschaltung des bulgarischen Kernkraftwerks Kosloduj Ende Dezember 2006 verschärfte die Lage stark: Albanien, das selber Strom fast nur aus Wasserkraft erzeugt, war wie viele Nachbarländer auf Importe aus Bulgarien angewiesen.

Allgemeines und Kenndaten

Inflationsrate (Stand: 2007)[17]
Jahr Rate
2006 2.5%
2005 2.0%
2004 2.2%
2003 3.3%
2002 1.7%
2001 3.5%
2000 4.2%
1999 -1.0%
1998 8.7%

Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2006 9,1 Mrd. USD zu laufenden Preisen. Das entspricht einem Wachstum von 5 %(real) im Jahre 2006 (nach 5,5 % im Jahre 2005). Das Wirtschaftswachstum gründet sich auf eine anhaltende Aktivität der Bauindustrie, darüber hinaus auch von Kleingewerbe und Dienstleistungen. Landwirtschaft sowie Industrie und Bergbau kamen, bedingt durch die gravierende Energiekrise, die Produktionsausfälle zur Folge hatte, etwas langsamer voran. Die Landwirtschaft hat mit 20,7 % nach wie vor einen bedeutenden Anteil am Bruttoinlandsprodukt; den Löwenanteil hält der Dienstleistungssektor mit 46,4 % gefolgt von der Bauwirtschaft mit 14,3%. In der Industrie wurden 9,7 % erwirtschaftet, im Transportsektor 8,9 %. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts betrug 2002 4,7 %, im Jahr 2003 6,0 %.

2006 betrug die Arbeitslosigkeit 13,8 %[18], im Jahr 2007 hielt sie sich auf 13,8 %[19]. Überdies geben die offiziellen Zahlen nicht annähernd den hohen Grad der Unterbeschäftigung auf dem albanischen Arbeitsmarkt wieder. So gelten zum Beispiel die Angehörigen von Kleinbauernfamilien nicht als arbeitslos, auch wenn ein halbes Dutzend erwachsene Familienangehörige zusammen kaum zwei bis drei Hektar Land bebauen.

Die Staatsbank Bank von Albanien wurde 1863 gegründet, und wurde 1992 privatisiert. Die Bank bemüht sich den Kurs mit den US-Dollar, dem Euro, dem Pfund und dem Schweizer Franken stabil zu halten oder sogar zu senken. Auch die Lebensmittelpreise, welche in den letzten Monate gestiegen sind, sind wichtige Aspekte der Institution.

Datei:Flagship Center Durrësi.jpg
Neues Einkaufszentrum in Durrës

Der Tourismus konnte sich trotz des politischen Willens nicht als starker Wirtschaftsfaktor etablieren und hatte 2004 Einnahmen von 735 Millionen Dollar[20]. Eine der bedeutendsten Wirtschaftszweige insbesondere in Zentren wie Tirana, Durrës, Vlora, Korça und Saranda ist das Baugewerbe. Aus Mangel an Alternativen werden Gelder, die oft aus illegalen Aktivitäten stammen dürften, insbesondere in Immobilien angelegt. Ein anderer wichtiger Wirtschaftszweig könnten die kürzlich entdeckten Rohöl- und Gasvorkommen sein, die dem Land weitere Türen öffnen. Man schätzt ein Gasvorkommen von 3,014 Mia. m³ und ein Ölvorkommen von 2,987 Mia. Barrel. Daraus könnte sich in Zukunft die Unterbeschäftigung und die Wirtschaft Albaniens grundlegend verändern.

Energieträger (2005)[21]
Träger Verbrauch Erzeugung Import Export
Erdöl (Barrel/Tag) geschätzt 29.000 7.006 21.600 1.240 (2004)
Erdgas (Millionen m³/Jahr) geschätzt 28.77 28.77 0 0
Strom (Millionen kwh/Jahr) 3.323 5.385 371 300
Stromerzeugung nach Energieträgern (2005)
  • Wasserkraft: 97.1%
  • fossile Brennstoffe: 2.9%

Handel

Albanische Exporte im Jahre 2006

Wichtigster Außenhandelspartner sowohl bei Importen, als auch bei Exporten sind – in dieser Reihenfolge – Italien, Griechenland und Deutschland. In der Statistik folgen vor allem weitere Balkanländer. Daneben folgt eine kleinere Zahl Exporte nach Schweden, Frankreich, in die Türkei (Istanbul), nach Japan und in die Vereinigten Staaten. Exportiert werden verarbeitete Nahrungsmittel, Chrom, Textilien, Rohöl, Asphalt und Baumwolle. Importiert werden Nahrungsmittel, Maschinen, Chemikalien, Textilien und andere Verbrauchsgüter.

Landwirtschaft

Als traditionelles Agrarland ist die Landwirtschaft einer der wichtigsten Sektoren Albaniens. Rund ein Viertel der Gesamtfläche – 7.000 km² – sind landwirtschaftlich nutzbar. Das Klima ist grundsätzlich für alle Arten von Landwirtschaft und Viehzucht geeignet, die Qualität der Böden variiert stark nach Region und Lage.

Mit 22 % tragen landwirtschaftliche Aktivitäten wesentlich zum BIP bei. 2004 waren fast 60 % der berufstätigen Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Allerdings betreibt der Großteil nur Subsistenzlandwirtschaft. Die Produktivität in der Landwirtschaft ist nach wie vor gering. Hauptprobleme sind der Mangel an Kapital für Investitionen in Maschinen und Anlagen sowie in die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit, unzureichende Bewässerungssysteme, veraltete Produktionsmethoden (Know-how) und der fehlende Zugang zu Märkten. Die starke Zerstückelung der Anbauflächen und die psychologische Belastung des Genossenschaftswesens stellen weitere strukturelle Probleme dar, die die Entwicklung der albanischen Landwirtschaft noch auf längere Zeit hinaus hemmen werden.

Die Einführung von Qualitätsstandards, die Verbesserung der Ausbildung, Produktdiversifizierung und die Erschließung neuer Distributionswege könnten kurz- und mittelfristig Qualität und Quantität der landwirtschaftlichen Produktion verbessern und zur Deckung des nationalen Bedarfs an Grundnahrungsmittel (Obst, Gemüse, Milch, Getreide) sowie Halbfertig- und Fertigprodukten (Fleisch- und Milchprodukte, Fruchtkonservate, Gemüsekonzentrate, Honig, Kräuter und Heilpflanzen) beitragen bzw. das Handelsbilanzdefizit entlasten.

Tourismus

Stadt der Tausend Fenster, Berat

Hauptartikel:Tourismus in Albanien

Unberührte Natur und abwechslungsreiche Landschaften (Ökosystemvielfalt) charakterisieren große Teile Albaniens. Es beherbergt einzigartige Arten an Fauna und Flora, was Albanien bezogen auf seine Größe zu einem der artenreichsten Länder Europas macht. Mit seiner interessanten Kultur sowie dem mediterranen Klima besitzt Albanien weitere Voraussetzungen für die Entwicklung verschiedener Arten von Tourismus.

Die Zahl der Touristen stieg seit 2000 um 80 %. 2004 wurden bereits 588.000 Nächtigungen registriert. Rund drei Viertel der Touristen stammen aus dem Inland, Gäste aus dem Ausland kamen vorwiegend aus den Nachbarländern. Der Beitrag des Tourismussektors zum BIP betrug 2005 4,7 % und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3 % an. 11 % der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiteten 2005 im Tourismus, das sind rund 165.000 Personen. Die Einnahmen aus dem Tourismus stiegen von 2002 auf 2004 von 480 auf 740 Millionen USD. Ein Anstieg der Nächtigungszahlen sowie die Fortsetzung dieser Entwicklung werden auch für die Zukunft erwartet. Das World Travel & Tourism Council prognostiziert ein jährliches reales Wachstum des Tourismus von 5,4 % im Zeitraum von 2006 bis 2015. Tourismus ist ein wesentlicher Bestandteil der albanischen Regierungsstrategie zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Basis für die weitere Entwicklung des Sektors ist die 2004 von der albanischen Regierung verabschiedete nationale Tourismusentwicklungsstrategie inkl. Aktionsplan.

Während in der Vergangenheit vor allem in die Errichtung und den Ausbau von Unterkünften und in die Gastronomie investiert wurde – derzeit gibt es in Albanien ungefähr 200 Hotels mit einer Kapazität von knapp 9.000 Betten –, fehlt es insbesondere im Bereich Infrastruktur an wichtigen Investitionen. Um in Zukunft vermehrt zahlungskräftige Touristen aus dem Ausland anziehen zu können, sind vor allem verstärkte Investitionen in die kommunale Infrastruktur, das Verkehrsnetz und den Umweltschutz sowie Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung der Dienstleistungen sowie die Verbesserung der Ausbildung unabdingbar.[22]

Umweltverschmutzung

Nach einem Bericht des Guardian Weekly vom April 2004 ist Albanien das Land mit der höchsten Umweltverschmutzung in Europa. Es gibt eine starke Wasser-, Boden- und Luftverschmutzung durch die Altlasten der Industrie. Der Anstieg der Luftverschmutzung in den letzten Jahren hat seine Ursache jedoch im Zuwachs an Automobilen, die meist als Gebrauchtwagen aus dem Westen eingeführt werden. Hierbei werden wegen der schlechten Beschaffenheit des Straßenbelags oft alte, robuste Dieselfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz bevorzugt. Ferner tragen das überall übliche Verbrennen von Müll jeglicher Art, der Verkauf von in der EU nicht mehr zugelassenen Kraftstoffen sowie die rege Bautätigkeit mit der damit verbundenen Staubbelastung zur Luftverschmutzung bei.

Bis zum Jahre 2010 läuft eine Kampagne der albanischen Regierung mit dem Ziel, die Umweltverschmutzung so gut als möglich auf mitteleuropäisches Niveau zu bringen. Die größten Prioritäten genießen folgende Punkte:

  • Verminderung der Luftverschmutzung (insbesondere der Feinstaubbelastung)
  • Verbesserung der Wasserqualität
  • Schutz der heimischen Wälder und
  • Einführung eines Recyclingsystems

Staatsausgaben für Gesundheit, Bildung und Verteidigung

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

Bildung

Universität Tirana

Der Bildungsbereich hat unter der Transformation und deren Folgen schwer gelitten. Die 1990er-Jahre waren gekennzeichnet durch die landesweite Schließung vieler berufsbildender Schulen sowie die Reduktion der öffentlichen Aufwendungen von 3,7 % (bezogen auf das BIP) im Jahr 1995 auf 2,8 % im Jahr 2004. Damit liegt Albanien deutlich unter dem Schnitt anderer südosteuropäischer Staaten (über 4 %) bzw. der EU-Länder (ungefähr 4,9 %).

Zeigen Albaniens Anstrengungen zur Erreichung der auf dem Millennium-Gipfel beschlossenen Ziele in der Frage der Grundausbildung mittlerweile Früchte, sind die anhaltend niedrigen Einschreibungsraten auf Sekundärniveau und im Hochschulbereich Anlass zur Sorge. So beträgt zum Beispiel die Einschreibungsrate in Sekundarschulen in der Hauptstadt 70 %, in anderen Großstädten 60 %, aber in ländlichen Gebieten nur 25 %. Derzeit verbringen albanische Schüler im Durchschnitt 8,5 Jahre in der Schule, was, verglichen mit dem OECD-Durchschnitt von 14 Jahren, die groben strukturellen Probleme im Bildungswesen illustriert.

Eine der Hauptherausforderungen des albanischen Bildungssystems ist die schlechte Qualität des Bildungsangebots – Verbesserungen, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsmarktrelevanz, sind dringend erforderlich. Weitere Probleme sind eine allgemein niedrige Wertschätzung von Bildung in der Gesellschaft und der mangelhafte Zugang zu Bildungsinstitutionen. Von der kürzlich in Angriff genommenen Berufsbildungsreform und dem laufenden Dezentralisierungsprozess sind in den kommenden Jahren entscheidende Systemverbesserungen zu erwarten.

Kultur

Kulla in Theth in Nordalbanien, in der sich von der Blutrache bedrohte Männer einschlossen

Eine eigenständige albanische Kultur entstand im osmanischen Albanien erst mit der Rilindja-Bewegung im 19. Jahrhundert, als erstmals ein albanisches Nationalverständnis entstand. Bis dahin war der Einfluss durch die Kultur der herrschenden Osmanen, der Nachbarvölker und der verschiedenen Religionen maßgebend, aber nicht herrschend. Herausragendes Beispiel früher albanischer Kunst ist der im 16. Jahrhundert in Südalbanien tätige Ikonenmaler Onufri. Albanische Kultur reduzierte sich in den albanischen Gebieten, wo ein Großteil der Bevölkerung Analphabeten waren und es kaum größere Städte gab, auf die Volkskultur mit Folklore und mündlich überlieferten Epen, zu denen man auch die gewohnheitsrechtlichen Gesetzeswerke, die verschiedenen Kanun-Versionen, zählen kann.

Zu den Exponenten moderner Kunst zählen der Fotograf und Videokünstler Anri Sala und die Poetin Mimoza Ahmeti.

Architektur

Die Architektur in Albanien ist geprägt durch zahlreiche Plattenbauten aus der sozialistischen Zeit sowie durch Häuser im osmanischen Stil und (besonders auf dem Land) archaische Häuser. Eine ganz eigenen Weg hat die moderne Architektur eingeschlagenen: Nachdem der Künstler und Bürgermeister von Tirana Edi Rama begonnen hatte, triste Gebäude im Stadtzentrum farbig zu streichen, werden jetzt Häuser im ganzen Land farbenfroh bemalt. Insbesondere die Stadtbilder der größeren Orte werden durch viel Farbe und verspielte Architektur aufgelockert. In der Hauptstadt sind auch viele Gebäude und Hochhäuser geplant und auch in Bau, um sich einer europäischen Hauptstadt anzupassen.

Feiertage

Gesetzliche Feiertage mit festen Daten sind der Neujahrstag (1. Januar), der Tag der Arbeit (1. Mai), der Unabhängigkeitstag am 28. November, der Tag der Befreiung am 29. November und Weihnachten (25. Dezember).

Bewegliche, ebenfalls arbeitsfreie Feiertage sind Karfreitag und Ostermontag, das islamische Opferfest und der Tag des Fastenbrechens.

Begangen werden in Albanien auch der Internationale Frauentag am 8. März und der Tag der Seligsprechung von Mutter Theresa (19. Oktober), an dem schulfrei ist.

Film

Albanische Filmproduktion gibt es seit dem Jahr 1952, als mit russischen Regisseuren der erste Kinofilm gedreht wurde. Es handelt sich dabei um einen Film über den Nationalhelden Skenderbeg, sein Leben und dem Krieg gegen die Osmanen. Produziert wurden die Filme anfangs im Kinostudio Shqipëria e re (Neues Albanien) in Tirana. Dieses Studio produzierte bis zu 14 Filme pro Jahr. Weitere Filme wurden von weniger bekannten Studios produziert. Heute werden im Kinostudio Shqipëria e re keine Filme mehr gedreht[23]. Heute werden in Albanien Filme nur von einzelnen TV-Sendern und Schauspielern gedreht.

Küche

Hauptartikel:Albanische Küche

Die Albanische Küche ist mediterran geprägt. Albanische Spezialitäten sind Byrek, Bohnensuppe, Biftek, Tarator, Lokum, Kadaif, Sultjash und Baklava. Typische einheimische Getränke sind Bosa, Dhalla und Raki. Viele Spezialitäten sind auch in den Nachbarländern und der Türkei anzutreffen.

Medien

Albanien ist geprägt von einer vielfältigen Medienlandschaft. Es gibt zahlreiche Printmedien sowie neben dem staatlichen Radio Televizioni Shqiptar diverse private lokale und nationale elektronische Sender, wie ALSAT, Top Channel, TV-Klan und weitere. Wie die staatlichen Medien sind auch viele private Sender und Publikationen politisch nicht unabhängig. Die Reichweite der elektronischen Medien ist viel weiter als diejenige der meisten Zeitungen und Zeitschriften, von denen viele mit sehr kleinen Auflagezahlen und schwieriger Distribution zu kämpfen haben. Die meist gelesenen Zeitungen Albaniens sind Shqip und Shekulli. Seit 2004 sendet der Bezahlfernsehen-Konzern Digitalb viele albanische und internationale Kanäle durch den Satelliten Eutelsat, aber auch durch nationalen Funk, aus. Die Diaspora-Albaner können somit Kanäle in Ihrer Muttersprache empfangen.

Musik und Tanz

Albanien hat eine reiche musikalische Tradition und eine besondere Folklore. Das ist zu erwarten, denn der ganze Balkan ist bekannt für sein eindrucksvolles musikalisches Erbe. Die Interpretation der albanischen Folklore-Musik erfolgt von der Polyphonie-Musik mit der Querflöte oder der Polyphonie-Musik mit dem Dudelsack bis hin zu anderen Richtungen der Musik und den verschiedenen Instrumenten.

Nordalbanien und die Mirdita haben ganz eigene spezielle Typen von Instrumenten, wie die Lahuta (einsaitiges Instrument), die Çiftelia, der Sharki und den Trommeln (Tupani). Während im Süden die iso-polyphonen Gesänge der Tosken, welche im Jahre 2005 von der UNESCO ins Welterbe der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen und mit einem speziellen Schutz-Programm gefördert wurden[24], besonders populär sind. Das Land hat eine reiche Tradition an städtischer Musik aus Shkodra (jahre-Lieder), Elbasani, Korça (Serenaden-Lieder), Vlora, Përmeti, Leskovik, Delvina (Saze-Lieder) und Berati.

Hauptsächlich folkloristische Feste sind die National Folklore Festivals, welche im Stadtmuseum-Gjirokastra ausgetragen werden.

Albanien hat auch eine reiche Tradition an Tänzen mit abwechslungsreichen Kostümen und Choreographien. Es gibt epische und auch lyrische Tänze. Besonders bekannt für ihre Eleganz, Rhythmik und Drama sind die Tänze von Rugova, Tropoja, Devoll, Lunxhëria, der Paar-Tanz von Rrajca und der Labëria (Südalbanien)- und Çamen-Tanz von Osman Taga.[25]

Sport

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Trikolore der Albanischen Fussballnationalmannschaft

Trotz spärlichen internationalen Erfolgs der Albanischen Fußballnationalmannschaft sind die meisten Albaner große Fußball-Fans. Der aktuelle (2008) Trainer der Nationalmannschaft ist der Holländer Arie Haan. In der Superliga kämpfen zurzeit zwölf Mannschaften um den Meistertitel. Die bisher am meisten erzielten Gewinne erreichte der KS Dinamo Tirana. Weitere beliebte Sportarten sind Volleyball und Basketball. Es gibt auch eine nationale Reit-Champions-League, welche jährlich in Tirana ausgeführt wird. Albanien ist Mitglied in der UEFA, FIFA und bei den Olympischen Spielen.

Siehe auch

Portal: Albanien – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Albanien

Verweise

Quellen

  1. CIA World Factbook
  2. Instituti i Statistikes: Parashikimet për popullsinë e Shqipërisë 2001-2021. Tirana 2004
  3. Human Development Index (2005)
  4. Flora und Fauna in Englisch
  5. Instat: Shqipëria në Shifra, Tirana 2005
  6. Bevölkerungsgeographischer Atlas von Albanien
  7. http://www.greekhelsinki.gr/pdf/cedime-se-albania-roma.doc
  8. Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA): Roma Realities
  9. Autonome Region Trentino-Südtirol: Minderheiten in Albanien --> Griechen: 105.000 Menschen
  10. UNHCR zu Status von Minderheiten in Albanien
  11. Bericht der serbischen Regierung auf Serbisch
  12. Artan Hoxha and Alma Gurraj: Local Self-Government and Decentralization: Case of Albania. History, Reforms and Challenges, Zagreb 2001
  13. a b Gerhard Seewann und Péter Dippold: Bibliographisches Handbuch der ethnischen Gruppen Südosteuropas, Oldenbourg Wissenschaftsverlag 1997, Band 1, ISBN 3486562614
  14. Peter M. Hill: Makedonisch, in der Enzyklopädie des europäischen Ostens der Universität Klagenfurt
  15. Peter Atanasov: Aromunisch, in der Enzyklopädie des europäischen Ostens der Universität Klagenfurt
  16. Deutsche Welle: Konkurrenz für überlasteten Flughafen Prishtina
  17. EU-Kommission: Enlargement Strategy and Progress Reports 2007
  18. Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Albanien
  19. Harta e varfërisë, Kukësi në krye të listës
  20. Albanien nicht gefragt - Traum vom Tourismus geplatzt - n-tv.de
  21. CIA World Factbook
  22. [www.ada.gv.at/up-media/2534_lp_albanien.pdf]
  23. Filma-Shqip.com
  24. Unesco Website
  25. Musik und Tanz in Albanien

Literatur

  • Peter Jordan, Karl Kaser u.a. (Hrsg.): Albanien. Geographie - Historische Anthropologie - Geschichte - Kultur - Postkommunistische Transformation. Österreichische Osthefte. Sonderband 17. Peter Lang, Frankfurt/a. M. 2003. ISBN 3-631-39416-0
  • Peter Bartl: Albanien. Pustet, Regensburg 1995. ISBN 3-7917-1451-1 (neue Albanische Forschung und Geschichte)
  • Christine von Kohl: Albanien. Beck'sche Reihe, München 2003. ISBN 3-406-50902-9
  • Wolfgang Ruß: Der Entwicklungsweg Albaniens. Ein Beitrag zum Konzept autozentrierter Entwicklung. Mit einem Vorwort von Dieter Senghaas. Verlag Anton Hain, Meisenheim am Glan 1979. ISBN 3-445-01865-0

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