Liste der Stolpersteine in Schmelz (Saar)

Die Liste der Stolpersteine in Schmelz (Saar) umfasst die Stolpersteine, die vom deutschen Künstler Gunter Demnig in der saarländischen Gemeinde Schmelz (Saar) verlegt wurden. Stolpersteine sind Opfern des Nationalsozialismus gewidmet, all jenen, die vom NS-Regime drangsaliert, deportiert, ermordet, in die Emigration oder in den Suizid getrieben wurden. Demnig verlegt für jedes Opfer einen eigenen Stein, im Regelfall vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz.

Die bislang einzigen Verlegungen in dieser Gemeinde fanden am 25. Februar 2012 statt.

Verlegte Stolpersteine

Hüttersdorf

In Hüttersdorf wurden bislang sechs Stolpersteine an drei Adressen verlegt.

Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben
HIER WOHNTE
BERNHARD HANAU
JG. 1876
DEPORTIERT
SCHICKSAL UNBEKANNT
Bielenberg 2
Hüttersdorf
Bernhard Hanau (1876–?)
HIER WOHNTE
BERTHA HANAU
GEB. MAYER
JG. 1877
DEPORTIERT
SCHICKSAL UNBEKANNT
Bielenberg 2
Hüttersdorf
Bertha Hanau (1877–?)
HIER WOHNTE
FRIEDA HANAU
JG. 1919
DEPORTIERT 1944
AUSCHWITZ
ERMORDET 15.2.1944
Bielenberg 2
Hüttersdorf
Frieda Hanau (1919–1944)
HIER WOHNTE
SIBILLA HANAU
JG. 1907
DEPORTIERT 1944
AUSCHWITZ
ERMORDET 15.2.1944
Bielenberg 2
Hüttersdorf
Sibilla Hanau (1907–1944)
HIER WOHNTE
MATHIAS SINNWELL
JG. 1907
[...]
DEPORTIERT 1942
DACHAU, MAUTHAUSEN
ERMORDET 15.3.1944
GUSEN
Bettinger Straße 58
Hüttersdorf
Mathias Sinnwell (1907–1944)[1]
HIER WOHNTE
MARGARETHA WEBER
GEB. 1882
EINGEWIESEN 1944
KRANKENHAUS KUSEL
'VERLEGT' 11.3.1945
HEIL- UND PFLEGEANSTALT
KLINGENMÜNSTER
TOT 28.4.1945
Düppenweiler Straße 13
Hüttersdorf
Margarethe Weber (1882–1942)

Schmelz-Bettingen

In Schmelz-Bettingen, einem Ortsteil der Gemeinde, wurden bislang neun Stolpersteine an vier Adressen verlegt.

Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben
LIMBACHER STR. 22 WOHNTE
PETER GEIER
JG. 1866
SEIT 1923 IN MEHREREN
HEILANSTALTEN
'VERLEGT' 1941
HADAMAR
ERMORDET AM TAG
DER ANKUNFT
AKTION T4
Limbacher Straße 6
Bettingen
Peter Geier wurde 1866 in Goldbach geboren. Er wurde von den NS-Behörden als „erbkrank“ eingestuft und galt den damaligen Gesetzen entsprechend als „nicht lebenswert“. Er wurde im Juni 1941 in die Tötungsanstalt Hadamar, offiziell Landesheilanstalt, verlegt und am Tag der Ankunft ermordet.
HIER WOHNTE
EDMUND HERZ
JG. 1877
GEDEMÜTIGT / ENTRECHTET
SCHICKSAL UNBEKANNT
Lindenstraße 4
Bettingen
Edmund Herz (1877–?)
HIER WOHNTE
OTTO MORITZ HERZ
JG. 1905
DEPORTIERT 1942
AUSCHWITZ
ERMORDET 23.3.1943
Lindenstraße 4
Bettingen
Otto Moritz Herz (1905–1943)
HIER WOHNTE
WERNER NATHAN
HERZ
JG. 1904
DEPORTIERT 1942
AUSCHWITZ
ERMORDET 16.9.1942
Lindenstraße 4
Bettingen
Walter Nathan Herz (1904–1942)
HIER WOHNTE
ALFRED LIFFMANN
JG. 1896
'SCHUTZHAFT' 1938
DACHAU
FLUCHT 1942 FRANKREICH
INTERNIERT DRANCY
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ
Am Hasenberg
Bettingen
Alfred Liffmann (1896–1942/45)
HIER WOHNTE
KLEMMA SARA
LIFFMANN
GEB. SCHIJVESCHUURDER
JG. 1920
FLUCHT 1939 FRANKREICH
IM WIDERSTAND
ÜBERLEBT
Am Hasenberg
Bettingen
Klemma Sara Liffmann geb. Schijveschuurder (1920–)
HIER WOHNTE
ROSA LIFFMANN
GEB. MARX
JG. 1895
DEPORTIERT 1942
SCHICKSAL UNBEKANNT
Am Hasenberg
Bettingen
Rosa Liffmann geb. Marx (1895–1942/45)
HIER WOHNTE
JULIUS GREGOR MARX
JG. 1892
DEPORTIERT 1942
SCHICKSAL UNBEKANNT
Lindenstraße 2
Bettingen
Julius Gregor Marx (1892–?)
HIER WOHNTE
PAULA MARX
GEB. KAHN
JG. 1893
DEPORTIERT 1942
SCHICKSAL UNBEKANNT
Lindenstraße 2
Bettingen
Paula Marx geb. Kahn (1893–?)

Verlegedatum

  • 25. Februar 2012
  • 7. Mai 2022: Bettinger Straße 58
  • 23. März 2023: Am Hasenberg, Limbacher Straße 6

Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gedachten Schmelzer Schüler den Opfern des Nationalsozialismus. Sie reinigten die zehn Stolpersteine der Gemeinde. Vor Ort wurden die Geschichten der jeweiligen Opfer des Nazi-Regimes verlesen, gemeinsam wurden Blumen für die Toten niedergelegt.[2]

Einzelnachweise

  1. Nachrichtenblatt der Gemeinde Schmelz: Stolperstein für Mathias Sinnwell, Ausgabe 16/2022
  2. Historischer Verein Schmelz e.V.: Aktion Stolpersteine 2020, abgerufen am 19. Februar 2022