„Zur Schmerzhaften Muttergottes (Waalhaupten)“ – Versionsunterschied

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Die [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholische]] [[Pfarrkirche]]<ref>[https://bistum-augsburg.de/Pfarreien/Mariae-Schmerzen_Waalhaupten Bistum Augsburg]</ref> '''Zur Schmerzhaften Muttergottes''' in [[Waalhaupten]], einem Ortsteil von [[Waal (Schwaben)|Waal]] im [[Bayern|bayerischen]] [[Landkreis Ostallgäu]], wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts an der Stelle einer [[Gotik|gotischen]] Vorgängerkirche errichtet. Baumeister war vermutlich [[Joseph Schmuzer]]. Die [[Fresko|Deckenfresken]] sind die letzte Arbeit von [[Matthäus Günther]]. Die Kirche ist ein geschütztes [[Liste der Baudenkmäler in Waal (Schwaben)#Waalhaupten|Baudenkmal]].
Die [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholische]] [[Pfarrkirche]]<ref>[https://bistum-augsburg.de/Pfarreien/Mariae-Schmerzen_Waalhaupten Bistum Augsburg]</ref> '''Zur Schmerzhaften Muttergottes''' in [[Waalhaupten]], einem Ortsteil von [[Waal (Schwaben)|Waal]] im [[Bayern|bayerischen]] [[Landkreis Ostallgäu]], wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts an der Stelle einer [[Gotik|gotischen]] Vorgängerkirche errichtet. Baumeister war vermutlich [[Joseph Schmuzer]]. Die [[Fresko|Deckenfresken]] sind die letzte Arbeit von [[Matthäus Günther]]. Die Kirche ist ein geschütztes [[Liste der Baudenkmäler in Waal (Schwaben)#Waalhaupten|Baudenkmal]] und trägt das [[Patrozinium]] [[Maria (Mutter Jesu)|Mariens]] als ''[[Mater dolorosa]]'' („schmerzhafte Mutter“).


== Geschichte ==
== Geschichte ==

Version vom 10. November 2020, 16:23 Uhr

Pfarrkirche Zur Schmerzhaften Muttergottes
Glockenturm

Die römisch-katholische Pfarrkirche[1] Zur Schmerzhaften Muttergottes in Waalhaupten, einem Ortsteil von Waal im bayerischen Landkreis Ostallgäu, wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts an der Stelle einer gotischen Vorgängerkirche errichtet. Baumeister war vermutlich Joseph Schmuzer. Die Deckenfresken sind die letzte Arbeit von Matthäus Günther. Die Kirche ist ein geschütztes Baudenkmal und trägt das Patrozinium Mariens als Mater dolorosa („schmerzhafte Mutter“).

Geschichte

Neben der erhöht über dem Ort stehenden Bergkirche St. Michael, der ehemaligen Pfarrkirche und heutigen Friedhofskirche, gab es bereits im späten Mittelalter in Waalhaupten eine weiter unten gelegene Dorfkirche, von der nur noch der Glockenturm erhalten ist. Sie war bis zur Errichtung der heutigen Kirche Filialkirche. Im Jahr 1713 wurde der Neubau begonnen, 1722 fand die Weihe der neuen Kirche statt.

Architektur

Innenraum

Im nördlichen Chorwinkel steht der mit einem Satteldach gedeckte Glockenturm, der noch aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt. Die oberen Stockwerke gliedern Blendfelder mit Kleeblattbogenfriesen, das Glockengeschoss wird auf allen vier Seiten von rundbogigen Zwillingsarkaden durchbrochen.

Das einschiffige Langhaus wird von einer Stichkappentonne gedeckt, die auf Pilastern mit Kapitellen und Gebälkstücken aufliegt. Der eingezogene Chor ist halbrund geschlossen. Den westlichen Abschluss des Langhauses bildet eine Doppelempore mit geschweiften Brüstungen.

Stuck

Pilaster mit Kapitell und Gebälkstück

Der Stuckdekor im Stil des späten Rokoko wurde 1787 von Johann Michael Gigl geschaffen. Stuckkartuschen umrahmen die kleineren Fresken in Ton-in-Ton-Malerei im Chor und im Langhaus. Auch die Apostelleuchter, an denen man die Symbole der Apostel erkennen kann, sind in Stuckrahmen gefasst.

Wandfresken im Chor

Die Wandfresken im Chor stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. An der Nordseite ist die Jakobsleiter dargestellt, an der Südseite Jesus und die Samariterin am Brunnen.

Deckenfresken

Die Deckenfresken wurden 1787 von Matthäus Günther ausgeführt. Sie waren sein letztes Werk und nehmen Bezug auf seine früheren Arbeiten. Für das große Chorfresko mit der Darstellung der Kreuzabnahme diente ein im Jahr 1770 von Matthäus Günther gemaltes Deckenbild in der Wallfahrtskirche Mentlberg in Innsbruck als Vorlage. Die beiden seitlichen Bilder in Ton-in-Ton-Malerei, links Maria und rechts der Erzengel Gabriel, stellen die Verkündigung dar. Auf den seitlichen Medaillons des Langhauses sind in Ton-in-Ton-Malerei die Evangelisten mit ihren Symbolen dargestellt.

Das große Langhausfresko, auf dem Judith das abgeschlagene Haupt des Holofernes in Händen hält, ist angelehnt an ein Deckengemälde von Matthäus Günther in der Wiltener Basilika in Innsbruck aus dem Jahr 1754/55.

Ausstattung

Empore
Emporenbild, Gastmahl bei Simon dem Pharisäer
  • An den neubarocken Altären sind Figuren aus der Zeit um 1720 aufgestellt, am nördlichen Seitenaltar die heilige Katharina und die heilige Margareta, am südlichen Seitenaltar die heilige Apollonia und die heilige Barbara.
  • Die Kanzel wurde um 1770/80 angefertigt.
  • Die Kreuzwegbilder stammen von 1741.
  • Die Gemälde der Emporenbrüstung wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts ausgeführt. Auf der oberen Empore sind in der Mitte König David mit der Harfe und die heilige Cäcilia an der Orgel zu sehen. Die anderen Szenen zeigen die Auferweckung des Lazarus und die Heilung des blutflüssigen Weibes. Die Szenen auf der unteren Empore stellen das Gastmahl bei Simon dem Pharisäer und Christus bei Maria und Martha dar. Das Mittelbild mit der Abendmahlszene wird um 1787 datiert und Matthäus Günther zugeschrieben.

Literatur

Commons: Zur Schmerzhaften Muttergottes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bistum Augsburg

Koordinaten: 47° 58′ 13,7″ N, 10° 47′ 26,9″ O