Hans-Heinrich Worgitzky

Hans-Heinrich Worgitzky (* 9. Juli 1907; † 1969) war ein deutscher Offizier, Brigadegeneral der Reserve der Bundeswehr[1] und Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes.

Leben

Worgitzky trat in die Reichswehr ein und bekleidete dort zuletzt den Dienstgrad eines Oberleutnants. 1934 war er Adjutant im 8. Infanterie-Regiment. Von 1936 bis 1938 absolvierte er die Kriegsakademie. Danach war er u. a. in der Operationsabteilung des Generalstabes des Heeres tätig. 1940 wurde er als Erster Generalstabsoffizier (Ia) zur 27. Infanterie-Division kommandiert. 1941 kam er zur 52. Infanterie-Division. Nach einer Zwischenstation wurde er 1942 Dritter Generalstabsoffizier (Ic) im Armeeoberkommando Norwegen. Später war er in gleicher Funktion bei der Heeresgruppe Mitte tätig.[2] Ab 1944 war er Oberst i. G. Zuletzt wurde er der Heeresgruppe B zugeordnet. Im Krieg wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

1946 kam er zur Organisation Gehlen, der Vorläuferorganisation des BND.[3] Von 1946 bis 1956 war er Außenstellenleiter.[3] 1956 wurde er Stellvertreter Reinhard Gehlens.[3] Von 1957 bis 1967 war er Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes (BND).[3] Im Verteidigungsfall wäre er, laut einer Planung von 1965, Chef des Stabes und Leiter der rückwärtigen Zentrale des BND geworden. Wolfgang Langkau hätte stattdessen die Stellvertretung Gehlens übernommen.[4] Ab 1965 war Worgitzky erkrankt und wurde 1967 offiziell in den Ruhestand versetzt.[3]

Einzelnachweise

  1. John Zimmermann: Ulrich de Maizière, General der Bonner Republik. 1912 bis 2006 (= Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland. Band 12). Oldenbourg, München 2012, ISBN 978-3-486-71300-8, S. 198.
  2. Magnus Pahl: Fremde Heere Ost. Hitlers militärische Feindaufklärung. Links, Berlin 2012, ISBN 978-3-86153-694-9, S. 221.
  3. a b c d e Ronny Heidenreich: Die Organisation Gehlen und der Volksaufstand am 17. Juni 1953 (= Unabhängige Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945–1968. Studien. Nr. 1). 2. Auflage, Marburg 2013, ISBN 978-3-9816000-0-1, S. 29.
  4. Agilolf Keßelring: Kriegs-BND: Planungen für die Mobilmachung des Bundesnachrichtendienstes von 1953 bis 1968. In: Militärgeschichtliche Zeitschrift. Band 79, Nr. 2, 2020, S. 480 ff.