„Siliciumdisulfid“ – Versionsunterschied

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== Gewinnung und Darstellung ==
== Gewinnung und Darstellung ==
Siliciumdisulfid kann durch Reaktion von [[Siliciumdioxid]] mit [[Aluminiumsulfid]] bei 1200 bis 1300 °C gewonnen werden, wobei auch Silciumonosulfid entsteht.<ref name="brauer">{{BibISBN|3432023286|Seiten=699}}</ref>
Siliciumdisulfid kann durch Reaktion von [[Siliciumdioxid]] mit [[Aluminiumsulfid]] bei 1200 bis 1300 °C gewonnen werden, wobei auch [[Siliciummonosulfid]] entsteht.<ref name="brauer">{{BibISBN|3432023286|Seiten=699}}</ref>
:<math>\mathrm{3 \ SiO_2 + 2 \ Al_2S_3 \longrightarrow 3 \ SiS_2 + 2 \ Al_2O_3}</math>
:<math>\mathrm{3 \ SiO_2 + 2 \ Al_2S_3 \longrightarrow 3 \ SiS_2 + 2 \ Al_2O_3}</math>
Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von trockenem [[Schwefelwasserstoff]] mit Silicium bei 1200 bis 1300 °C oder die thermische Zersetzung von [[Tetraethylmercaptosilan]] Si(SC<sub>2</sub>H<sub>5</sub>)<sub>4</sub> bei 250 bis 300 °C.<ref name="brauer" />
Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von trockenem [[Schwefelwasserstoff]] mit Silicium bei 1200 bis 1300 °C oder die thermische Zersetzung von [[Tetraethylmercaptosilan]] Si(SC<sub>2</sub>H<sub>5</sub>)<sub>4</sub> bei 250 bis 300 °C.<ref name="brauer" />

Version vom 13. Januar 2020, 11:48 Uhr

Kristallstruktur
Kristallstruktur von Siliciumdisulfid
__ Si4+     __ S2−
Raumgruppe

Ibam (Nr. 72)Vorlage:Raumgruppe/72

Allgemeines
Name Siliciumdisulfid
Andere Namen

Silicium(IV)-sulfid

Verhältnisformel SiS2
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff mit Geruch nach faulen Eiern[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13759-10-9
EG-Nummer 237-344-8
ECHA-InfoCard 100.033.935
PubChem 83705
Wikidata Q2232750
Eigenschaften
Molare Masse 92,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

2,02 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

1090 °C (Sublimation)[1]

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 261​‐​300​‐​315​‐​319​‐​335
EUH: 031
P: 231+232​‐​301+310​‐​305+351+338​‐​302+352​‐​405​‐​501[1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Siliciumdisulfid ist eine anorganische chemische Verbindung des Siliciums aus der Gruppe der Sulfide.

Vorkommen

Es wird vermutet, dass Siliciumdisulfid in zirkumstellaren Hüllen vorkommt.[2]

Gewinnung und Darstellung

Siliciumdisulfid kann durch Reaktion von Siliciumdioxid mit Aluminiumsulfid bei 1200 bis 1300 °C gewonnen werden, wobei auch Siliciummonosulfid entsteht.[3]

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von trockenem Schwefelwasserstoff mit Silicium bei 1200 bis 1300 °C oder die thermische Zersetzung von Tetraethylmercaptosilan Si(SC2H5)4 bei 250 bis 300 °C.[3] Auch beim Zusammenschmelzen der Elemente bei 1000 °C entsteht es.[4]

Eigenschaften

Siliciumdisulfid ist eine weiße, faserige Masse, die sehr feuchtigkeitsempfindlich ist und sich in Wasser, Ethanol[4] und Ammoniak[4] zersetzt.[3]

Beim Erhitzen an der Luft verbrennt es langsam.[3] Es besitzt nicht wie Siliciumdioxid eine Raumnetz-, sondern eine Faserstruktur mit verzerrt tetraedrisch koordinierten Siliciumatomen. Es ist eine verzerrt kubisch dichteste Kugelpackung in der je ein Viertel der tetraedrischer Lücken durch Siliciumatome besetzt ist.[5] Es ist eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Ibam (Raumgruppen-Nr. 72)Vorlage:Raumgruppe/72.[6] Beim Erhitzen unter Druck geht diese in eine Cristobalit-artige Modifikation über.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Datenblatt Silicon(IV) sulfide, 95% bei Alfa Aesar (Seite nicht mehr abrufbar).
  2. Goebel, J. H. (1993): SiS2 in Circumstellar Shells. Astronomy and Astrophysics 278 (1): 226–230. bibcode:1993A&A...278..226G.
  3. a b c d Georg Brauer, unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a. (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band 1. Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 699.
  4. a b c d A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 916.
  5. von Will Kleber, Hans-Joachim Bautsch, Joachim Bohm: Einführung in die Kristallographie - Will Kleber, Hans-Joachim Bautsch, Joachim Bohm. Oldenbourg Verlag, 2010, ISBN 3-486-59885-6, S. 157 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Jean d’Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 3-642-58842-5, S. 734 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).