„Eberhard Wagner (Schriftsteller)“ – Versionsunterschied

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Während er seine Hauptaufgabe im Schreiben von Romanen sieht, dem alles andere nur zuarbeiten kann, weil nur die Poesie universal ist, arbeitete er ab 2002 vorwiegend an Theaterstücken, Kabaretts, Liedern und Drehbüchern sowie Essays. Darüber hinaus agiert er als Schauspieler bei Theater (u. a. ''Die Räuber'', ''(K)Einer flog über das Kuckucksnest'', ''Was ihr wollt'',. ''Komödie im Dunkeln'', oder gar als berlinernden ''Giesecke'' in ''Im weißen Rößl'', zunehmend aber in eigenen Stücken wie in den von ihm entwickelten Kabarett-Tragödien ''Mann (43) sucht Frau!'', ''Zwei Seelen – Eine/Keine Welt''), ''Keiner hört auf Harvey'', ''Paradas'', und Film (u. a. ''[[Diktatoren küssen besser]]'' – Sonderpreis als Bester Schauspieler beim Filmfestival [[Oberösterreich im Film]]) 2007, ''[[Dad’s Dead]]'', ''[[SOKO Donau]]'' (2 Episoden), ''Kupetzky'', ''[[Der Bockerer IV – Prager Frühling|Bockerer IV]]'', ''[[Pepperminta]]'' ([[Pipilotti Rist]]) 2009, ''[[Grimm’s Snow White]]'' 2012, oder ''[[CopStories]]'' 2013), sowie als Sänger und Sprecher. Bereits seit 2007 hat sich Wagner weitgehend zurückgezogen, um an weiteren Prosawerken zu arbeiten. Denn, wie er sagt, "man arbeitet immer nur an einem einzigen Werk. Kunstsparten, Kategorien sind nur Teilschlachten im Fegefeuer dorthin, Werke immer nur Grußkarten vom Weg." Dennoch zwischenzeitliche Veröffentlichungen, u. a. in [[Driesch - Zeitschrift für Literatur & Kultur]] und vor allem im Blog "ambrosius.konnotationen", geführt seit 2007. Er ist (war) auch als Sprecher in zahlreichen Werbungen und Off-Texten zu hören. Die bislang größte Popularität in Österreich erlangte er freilich mit der Darstellung des "Bauchi" in der 2011 bis 2018 über Fernsehen, Print und Plakat laufenden Werbekampagne der [[BAWAG P.S.K.]]
Während er seine Hauptaufgabe im Schreiben von Romanen sieht, dem alles andere nur zuarbeiten kann, weil nur die Poesie universal ist, arbeitete er ab 2002 vorwiegend an Theaterstücken, Kabaretts, Liedern und Drehbüchern sowie Essays. Darüber hinaus agiert er als Schauspieler bei Theater (u. a. ''Die Räuber'', ''(K)Einer flog über das Kuckucksnest'', ''Was ihr wollt'',. ''Komödie im Dunkeln'', oder gar als berlinernden ''Giesecke'' in ''Im weißen Rößl'', zunehmend aber in eigenen Stücken wie in den von ihm entwickelten Kabarett-Tragödien ''Mann (43) sucht Frau!'', ''Zwei Seelen – Eine/Keine Welt''), ''Keiner hört auf Harvey'', ''Paradas'', und Film (u. a. ''[[Diktatoren küssen besser]]'' – Sonderpreis als Bester Schauspieler beim Filmfestival [[Oberösterreich im Film]]) 2007, ''[[Dad’s Dead]]'', ''[[SOKO Donau]]'' (2 Episoden), ''Kupetzky'', ''[[Der Bockerer IV – Prager Frühling|Bockerer IV]]'', ''[[Pepperminta]]'' ([[Pipilotti Rist]]) 2009, ''[[Grimm’s Snow White]]'' 2012, oder ''[[CopStories]]'' 2013), sowie als Sänger und Sprecher. Bereits seit 2007 hat sich Wagner weitgehend zurückgezogen, um an weiteren Prosawerken zu arbeiten. Denn, wie er sagt, "man arbeitet immer nur an einem einzigen Werk. Kunstsparten, Kategorien sind nur Teilschlachten im Fegefeuer dorthin, Werke immer nur Grußkarten vom Weg." Dennoch zwischenzeitliche Veröffentlichungen, u. a. in [[Driesch - Zeitschrift für Literatur & Kultur]] und vor allem im Blog "ambrosius.konnotationen", geführt seit 2007. Er ist (war) auch als Sprecher in zahlreichen Werbungen und Off-Texten zu hören. Die bislang größte Popularität in Österreich erlangte er freilich mit der Darstellung des "Bauchi" in der 2011 bis 2018 über Fernsehen, Print und Plakat laufenden Werbekampagne der [[BAWAG P.S.K.]]


Es war Providentia Dei, daß er 2017 schwer erkrankt ist. In Wahrheit waren es künstlerische Notwendigkeiten, deretwegen er sich seither aus dem öffentlichen Leben fast völlig zurückgezogen hat, mit dem ihn nur noch seine Texte verbinden. "Ich bin am Ziel meines Lebens angelangt," meint er. "Und das steht im Einklang mit den historischen Entwicklungen unserer Welt. Ich bin bereits bei meiner Geburt in jene figurale Leere hineingeboren, die sich heute offen und als Generalzustand zeigt. Inmitten eines ungeheuren Taumelns der Welt im verzweifelten Versuch, sich ohne die Haltestangen der Kultur über dem Nichts im Dasein zu halten. Um seiner Bestimmung (Pharmakon zu sein) treu zu bleiben, kann man heute deshalb nur noch eines: Sitzen und Schreiben. So bleibt man im Sein. Denn der Künstler als Urbild des Menschseins lebt aus dem Tun in einem Medium, wo er sich wie jeder Mensch aus der Essenz der Grammatik der Schöpfung nährt. Im Maß der Destruktionsgeräusche eines historischer Zeit kann es aber sein, daß er die Anbindung ans Außen abschneiden muß, um noch [[logos]]-fähig zu bleiben. Das heißt heute, wie ein Mönch im Kloster zu leben. Beschreibt das aber nicht auch, wie die gegenwärtigen Menschen leben? Die je jünger sie sind eines nicht mehr haben: Gegenwärtige Erinnerung, dieses Gefäß des zeitenthobenen täglichen Brotes. Wovon aber nähren sie sich dann noch? Der Versuch, das mit Nahrungsersatzmitteln zu bewältigen, muß scheitern. Und das wissen die Menschen. Dieses Wissen versuchen sie mit Lärm und dem Topfgeklappere immer größerer Scheinereignisse zu übertönen. Ist das nicht unsere Zeit?"
Es war Providentia Dei, dass er 2017 schwer erkrankt ist. In Wahrheit waren es künstlerische Notwendigkeiten, deretwegen er sich seither aus dem öffentlichen Leben fast völlig zurückgezogen hat, mit dem ihn nur noch seine Texte verbinden. "Ich bin am Ziel meines Lebens angelangt," meint er. "Und das steht im Einklang mit den historischen Entwicklungen unserer Welt. Ich bin bereits bei meiner Geburt in jene figurale Leere hineingeboren, die sich heute offen und als Generalzustand zeigt. Inmitten eines ungeheuren Taumelns der Welt im verzweifelten Versuch, sich ohne die Haltestangen der Kultur über dem Nichts im Dasein zu halten. Um seiner Bestimmung (Pharmakon zu sein) treu zu bleiben, kann man heute deshalb nur noch eines: Sitzen und Schreiben. So bleibt man im Sein. Denn der Künstler als Urbild des Menschseins lebt aus dem Tun in einem Medium, wo er sich wie jeder Mensch aus der Essenz der Grammatik der Schöpfung nährt. Im Maß der Destruktionsgeräusche eines historischer Zeit kann es aber sein, daß er die Anbindung ans Außen abschneiden muß, um noch [[logos]]-fähig zu bleiben. Das heißt heute, wie ein Mönch im Kloster zu leben. Beschreibt das aber nicht auch, wie die gegenwärtigen Menschen leben? Die je jünger sie sind eines nicht mehr haben: Gegenwärtige Erinnerung, dieses Gefäß des zeitenthobenen täglichen Brotes. Wovon aber nähren sie sich dann noch? Der Versuch, das mit Nahrungsersatzmitteln zu bewältigen, muß scheitern. Und das wissen die Menschen. Dieses Wissen versuchen sie mit Lärm und dem Topfgeklappere immer größerer Scheinereignisse zu übertönen. Ist das nicht unsere Zeit?"


== Zum Werk ==
== Zum Werk ==

Version vom 11. Mai 2020, 19:26 Uhr

Eberhard Johannes Ambrosius Wagner (* 18. Juli 1961 in Amstetten, Niederösterreich) ist ein österreichischer Schauspieler und Schriftsteller.

Leben

Wagner wurde als elftes von zwölf Kindern seiner Eltern Maria und Josef Wagner geboren. Seine Wurzeln liegen damit hier in der niederschlesischen Grafschaft Glatz, dort im österreichischen "Urort" Neuhofen an der Ybbs. Bereits in der Kindheit stand für ihn ein Leben, in dem er „sitzen und schreiben“ könne, fest – neben seinem Schauspiel von frühester Jugend an. Nach mehreren Studienjahren und einem Leben als Werbetexter, Bauarbeiter, Bauunternehmer, Industriemanager, Referent für kirchliche Erwachsenenbildung, Redakteur und Innenarchitekt lebt Wagner seit 1997 als freischaffender Schriftsteller, Kabarettist und Schauspieler, mit längeren Arbeitsaufenthalten in  Berlin, Salzburg, seit 2001 in Wien und seit 2007 zunehmend in Ungarn.

Während er seine Hauptaufgabe im Schreiben von Romanen sieht, dem alles andere nur zuarbeiten kann, weil nur die Poesie universal ist, arbeitete er ab 2002 vorwiegend an Theaterstücken, Kabaretts, Liedern und Drehbüchern sowie Essays. Darüber hinaus agiert er als Schauspieler bei Theater (u. a. Die Räuber, (K)Einer flog über das Kuckucksnest, Was ihr wollt,. Komödie im Dunkeln, oder gar als berlinernden Giesecke in Im weißen Rößl, zunehmend aber in eigenen Stücken wie in den von ihm entwickelten Kabarett-Tragödien Mann (43) sucht Frau!, Zwei Seelen – Eine/Keine Welt), Keiner hört auf Harvey, Paradas, und Film (u. a. Diktatoren küssen besser – Sonderpreis als Bester Schauspieler beim Filmfestival Oberösterreich im Film) 2007, Dad’s Dead, SOKO Donau (2 Episoden), Kupetzky, Bockerer IV, Pepperminta (Pipilotti Rist) 2009, Grimm’s Snow White 2012, oder CopStories 2013), sowie als Sänger und Sprecher. Bereits seit 2007 hat sich Wagner weitgehend zurückgezogen, um an weiteren Prosawerken zu arbeiten. Denn, wie er sagt, "man arbeitet immer nur an einem einzigen Werk. Kunstsparten, Kategorien sind nur Teilschlachten im Fegefeuer dorthin, Werke immer nur Grußkarten vom Weg." Dennoch zwischenzeitliche Veröffentlichungen, u. a. in Driesch - Zeitschrift für Literatur & Kultur und vor allem im Blog "ambrosius.konnotationen", geführt seit 2007. Er ist (war) auch als Sprecher in zahlreichen Werbungen und Off-Texten zu hören. Die bislang größte Popularität in Österreich erlangte er freilich mit der Darstellung des "Bauchi" in der 2011 bis 2018 über Fernsehen, Print und Plakat laufenden Werbekampagne der BAWAG P.S.K.

Es war Providentia Dei, dass er 2017 schwer erkrankt ist. In Wahrheit waren es künstlerische Notwendigkeiten, deretwegen er sich seither aus dem öffentlichen Leben fast völlig zurückgezogen hat, mit dem ihn nur noch seine Texte verbinden. "Ich bin am Ziel meines Lebens angelangt," meint er. "Und das steht im Einklang mit den historischen Entwicklungen unserer Welt. Ich bin bereits bei meiner Geburt in jene figurale Leere hineingeboren, die sich heute offen und als Generalzustand zeigt. Inmitten eines ungeheuren Taumelns der Welt im verzweifelten Versuch, sich ohne die Haltestangen der Kultur über dem Nichts im Dasein zu halten. Um seiner Bestimmung (Pharmakon zu sein) treu zu bleiben, kann man heute deshalb nur noch eines: Sitzen und Schreiben. So bleibt man im Sein. Denn der Künstler als Urbild des Menschseins lebt aus dem Tun in einem Medium, wo er sich wie jeder Mensch aus der Essenz der Grammatik der Schöpfung nährt. Im Maß der Destruktionsgeräusche eines historischer Zeit kann es aber sein, daß er die Anbindung ans Außen abschneiden muß, um noch logos-fähig zu bleiben. Das heißt heute, wie ein Mönch im Kloster zu leben. Beschreibt das aber nicht auch, wie die gegenwärtigen Menschen leben? Die je jünger sie sind eines nicht mehr haben: Gegenwärtige Erinnerung, dieses Gefäß des zeitenthobenen täglichen Brotes. Wovon aber nähren sie sich dann noch? Der Versuch, das mit Nahrungsersatzmitteln zu bewältigen, muß scheitern. Und das wissen die Menschen. Dieses Wissen versuchen sie mit Lärm und dem Topfgeklappere immer größerer Scheinereignisse zu übertönen. Ist das nicht unsere Zeit?"

Zum Werk

Wagners realistische Art der Charakter- und Milieuschilderungen schließt an die Tradition der österreichischen Erzähler und Dramatiker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Heimito von Doderer u. a.) an, soll dabei aber gegenwartsbezogen wirken. Er skizziert einen Freiheitsbegriff, der in Zusammenhang steht mit der Wahrheit und Wahrhaftigkeit als Streben nach staunender Offenheit den Dingen gegenüber. Der Mensch wird in seinen Konflikten zwischen der eigentlichen Natur und seiner zweiten, gewohnheitsmäßig von Alltäglichem durchsetzten gezeigt. Nur vor diesem Hintergrund der möglichen Selbstverfehlung sei auch der heutige Mensch zu verstehen. Die Aufgabe des Künstlers sei es, das scheinbar nahtlose Gewand der Zeit zu durchstoßen und in der Gegenwart jenes Gerüst zu suchen, das jede Gestalt trage. Insofern kann Wagners Ansatz als indirekt gesellschaftskritisch verstanden werden, während er sich selbst als unpolitisch versteht und in seinen Personenschilderungen Mechanismen der Unfreiheit auch der Gegenwart zeigen will. Im Besonderen wendet sich Wagner gegen eine von ihm geortete Vermassung, getragen durch ein von ihm als „geistige Diktatur“ bezeichnetes Angebot eines Auswegs aus der alle Menschen gleichermaßen maßgeblich betreffenden Angst vor dem Nichts bzw. dem Tod. In seinen Werken setzen diese Mechanismen im unmittelbaren Lebensumkreis oder der Kindheit seiner Figuren an. Wagner zeichnet seelische Landschaften von Menschen in ihrem Kampf ums Überleben und in ihrer Suche nach Liebe als die einzige Kraft, die errichtet.

Werke (Auswahl)

Theaterstücke

  • 2002: Zwei Seelen – Eine Welt, Co-Autor Martin Oberhauser, (Kabarett-Tragödie)
  • 2004: Zwei Seelen – Keine Welt (Kabarett-Tragödie)
  • 2004: Der Odysseus (Tragödie)[1]
  • 2004: Frauenwahl (Drama)
  • 2004/2005: Keiner hört auf Harvey (Drama)
  • 2004/2005: Wer gewinnt (Drama)
  • 2005: Habemus Papam! (Drama)
  • 2005: Mann (43) sucht Frau! (Kabarett-Tragödie)
  • 2005: Unter Licht und über Dunkel (Groteskes Drama)
  • 2005: Der Poppenspeeler (Drama)
  • 2006: Lara Weit (Drama)
  • 2006: Paradas – Umweg zum Glück (Drama mit Musik für einen Schauspieler, eine Puppe und einen Gott)
  • 2006: Der Bund (Musikdrama)
  • 2009: Ich bin (doch nicht) Elvis (Kabarett-Tragödie)
  • 2015: Unter Licht und über Dunkel – Langversion Für große Bühne und Vollensemble

Bücher

  • Macht und Frau. (Erzählungen) Konkursbuchverlag, Tübingen 1998
  • Helena oder: Das Gute ist, was bleibt. (Roman) Passagen-Verlag, Wien 2000, ISBN 3-85165-360-2

Sonstiges

Einzelbelege

  1. http://de.oocities.com/der_odysseus2004/ DER ODYSSEUS- Ein anarchisches Drama von Eberhard Wagner