Systemkonkurrenz

Systemkonkurrenz nannte man vor allem in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren die weltweit ausgetragene Konkurrenz zwischen Kapitalismus und Sozialismus bzw. Kommunismus, vor allem aber zwischen ihren jeweiligen Hauptländern, den USA und der Sowjetunion. Der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow verkündete um 1958 das Ziel, den kapitalistischen Westen innerhalb weniger Jahre wirtschaftlich zu überholen.

Ein wichtiges, prestigeträchtiges Feld, auf dem die Systemkonkurrenz ausgetragen wurde, war die Raumfahrt. Die Sowjetunion eröffnete den Wettbewerb 1957 mit dem ersten Satelliten Sputnik, und hatte auch 1961 mit dem ersten bemannten Raumflug (Juri Gagarin) und der ersten weichen unbemannten Mondlandung die Nase vorn. 1969 entschieden die USA den 1961 begonnenen Wettlauf für die erste bemannte Mondlandung für sich. Das geplante sowjetische bemannte Mondprogramm scheiterte. Danach baute die UdSSR die erste Raumstation Saljut (1971) und die erste ständig bemannte Raumstation Mir auf und landete erstmals auf Mars und Venus. Der Versuch eine Kopie des Amerikanischen Space Shuttles zu bauen scheiterte. Es gab nur einen unbemannten Start der Buran genannten Raumfähre.

Ein weiteres Feld war vor allem in den 1970er Jahren die Entwicklungspolitik. Die Sowjetunion und Kuba bemühten sich, Staaten in Lateinamerika und vor allem in Afrika für ihren Kurs zu gewinnen (z. B. Ägypten, Sambia, Tansania, Angola, Mosambik), die USA unterstützten, oft gemeinsam mit Südafrika und Israel, jeweils die Gegner; dabei kam es in Afrika zu so genannten Stellvertreterkriegen.

Des Weiteren wurde auch der sportliche Erfolg, vor allem zwischen West- und Ostdeutschland, ein wichtiger Bestandteil dieses Wetteiferns. Prägend hierfür waren die für die DDR zweiten Olympischen Spiele 1972 in München. Besonders in den Ostblockstaaten versuchte man mit allen Mitteln sportlichen Erfolg zu generieren. Hierbei wurde laut Zeitzeugen nicht vor Doping zurückgeschreckt um den "Systemfeind" zu übertrumpfen und dadurch zu erniedrigen.