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Aus Angst vor der Roten Armee und aus Verzweiflung vor allem bei überzeugten Nationalsozialisten kam es in den letzten Tagen zu vielen Selbstmorden, so verzeichnete alleine der Bezirk Pankow 215 Selbsttötungen.<ref name="Bahm1">Karl Bahm: ''Berlin 1945. Die letzte Schlacht des Dritten Reichs.'' Klagenfurt 2002, S. 160.</ref>
Aus Angst vor der Roten Armee und aus Verzweiflung vor allem bei überzeugten Nationalsozialisten kam es in den letzten Tagen zu vielen Selbstmorden, so verzeichnete alleine der Bezirk Pankow 215 Selbsttötungen.<ref name="Bahm1">Karl Bahm: ''Berlin 1945. Die letzte Schlacht des Dritten Reichs.'' Klagenfurt 2002, S. 160.</ref>


Die Führung der Roten Armee befürchtete, dass es in der Euphorie des Sieges, gefördert durch Alkohol, zu Gewalttaten an der deutschen Zivilbevölkerung kommen würde. Deshalb gab Marschall Rokossowski einen Tagesbefehl heraus, nach dem Plünderern und Vergewaltigern das Kriegsgericht oder die unverzügliche Erschießung drohte. Obwohl sich auch andere Offiziere der Roten Armee darum bemühten, Racheakte der Soldaten zu verhindern, entlud sich nach der Einnahme von Berlin der Schmerz über die zahlreichen sowjetischen Verluste und die Opfer des ideologisch motivierten Vernichtungskriegs seitens des Deutschen Reiches in Rachsucht durch zahlreiche Plünderungen und [[Vergewaltigung]]en. Neben den Rachegefühlen gegenüber Deutschland spielten aber auch die allgemeine Abstumpfung und die Verrohung der Soldaten durch die Brutalität des Krieges sowie die oft rücksichtslose Behandlung der Sowjetsoldaten durch die eigene Führung (vgl. [[Befehl Nr. 227]])<ref>A. A. Maslow: ''Wie wurden die sowjetischen Sperrabteilungen eingesetzt?'' englische Übersetzung von David M. Glantz [http://mr-home.staff.shef.ac.uk/rzhev/rzhev1.html (online)]</ref> eine Rolle. Hierzu schreibt Karl Bahm, der an der Universität von Wisconsin Geschichte lehrt: ''„Natürlich führten sich nicht alle so auf, aber eine nicht zu kleine Minderheit tat es.“''<ref name="Bahm2">Karl Bahm: ''Berlin 1945. Die letzte Schlacht des Dritten Reichs.'' Klagenfurt 2002, S. 159 f.</ref> In verschiedenen Quellen, die hauptsächlich auf den vieldiskutierten, teilweise umstrittenen Dokumentarfilm der Feministinnen [[Helke Sander]] und Barbara Johr und deren nachfolgendem Buch ''BeFreier und Befreite'' zurückgehen, wird von mindestens 100.000 (teils mehrfach) vergewaltigten Berliner Frauen ausgegangen, wobei es allerdings eine hohe Dunkelziffer gibt.<ref name="Sander">Helke Sander, Barbara Johr (Hrsg.): ''BeFreier und Befreite.'' Fischer, ISBN 3-596-16305-6.</ref> [[Cornelius Ryan]] schreibt in seinem Buch ''Der letzte Kampf'', dass nach Schätzungen der Ärzte, mit denen er sprach, zwischen 20.000 und 100.000 Frauen vergewaltigt worden seien.<ref name="cr419" />
Die Führung der Roten Armee befürchtete, dass es in der Euphorie des Sieges, gefördert durch Alkohol, zu Gewalttaten an der deutschen Zivilbevölkerung kommen würde. Deshalb gab Marschall Rokossowski einen Tagesbefehl heraus, nach dem Plünderern und Vergewaltigern das Kriegsgericht oder die unverzügliche Erschießung drohte. Obwohl sich auch andere Offiziere der Roten Armee darum bemühten, Racheakte der Soldaten zu verhindern, entlud sich nach der Einnahme von Berlin der Schmerz über die zahlreichen sowjetischen Verluste und die Opfer des ideologisch motivierten Vernichtungskriegs seitens des Deutschen Reiches in Rachsucht durch zahlreiche Plünderungen und [[Vergewaltigung]]en. Neben den Rachegefühlen gegenüber Deutschland spielten aber auch die allgemeine Abstumpfung und die Verrohung der Soldaten durch die Brutalität des Krieges sowie die oft rücksichtslose Behandlung der Sowjetsoldaten durch die eigene Führung (vgl. [[Befehl Nr. 227]])<ref>A. A. Maslow: ''Wie wurden die sowjetischen Sperrabteilungen eingesetzt?'' englische Übersetzung von David M. Glantz [http://mr-home.staff.shef.ac.uk/rzhev/rzhev1.html (online)]</ref> eine Rolle. Hierzu schreibt Karl Bahm, der an der Universität von Wisconsin Geschichte lehrt: ''„Natürlich führten sich nicht alle so auf, aber eine nicht zu kleine Minderheit tat es.“''<ref name="Bahm2">Karl Bahm: ''Berlin 1945. Die letzte Schlacht des Dritten Reichs.'' Klagenfurt 2002, S. 159 f.</ref> In verschiedenen Quellen, die hauptsächlich auf den vieldiskutierten, teilweise umstrittenen Dokumentarfilm der Feministinnen [[Helke Sander]] und Barbara Johr und deren nachfolgendem Buch ''BeFreier und Befreite'' zurückgehen, wird von mindestens 100.000 (teils mehrfach) vergewaltigten Berliner Frauen ausgegangen, wobei es dabei allerdings eine hohe Dunkelziffer gebe.<ref name="Sander">Helke Sander, Barbara Johr (Hrsg.): ''BeFreier und Befreite.'' Fischer, ISBN 3-596-16305-6.</ref> [[Cornelius Ryan]] behauptet in seinem Buch ''Der letzte Kampf'', dass nach Schätzungen von Ärzten, mit denen er sprach, zwischen 20.000 und 100.000 Frauen vergewaltigt worden seien.<ref name="cr419" />


{{Siehe auch|Sexuelle Gewalt im Zweiten Weltkrieg}}
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Version vom 8. Januar 2017, 19:58 Uhr

Schlacht um Berlin
Teil von: Zweiter Weltkrieg
Datei:Bundesarchiv Bild 183-R77767, Berlin, Rotarmisten Unter den Linden.jpg
Aufnahme vom Balkon des Hotels Adlon
Datum 16. April bis 2. Mai 1945
Ort Berlin
Ausgang Besetzung Berlins durch die Rote Armee
Konfliktparteien

Sowjetunion 1923 Sowjetunion
Polen Polen

Deutsches Reich NS Deutsches Reich

Befehlshaber

Georgi Schukow
Iwan Konew
Nikolai Bersarin

Gotthard Heinrici
Helmuth Weidling
Wilhelm Mohnke

Truppenstärke

2,5 Mio. Soldaten
6250 Panzer
7500 Flugzeuge

1 Mio. Soldaten
1500 Panzer
3300 Flugzeuge[1]

Verluste

offiziell 352.475 (78.291 Tote, 274.184 Verwundete), plus 8.892 Polen (2.825 Tote, 6.067 Verwundete),[2] 2.156 Panzer, 1.220–2.000 Geschütze, 527–900 Flugzeuge[3][4]

geschätzt 92.000 tote Soldaten (inkl. Kessel von Halbe und Seelow)[5]
mind. 200.000 verwundete Soldaten
479.298 Gefangene[4]
zehntausende Zivilisten

Die Schlacht um Berlin war die letzte große Schlacht des Zweiten Weltkrieges in Europa. Sie dauerte vom 16. April bis zum 2. Mai 1945 und hatte die Besetzung Berlins, der Hauptstadt des Deutschen Reiches, durch die Rote Armee der Sowjetunion unter Beteiligung einiger polnischer Einheiten zur Folge. Die Kämpfe forderten Schätzungen zufolge über 170.000 Gefallene und 500.000 verwundete Soldaten sowie den Tod mehrerer zehntausend Zivilisten.

Nach der bereits weitgehend erfolgten Befreiung der vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Gebiete Europas bedeutete das Ende der Schlacht, das mit dem Selbstmord der politisch verantwortlichen Regierungsschicht des NS-Regimes einherging – in Berlin selbst dem Suizid von Adolf Hitler und Joseph Goebbels – für das Deutsche Reich die vollständige militärische Niederlage.

Knapp eine Woche nach der Einnahme Berlins trat am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht mit der Unterschrift von Generaloberst Alfred Jodl, der vom Nachfolger Hitlers als Reichspräsident, Großadmiral Karl Dönitz, zu deren Unterzeichnung autorisiert worden war, in Kraft. Damit wurde der Zweite Weltkrieg in Europa nach fast sechs Jahren beendet. Deutschland verlor seine staatliche Souveränität und wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt.

Ausgangslage

Nach den Niederlagen in der Schlacht von Stalingrad (Winter 1942/1943) und am Kursker Bogen (Sommer 1943) befand sich die Wehrmacht an der Ostfront in der Defensive. Im Süden und Westen waren mit der Landung der westlichen Alliierten auf Sizilien am 10. Juli 1943 (→ Operation Husky) und der Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944 (D-Day) zwei neue Fronten entstanden. Zeitgleich zur fortschreitenden Invasion in der Normandie erlitten die deutschen Truppen im Osten ihre größte und entscheidende Niederlage durch die Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte. Die katastrophalen Verluste dieser Schlacht nahmen der Wehrmacht ihre operative Handlungsfähigkeit an der Ostfront ab Sommer 1944, so dass fortan nur noch hinhaltender Widerstand möglich war.

Faktisch stand die Kriegsniederlage des Deutschen Reichs, das 1939 den Zweiten Weltkrieg als Eroberungskrieg zuerst gegen Polen, dann gegen die Benelux-Staaten, Frankreich und zahlreiche andere europäische Länder begonnen hatte, schon lange vor dem Beginn der Schlacht um Berlin fest. Bereits im Oktober 1944 hatten Landstreitkräfte der Westalliierten die linksrheinischen deutschen Gebiete um Aachen eingenommen. Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive im Dezember 1944 und des Unternehmens Nordwind (31. Dezember 1944 bis 25. Januar 1945 im Elsass und in Lothringen) war die Wehrmacht auch im Westen nicht mehr zu offensiven Aktionen in der Lage. Kraftstoff-, Nachschub- sowie Ersatzmangel an ausgebildeten Soldaten, Hunger und der harte Winter 1944/45 machten den Truppen immer mehr zu schaffen. Die Westalliierten (vor allem Briten, US-Amerikaner, Kanadier) waren bis Mitte April 1945 in ihren Landoffensiven an die Elbe vorgedrungen und hatten bereits große Teile Deutschlands besetzt. Die im Ruhrkessel (Ruhrgebiet) eingekesselten Truppen legten bis zum 21. April 1945 die Waffen nieder.

Brände nach Luftangriff auf Berlin 1944

Auch ein wichtiger Teil der Alpen- und Donau-Reichsgaue (Österreich) und Groß-Wien war bis Mitte April 1945 in die Hand der Anti-Hitler-Koalition, vor allem der Sowjetarmee gefallen.

Für Hitler und andere führende Nazis kam eine Kapitulation nicht in Frage; sie trieben u. a. mit Haltebefehlen („Kampf bis zum letzten Mann“), Durchhalteparolen (siehe auch NS-Propaganda, Endsieg) sowie Gewalt- und Terrormaßnahmen gegen Deserteure und Zivilisten (siehe Endphaseverbrechen) die Deutschen an, die aussichtslosen Kämpfe fortzusetzen. Noch im letzten Kriegsjahr starben Millionen Soldaten und Zivilisten. Generalität und Offiziere konnten sich bis fast zuletzt nicht den unsinnigsten Befehlen entziehen.

Im Osten war die Rote Armee bis Mitte Februar 1945 in mehreren Offensiven bis zur Oder vorgerückt (mit Ausnahme eines Küstenstreifens an der Ostsee zwischen Preußisch Stargard und Danzig, sowie der Provinzhauptstadt Breslau, vgl. Schlacht um Breslau) und besetzte auch die westlich der Oder gelegenen Teile Schlesiens (mit Ausnahme der Grafschaft Glatz). Aus dieser Ausgangslage bereitete sie die Eroberung Berlins vor. Parallel dazu beschlossen die Staatschefs der drei großen alliierten Mächte, Winston Churchill (Großbritannien), Franklin D. Roosevelt (USA) und Josef Stalin (Sowjetunion), auf der Konferenz von Jalta (4. bis 11. Februar 1945) unter anderem die Art der anschließenden Besetzung Deutschlands in Form seiner Aufteilung in vier Besatzungszonen. Jeder der Großen Drei versuchte dabei, für sich machtpolitisch günstige Ausgangspositionen für die Gestaltung der Nachkriegsordnung zu erlangen.

Sowjetischer Angriffsplan

Marschall Schukow (1941)

Am 1. April 1945 hatte Stalin die beiden wichtigsten Obersten Befehlshaber nach Moskau befohlen: die Marschälle Schukow und Konew. Truppen der 1. Belorussischen Front Schukows hatten den Kampf um Küstrin gewonnen und einen 44 Kilometer breiten und bis zu 20 Kilometer tiefen Brückenkopf auf dem westlichen Oderufer gebildet. Von hier aus sollte der Hauptstoß auf Berlin erfolgen. Die Flügel von Schukows Front sollten Berlin im Norden und Süden umfassen.

Die 1. Ukrainische Front Konews, die ab Guben nach Süden anschloss, sollte dort die verteidigende deutsche 9. Armee nach dem Durchbruch im Rücken angreifen. Stalin gab seinen Befehlshabern zwei Tage Zeit, um einen Angriffsplan auf Berlin auszuarbeiten. Der Hauptstoß von Küstrin geradewegs auf die Reichshauptstadt zu, bevorzugte Schukow – Konew sollte den Direktangriff und die Umfassung der Stadt nur durch seinen Vorstoß nach Südwesten abschirmen. Stalin gestand Konew jedoch zu, im Falle eines raschen Vorgehens auch von Süden nach Berlin eindringen zu können.

„(Stalin) zog eine Trennungslinie zwischen Schukows und Konjews Heeresgruppen. Die Linie begann östlich der Oder, kreuzte den Fluss und verlief geradeaus weiter. Bei Lübben an der Spree, knapp 60 km südöstlich von Berlin, brach er plötzlich ab. ‚Wer als erster bis dahin vordringt, der soll Berlin erobern‘, erklärte er.“

Gosztony (Hrsg.): Der Kampf um Berlin in Augenzeugenberichten. 1985, S. 119 f.

Am 3. April 1945 wurde der Angriffstermin für den 16. April 1945 beschlossen. Einige Tage später gingen detaillierte Weisungen des Oberkommandos Stawka an Schukow, Konew und Marschall Rokossowski. „Insgesamt waren die drei russischen Fronten 1 593 800 Mann stark.“[6]

Schlacht an der Oder

Sowjetische Artillerie vor Berlin

Die Rote Armee bereitete einen Zangenangriff vor, um Berlin einzukesseln. Zur Einnahme der Stadt konzentrierte die Stawka etwa 2,5 Millionen Soldaten (inklusive nichtkämpfender Einheiten), 6.250 Panzer und Selbstfahrlafetten, 7.500 Flugzeuge und 41.600 Artilleriegeschütze.[7]

Am nördlichen Oder-Abschnitt zwischen der Ostseeküste über Schwedt bis Oderberg stand die 2. Weißrussische Front unter Marschall Konstantin Rokossowski. Sie stand an einem schwer überbrückbarem Flussabschnitt und sollte erst später, nach dem erfolgten Durchbruch der südlicheren Heeresgruppen über die Oder angreifen.

Banner der 1. Weißrussischen Front

Im westlichen Oderbrückenkopf von Küstrin bis nach Guben war die 1. Weißrussische Front unter Georgi Schukow konzentriert, sie sollte den direkten Vormarsch auf Berlin erzwingen. Im südlichen Abschnitt entlang der Neiße bereitete die 1. Ukrainische Front unter Iwan Konew ihren Durchbruch zwischen Forst und Muskau in Richtung auf Cottbus und Spremberg vor.

Volkssturmmann mit Raketenpanzerbüchse („Panzerschreck“) vor Berlin, April 1945

Der Roten Armee gegenüber standen schwer angeschlagene Einheiten der deutschen Heeresgruppe Weichsel unter Generaloberst Gotthard Heinrici, zusammengesetzt aus der 3. Panzerarmee und der 9. Armee. Im Süden wurde auch die 4. Panzerarmee der Heeresgruppe Mitte vom sowjetischen Angriff erfasst.[8] Den deutschen Heerestruppen waren starke Anteile an Waffen-SS und Allgemeiner SS unterstellt, zudem als „letztes Aufgebot Deutschlands“ auch Volkssturm-Einheiten, bestehend aus militärisch unerfahrenen und schlecht vorbereiteten Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren sowie Männern bis 60 Jahren. Diese – bezogen auf Erfahrung und Motivation – äußerst uneinheitlichen Streitkräfte umfassten insgesamt rund eine Million Mann. Sie hatten aber nur etwa 800 Panzer, mussten faktisch ohne Luftunterstützung kämpfen (ihre Gegner hatten die Luftherrschaft) und waren aufgrund der schlechten Versorgung mit Treibstoff und Munition in ihrer Wirkungskraft und Flexibilität zusätzlich eingeschränkt.

Am 16. April eröffnete die Rote Armee ihre Offensive mit dem stärksten Artilleriefeuer des Krieges; statistisch kam entlang der Oderfront auf fünf Meter ein Geschütz. Dieser Beschuss war jedoch weitgehend wirkungslos, da der deutsche Befehlshaber Gotthard Heinrici die vorderen Stellungen im Bereich des Hauptangriffs Schukows auf die Seelower Höhen zurückgenommen hatte (Hardenberg-Stellung).

Noch am ersten Tag hatte Schukow, durch die Schwierigkeiten seiner Infanterie im Oderbruch ungeduldig geworden, den Einsatz seiner beiden noch östlich der Oder stehenden Panzerarmeen im mittleren Abschnitt befohlen und durch die folgende Vermischung der Truppen eine noch größere Verwirrung bewirkt: „Als es den vereinigten Kräften aller Waffengattungen nicht gelang, Schukows unrealistischen Zeitplan einzuhalten, verstärkten die heftigen Panzerangriffe noch die Folgen der grundsätzlichen Fehleinschätzung.“[9] Erst am 19. April 1945 gelang der 1. Weißrussischen Front nach großen Verlusten die Einnahme der Seelower Höhen.

Die Deutschen waren damit auf die äußeren Verteidigungslinien Berlins zurückgedrängt und ihre Reserven waren verbraucht.

Banner der 1. Ukrainischen Front

Der 1. Ukrainischen Front unter Marschall Konew gelang hingegen im Süden der rasche Durchbruch durch die deutsche Verteidigungslinie an der Lausitzer Neiße südlich Cottbus bei Spremberg. Mit einem gewagten Panzerangriff im Rücken der 9. Armee erreichte die 3. Gardepanzerarmee des Generalobersten Rybalko Lübben und Konew erhielt am 17. April die Erlaubnis von Stalin, Berlin von Süden her anzugreifen. Stalin selbst teilte dies dann Schukow mit.[10]

Äußerer Verteidigungsring

Volkssturmsoldaten

Der „Äußere Verteidigungsring“ war keine lückenlose Linie, sondern meist nur stützpunktartig an Brücken und wichtigen Straßenkreuzungen besetzt. Die Abwehr war nicht koordiniert, da weder die Befehlsgebung in der Stadt geregelt, noch die vorhandenen Einheiten planmäßig verteilt waren. Neben lokalen Kommandeuren betätigte sich zwischenzeitlich Joseph Goebbels als Organisator.

20. April 1945

Im Nordosten fielen im Vorfeld Berlins Bernau und nachts Altlandsberg, die 5. Stoßarmee gewann Strausberg und die 3. Stoßarmee schoss (zum Geburtstag Hitlers) mit Großkalibern in die Stadt.[11]

Ähnlich begründet „flogen anglo-amerikanische Bomber Salut, einen sogenannten 1000-Bomber-Angriff gegen Berlin, der zwei Stunden dauerte. Die Angriffshöhe dieser Verbände war so gewählt, daß ein Eingreifen der deutschen Flak unmöglich wurde. […] Die Bomber ließen Berlin wie betäubt, still und zerstört zurück. […] Wasser gab es nur noch an den Pumpen auf der Straße, so daß das Schlangestehen nach Wasser im Freien während des restlichen Kampfes um Berlin zu einem Überlebensrisiko wurde.“[12]

Die 2. Weißrussische Front begann mit ihrem Angriff nördlich von Schwedt bis zur Odermündung aus dem Brückenkopf von Stettin.

Noch in der Nacht zum 21. April trieb Konew seine Panzerkommandeure an, ohne Rücksicht auf „Verwundbarkeit seiner Etappe“ oder die nachfolgende Infanterie vorzustoßen. Schon 24 Stunden später erreichten seine Gardepanzer Zossen und hoben dort das Oberkommando des Heeres (OKH) aus. Das Personal und Material war in einer Fahrzeugkolonne nach Süden evakuiert worden und wurde kurz darauf von der deutschen Luftwaffe versehentlich „erfolgreich“ bombardiert.[13]

21. April 1945

Baudenkmal Landsberger Allee 563[14]
Das Bild Gedenkstätte 21. April 1945 wurde von Otto Schack gestaltet.[15]

Am Morgen überschritt im mittleren Abschnitt Schukows die 2. Garde-Panzerarmee den Autobahnring und wandte sich auf breiter Front gegen das Stadtgebiet (Hohenschönhausen – Marzahn – Hönow), die 3. Stoßarmee erreichte Weißensee und südlich schwenkte die 8. Gardearmee und die 1. Garde-Panzerarmee auf den Raum Erkner ein.

Eine Einheit der ebenfalls zu Schukows Truppen zählenden (5. Stoßarmee) überschritt als erste die Stadtgrenze im Nordosten Berlins bei Marzahn.

„Gegen 11.30 Uhr begannen die Sowjets, das Stadtzentrum mit Belagerungsgeschützen und schwerer Artillerie zu beschießen“,[16] Das Feuer über diese Distanz überraschte alle in der Stadt und es kam zu dramatischen Szenen – so auch am Hermannplatz in Neukölln.

Inzwischen war in der gesamten Stadt die Licht-, Gas- und Wasserversorgung ausgefallen. In der Stadt zerfetzten mittags Artilleriegranaten viele der überraschten Menschen.[17]

Das deutsche LVI. Panzerkorps zog sich auf die Linie Marzahn – Köpenick zurück. Es verlor dabei die Verbindung zur 9. Armee südöstlich der Stadt. Diesen Rückzug interpretierte Hitler als Eigenmächtigkeit und befahl die Erschießung des Kommandeurs Weidling. Hitler begann noch während der Lagebesprechung mit Schörner und Wenck, einen groß angelegten Gegenangriff zu planen.[18]

Während Konews Panzerspitzen auf der Reichsstraße 96 weiter auf dem Weg in den Südwesten Berlins waren, eroberten seine Truppen die weit im Hinterland liegenden Städte Spremberg (21. April) und Cottbus (22. April).

Am 21. April abends wurde die Einschließung der deutschen 9. Armee bei Königs Wusterhausen durch die 3. Garde-Panzerarmee Konews zusammen mit Truppen der 1. Weißrussischen Front, die aus nördlicher Richtung kamen, vollendet: „Die Truppen der beiden Fronten erkannten jedoch noch nicht, daß sie nur durch die ausgedehnten Wasserläufe voneinander getrennt waren.“[19]

Berlin, das zuerst nur in die Zange genommen werden sollte, wurde durch Konews Erfolg nun von allen Seiten angegriffen. Ziel war der Spreebogen mit den zentralen Regierungsgebäuden. Noch besaß Schukow keine Kenntnis über die Positionen Konews bei dessen Vorgehen auf Berlin.

22. April 1945

Nachdem Konews Vorausabteilungen Zossen besetzt hatten, näherten sich erste Einheiten dem Teltowkanal an der südlichen Stadtgrenze bei Teltow. Auf dem rechten Flügel „überschritten Truppen des 9. (mech.) Korps gegen 9.00 Uhr den Autobahnring und erreichten (abends) Lichterfelde, Marienfelde und Lankwitz. […] Die Panzer walzten jeden Widerstand nieder und drangen in die Wohngebiete ein.“ Konew war Schukow in den südlichen Vororten zuvorgekommen, aber er war am 23. April dringend auf eine Kräftekonzentration angewiesen – „für den Angriff auf die Innenstadt, den er selbst leiten wollte.“[20]

Am Spätnachmittag des 22. Aprils hatte die 8. Gardearmee unter Schukows General Tschuikow im Südosten „die Vororte Dahlwitz, Schöneiche, Fichtenau, Rahnsdorf, Friedrichshagen und Wendenschloß eingenommen.“[21] In der Nacht erreichten sie Grünau und Falkenberg.

Nachdem am Vortag als erste eine Einheit der 5. Stoßarmee die Stadtgrenze Berlins überschritten hatte, womit ihrem Befehlshaber, Generaloberst Nikolai Erastowitsch Bersarin, nach russischer Militärtradition das Amt des Stadtkommandanten zufiel, nutzten Schukows Truppen den Tag zur Vorbereitung auf die Straßenkämpfe oder wurden „um die nördlichen Bezirke herum zu den ihnen zugewiesenen Abschnitten für die Einschließung der Stadt geführt.“

In der Nacht zum 23. April gelang bereits die Überquerung der Havel bei Hennigsdorf durch die 47. Armee, die nun den Auftrag erhielt, „die Stadt endgültig einzuschließen und eine Sicherungslinie soweit wie möglich nach Westen vorzuschieben.“[22]

Im nördlichen Bogen drangen Schukows Streitkräfte nach Reinickendorf und Pankow vor, im Osten standen sie in Weißensee, Lichtenberg, Karlshorst und Köpenick.

„Die Nacht vom 22. auf den 23. April war eine bedeutsame Zäsur für den Fortgang der Schlacht. Beide Seiten waren gezwungen, neu zu überdenken, wie sie die Lage in den Griff bekommen konnten. Die Russen hatten einen Vorgeschmack davon erhalten, was die nächste Phase der Operation bringen würde […] Die Deutschen mußten sich, verspätet, auf eine Belagerung mit all ihren Konsequenzen einrichten.“

Tony Le Tissier: Der Kampf um Berlin 1945. S. 102.

Operationen der 2. Weißrussischen Front

Marschall Rokossowski (1949)

Aufgabe der 2. Weißrussischen Front unter Marschall Rokossowski in der Planung des Oberkommandos war, ab der zweiten Phase des Großangriffs von der Oder die deutschen Linien vom Abschnitt Schukows aus bei Schwedt bis hin zur Odermündung am Großen Haff anzugreifen:

„Obwohl Rokossowskijs Operation keinen direkten Einfluß auf die Schlacht um Berlin hatte, band sie doch die Kräfte der 3. Panzerarmee und schloß so Kräfteverschiebungen an andere Frontabschnitte aus. Dadurch trug sie nicht unwesentlich zum Zusammenbruch der deutschen Oderfront bei.“

Tony Le Tissier: Der Kampf um Berlin 1945. S. 70.

Ab 18. April gingen die Truppen aus dem Brückenkopf bei Stettin durch das überschwemmte Marschland vor. Ab dem 20. April begann der Angriff auf die verteidigende 3. Panzerarmee des Generals Hasso von Manteuffel. Dessen letzte Panzer hatte Heinrici an den Südabschnitt bei Eberswalde befohlen, um dort Schukows Vorstoß aufzuhalten. Angesichts der mangelnden Ausrüstung bezeichnete Manteuffel seine Truppen als „die reinste Geisterarmee“. Er hatte auch keine Artillerie, lediglich 600, teils einbetonierte Flakgeschütze zur Verfügung.[23]

Standarte der 2. Weißrussischen Front

Der Angriff begann mit Artillerievorbereitung, doch nur der 65. Armee unter Generaloberst Batow gelang ein stabiler Brückenkopf auf dem Westufer des westlichen Oderarms.

Der General: „Am 20. April trat der Gegner zwanzigmal zum Gegenangriff an […] (Da er) seine Reserven aus der Bewegung und dazu noch in einzelnen Teilen nacheinander in das Gefecht einführte [… konnte er] keinen Stoßkeil bilden; ihre improvisierten Attacken aber halfen ihnen wenig, obwohl sie oft und erbittert wiederholt wurden.“ Massive Gegenangriffe, auch mit Panzern verzeichnete Batow bis zum 24. April.

Schon am 22. April erfuhr Schukow „daß die Anweisung (der Stawka) an Rokossowski aufgehoben sei, nach der die 2. Bjelorussische Front zur Umgehung Berlins von Norden angreifen sollte.“[24]

„Die 3. Panzerarmee verteidigte trotz starken Drucks am 23. April noch verzweifelt ihre Stellungen an der Oder. Generaloberst Heinrici war klar, daß General Manteuffels Truppen nicht mehr lange standhalten würden. Er plante deswegen, sie auf die andere Seite zurückzunehmen, um ihnen die Kapitulation vor den Westalliierten zu ermöglichen.“[25] Auf der Südflanke war Steiner bei Oranienburg umgangen worden und musste auf den Ruppiner Kanal zurück gehen.

Am 24. April

„(war) von der Heeresgruppe Weichsel [..] praktisch nur noch Manteuffels 3. Panzerarmee übrig. Manteuffel leistete erbitterten Widerstand, doch der Mittelabschnitt gab bereits gefährlich nach. Noch schlimmer war, daß Schukows Panzer, die entlang der südlichen Flanke vorstießen, jetzt nach Norden schwenken und Manteuffel einschließen konnten. Die einzige Truppe, die ihnen im Wege stand, war der Haufen des SS-Obergruppenführers Felix Steiner.“

Cornelius Ryan: Der letzte Kampf. S. 297.

„In der Nacht (vom 26. auf den 27. April) zog sich die 3. Panzerarmee von ihren Stellungen aus der von Süd nach Nord verlaufenden Ücker in Prenzlau zurück und gab damit die letzte Chance zu einer geschlossenen Verteidigung auf.“[26]

Die 2. Weißrussische Front Rokossowskis besetzte in der Folge Vorpommern (Stralsund – Rostock), Mecklenburg (bis kurz vor Schwerin) und das nördliche Brandenburg (Wittstock – Wittenberge). Am 5. Mai besetzen Einheiten Rokossowskis Peenemünde; andere trafen am Kriegsende auf Truppen der britischen 21st Army Group, die an einigen Stellen über die Elbe vorgedrungen waren.

Deutsche Planung

Zur Verstärkung einer Panzersperre am S-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln graben Volkssturmmänner am 10. März 1945 Stahlträger ein

Der Befehlshaber in Berlin, Generalleutnant Hellmuth Reymann, hatte auf Veranlassung Hitlers im grundsätzlichen Befehl vom 9. März 1945 angeordnet, Berlin „bis zum letzten Mann und zur letzten Patrone“ zu verteidigen.[27]

Auf der Grundlage dieses Befehls war am 20. April 1945 der Fall Clausewitz ausgegeben worden, mit dem angesichts der herannahenden Front unter anderem die Evakuierung aller Berliner Gebäude und Gebiete, in denen Regierungs-, Wehrmacht- und SS-Dienststellen untergebracht waren, sowie die Zerstörung amtlicher Akten, Urkunden und Schriftstücke angeordnet wurde. Umgehend wurden in den Ämtern die Akten vernichtet und große Kolonnen von LKWs mit Personal und Wertgegenständen verließen die Stadt nach Westen.

Deutsche Verteidigung

Nach vier Tagen harter Kämpfe war die deutsche Oderfront am 19. April 1945 zerbrochen. „Die Lücken noch zu schließen, war aussichtslos. Das Ringen von Heeresgruppe und Armeeoberkommando um die Genehmigung zum Absetzen hielt ohne Erfolg an. […] In diese verzweifelte Lage platzte der völlig abwegige Befehl Hitlers, …“ mit einem kombinierten Großangriff von 9. Armee und 4. Panzerarmee, „die rückwärtigen Verbindungen der 1. Ukrainischen Front ab(zu)schneiden und deren Stoß auf Berlin zum Stehen (zu) bringen. Die Armee ging über diesen undurchführbaren Befehl hinweg und fasste den Entschluß, nunmehr auch ohne Befehl, alle Maßnahmen für einen Durchstoß der Südgruppe nach Westen einzuleiten.“[28] Damit begannen die Versuche der deutschen Befehlshaber, sich Hitlers Befehlsgebung zu entziehen.

Während Hitler an seinem Geburtstag am 20. April sein Gehen oder Bleiben in der Reichshauptstadt erwog und seine Hoffnungen auf die 12. Armee des Panzergenerals Walther Wenck setzte, versuchte Heinrici konsequent, die Reste seiner zerschlagenen Heeresgruppe im Rückzug südlich und nördlich um Berlin herum zu führen. Als er am 29. April die „Übernahme der Geschäfte des Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Weichsel“ an General von Manteuffel übertragen wollte – der dies jedoch ablehnte – wurde Heinrici von Generalfeldmarschall Keitel durch den General der Infanterie von Tippelskirch ersetzt.[29]

Helmuth Weidling, Kommandant der Verteidigung Berlins (Foto: 15. Januar 1943)

In Berlin löste Hitler am 21. April General Reymann als Kampfkommandant von Berlin durch Oberst Kaether ab. Als am 23. April der General der Artillerie Helmuth Weidling, Kommandeur des LVI. Panzerkorps, bei Hitler erschien, um persönlich gegen seine Erschießung auf Grund eigenmächtiger Handlungen zu protestieren, wurde er in die Lagebesprechung einbezogen: „Mit immer größer werdendem Erstaunen hörte ich die Großsprechereien des Führers.“ Er wurde von Hitler am Tag darauf zum neuen ‚Kommandanten der Verteidigung von Berlin‘ ernannt. Weidling sagte zu General Krebs, der ihm die Ernennung mitteilte: „Es wäre besser, wenn Sie befohlen hätten, mich zu erschießen, dann ginge dieser Kelch an mir vorüber!“[30]

Weidling übernahm die Befehlsgewalt und die Einteilung Berlins in neun Verteidigungsabschnitte. Er ordnete die Verteilung der Truppen neu und bemühte sich, reguläre Truppen, die „Abteilungen des Volkssturms und zusammengewürfelte Formationen jeglicher Art“ militärisch sinnvoll zu verteilen.

Teilnahme von Truppen anderer Nationen

Am Angriff auf Berlin und den Kämpfen gegen die Heeresgruppe Mitte nahmen auch 180.000 polnische Soldaten teil. Im Norden schirmte die polnische 1. Armee den äußeren Flügel der 1. Weißrussischen Front gegen die 3. Panzerarmee General von Manteuffels ab und überwand anschließend die Armeegruppe Steiner. Die polnische 2. Armee kämpfte im Süden gegen Reste der Heeresgruppe Mitte unter Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner.

„Unter Hitlers Fahne kämpften in Berlin als Reste der ‚europäischen‘ SS-Verbände Vertreter fast aller europäischen Völker. Wir finden Belgier, Holländer, Dänen, Norweger, Schweden, Esten, Letten, Ukrainer, Galizier, Siebenbürger, Schweizer, Franzosen und Spanier. Am zahlreichsten waren Franzosen und Spanier.“ Darunter waren die neunzig Franzosen der Rest-Division Charlemagne, „die nicht für Hitler, sondern für Europa gegen die Sowjets weiterkämpfen wollten.“

Erich Kuby: Die Russen in Berlin 1945. S. 147 f.

Damit wurde, wie der Historiker Anthony Beevor kommentierte, „der Fall von Berlin zum Scheiterhaufen für die Reste der europäischen extremen Rechten.“[31]

Lage in der Stadt

Die Zivilbevölkerung Berlins wurde von den Militärbehörden zu Beginn der Schlacht um Berlin auf noch etwa 2,7 Millionen Einwohner geschätzt. 1939 waren 4,3 Millionen Menschen gezählt worden; nun waren es fast 40 Prozent weniger. Von den verbliebenen Einwohnern waren etwa zwei Drittel Personen weiblichen Geschlechts jeder Altersstufe. Das Drittel der männlichen Zivilbevölkerung machten vor allem Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 16 Jahren und ältere Männer über 60 Jahre aus. Ein Großteil der vormaligen Einwohner Berlins war, wenn nicht als Soldaten an verschiedenen Frontabschnitten oder in Kriegsgefangenschaft, dann durch Evakuierungen oder Flucht – in der Regel nach Westen – nicht mehr in der Stadt (siehe auch Kinderlandverschickung). In den elf Wochen vor der Schlacht waren zudem etwa 200.000 Menschen durch 85 Luftangriffe, zumeist von britischen oder US-Bombern, zur Flucht aus Berlin veranlasst oder getötet worden. Berlin glich bereits zu Beginn der Landoffensive der Roten Armee auf Stadtteile im Zentrum einer Trümmerlandschaft.

Ruine des Kaufhauses Karstadt am Hermannplatz

In diesen letzten Kriegstagen kam es zu ausgedehnten Zerstörungen von Gebäuden und der Verkehrs-Infrastruktur. So wurden unter nicht geklärten Umständen das Warenhaus Karstadt am Hermannplatz und der Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn unter dem Landwehrkanal gesprengt. (→ Geschichte der Berliner U-Bahn)

Während dieser Apriltage nutzten fanatische Nationalsozialisten und SS-Führer Standgerichte und Exekutionskommandos, um ein Weiterkämpfen bis zum Ende zu erzwingen. Propagandistisch eingepeitscht wurde die aussichtslose Verteidigung Berlins durch Goebbels, der zusammen mit dem Staatssekretär des Propagandaministeriums, Werner Naumann, das Kampfblatt für die Verteidiger Groß-Berlins mit dem Titel Der Panzerbär herausgab. In diesen Mitteilungen wurde Treue zum „Führer“ gefordert und gleichzeitig Hoffnung auf einen Endsieg gemacht.

Innerer Verteidigungsring

23. April 1945

Neben dem Aufmarsch im Osten ermöglichte die nördliche Umfassung Berlins durch die Truppen Schukows mehrere Angriffskeile in Richtung Innenstadt. Im Süden standen Konews Einheiten vor dem Teltowkanal.

Norden

Die Angriffsspitze im Nordwesten an der Havel bildete die 47. Armee, der das 9. Garde-Panzerkorps, das 7. Garde-Kavalleriekorps und die 1. polnische Mörserbrigade unterstellt waren. Am Abend des 23. April standen die ersten Einheiten am Rand von Nauen.

Im Abschnitt Tegel begannen am 23. April dreitägige Kämpfe mit einem Werkschutz-Bataillon, das sich dann zu Wittlers Brotfabrik im Wedding zurückzog. Andere sowjetische Truppen umgingen die Stellung jedoch nach Hermsdorf, Waidmannslust und Wittenau – weiter östlich stieß das 12. Gardekorps über Lübars, Blankenfelde, Rosenthal nach Reinickendorf vor und kämpfte um das Rathaus Pankow. Das 79. Armeekorps der 3. Stoßarmee stand in Niederschönhausen.[32]

Osten

Die 5. Stoßarmee kämpfte im Bereich Schlachthof Storkower Straße (26. Garde-Armeekorps) und an der S-Bahnlinie um den Bahnhof Ostkreuz (32. Armeekorps). Das 9. Korps nahm Karlshorst mit seiner Pionierschule. „Gegen Abend des 23. April hatten die Kampfverbände der 8. Gardearmee die Stadtteile Karlshorst, Uhlenhorst, Schöneweide und Köpenick genommen und kämpften westlich der Dahme“,[33]

„Am Abend erreichten auch die Boote der Dnjepr-Flottille den Schauplatz, um die Truppen beim Übergang (über die Spree) zu unterstützen […] und um Berlin (auch) von Süden her anzugreifen.“[34]

Konkurrenz Schukow – Konew

„Man war weit hinter dem Zeitplan zurück, Stalin drängte, und Schukow muß über die Fortschritte Konjews besorgt gewesen sein.“[35]

Die 3. Garde-Panzerarmee Konews gruppierte an diesem Tag um und schloss „zu den Vorausabteilungen südlich des äußeren Verteidigungsringes zwischen Stahnsdorf und Lichtenrade auf.“ Hier nun überschätzte Konew die Kräfte der Verteidigung hinter dem Teltowkanal erheblich und ließ sich durch seinen überdimensionierten Artillerieeinsatz aufhalten.[36]

Der Misserfolg bewog Stalin zur Klärung der Aufgabenstellung seiner Feldmarschälle:

„Von diesem Tag an, dem 23. April, so lautete der Befehl (Nr. 11074), verlaufe die Grenze zwischen der 1. Weißrussischen Front und der 1. Ukrainischen Front von Lübben über Teupitz, Mittenwalde, Mariendorf zum Anhalter Bahnhof. Konjew war zutiefst enttäuscht: Stalin hatte Schukow den Siegespreis zugesprochen. Die Grenzlinie, die gerade durch die Stadt verlief, zwang Konjew mit seinen Truppen etwa 140 Meter westlich des Reichstages anzuhalten, auf dem die sowjetische Fahne aufgepflanzt werden sollte.“

Cornelius Ryan: Der letzte Kampf. S. 281.

Die Hauptaufgabe von Konews Heeresgruppe bestand somit wieder im Vorstoß südlich Berlins. So erreichten seine Truppen Potsdam, Beelitz, Lehnin und bewegten sich in Richtung Torgau an der Elbe. Dazu kam der Vormarsch in Richtung Bautzen und Dresden.

Siemensstadt

24. April 1945

Das 12. Garde-Panzerkorps besetzt den Bereich Jungfernheide (heute Flugplatz Tegel) bis zum Hohenzollernkanal – nachts erleidet es jedoch schwere Verluste im Industriekomplex Siemensstadt. Das 79. Korps wird durch den Widerstand um die Strafanstalt Plötzensee und am Westhafen aufgehalten.[37]

„Das 12. Gardekorps begann in den Arbeiterbezirk Wedding einzusickern.“ Am Bahnhof Wedding, einer Schlüsselstellung im Inneren Verteidigungsring gelingt der Durchbruch erst nach dem Einsatz schwerer Artillerie. Der Humboldthain mit dem Flakbunker wird umgangen und abgeriegelt, die Besatzung kämpft bis zum Ende.[38]

Wenig Widerstand trifft das 7. Korps in Prenzlauer Berg an, der Innere Verteidigungsring wird in Richtung Alexanderplatz durchbrochen. Die 5. Stoßarmee (26. Gardekorps, 32. Korps) dringt entlang der Frankfurter Allee vor – stärkerer Widerstand erfolgt im Wirkungsbereich des Flakturmes Friedrichshain. Das 9. Korps der 5. Stoßarmee überschritt in den frühen Morgenstunden des 24. Aprils die Spree in Höhe des Treptower Parks. 16 000 Mann werden von der Dnjepr-Flottille übergesetzt. Dagegen formiert sich Widerstand durch die SS-Freiwilligen-Division ‚Nordland‘.[39]

„Die 301. Schützendivision nahm das Kraftwerk Rummelsburg in Besitz – unzerstört und betriebsbereit.“[40]

Aus der südlichen Umfassung Berlins durch Konew beginnt am 24. April, frühmorgens nach 55-minütigem Artilleriebeschuss der Angriff über den Teltowkanal, der trotz der Unterlegenheit ihrer Kräfte (in Lankwitz) ”nach Anfangserfolgen von der deutschen Verteidigung unter schweren sowjetischen Verlusten und unter Aufgabe des russischen Brückenkopfs zurückgeschlagen (wird).“ Im Zentrum sind Konews Truppen beim Übergang erfolgreicher und am Abend ist der Südteil Zehlendorfs unter Kontrolle.[41] Die Verteidiger ziehen sich auf die Wannseeinsel zurück.

Im Süden Berlins erreicht die Rote Armee die östlichen Vororte Potsdams sowie die Linie Brandenburg – Wittenberg.[42]

Umfassung und Vormarsch ins Zentrum

25. April 1945

Der 2. Weißrussischen Front gelingt südlich Stettin der Durchbruch gegen die die 3. Panzerarmee. „Heinrici gab Manteuffel augenblicklich die gewünschte Rückzugserlaubnis und befahl ausdrücklich die ‚Festung Stettin‘ zu räumen.“ Danach informierte er das OKW, das „achtundvierzig Stunden (benötigte), bis ein empörter Keitel bei ihm anrief.“[43]

In Berlin beginnt der von Hitler zum Stadtkommandanten bestimmte General Weidling mit der Reorganisation der Verteidigung.

Marschall Nowikow, der Befehlshaber der sowjetischen Luftflotte, setzte

„eine großangelegte Luftoperation gegen Berlin unter dem Namen ‚Operation Salut‘ in Szene. Ein erster Schlag wurde von Bombern der 18. Luftarmee geführt; ihm folgten den ganzen Tag pausenlose Luftangriffe der 16. Luftarmee. Alles in allem waren 1368 Maschinen im Einsatz – einschließlich 569 Sturzkampfbombern (PE-2), die auf besonders festgelegte Ziele eingesetzt wurden.“

Nowikow: Die Rolle der Luftwaffe. S. 94.

Ebenfalls am 25. April trafen die Russen und die Amerikaner an der Elbe bei Torgau zusammen.[44]

Einschließung Berlins

Die südliche Umfassung durch das 6. (mech.) Gardekorps der 4. Gardearmee Konews schloss auch Potsdam ein. Auf diesem Weg traf es am 25. April 1945 westlich der Reichshauptstadt bei Ketzin auf die über die Havel herankommende 47. Armee Schukows. Damit war der Ring um Berlin endgültig geschlossen. Bis zuletzt blieb jedoch die westliche, durch Seen und Wälder unübersichtliche Seite Berlins lückenhaft besetzt.

Vor der Innenstadt

Norden: Um Siemensstadt wurde vom 25. bis zum 28. April gekämpft. Das 79. Korps gewann die Strafanstalt Plötzensee und wurde am Westhafenkanal festgehalten. Das 12. Gardekorps nahm in Moabit die unzerstörte Fennbrücke im Handstreich. Der Flakturm Humboldthain behinderte im Nordosten den Vormarsch. Harten Widerstand gab es auch nördlich der Invalidenstraße, das 7. Korps erreichte den Alexanderplatz.

Osten: Die 5. Stoßarmee kam in Friedrichshain nur langsam voran. Die Eroberung des Schlesischen Bahnhofs (heute Ostbahnhof) bezeichnete Schukow später als eine der „schwierigsten Aufgaben.“

Süden: Die 8. Gardearmee und die 1. Garde-Panzerarmee drangen über den Teltowkanal nach Tempelhof und westlich des Tempelhofer Damms vor. Im Südosten sickerten sowjetische Truppen in Neukölln ein. Die 3. Garde-Panzerarmee des Generalobersten Rybalko kämpfte in den südwestlichen Vororten am S-Bahnring und stieß über den Botanischen Garten nach Schmargendorf, Nikolassee und Dahlem zum Grunewald vor. Ein Keil drang über Steglitz nach Schöneberg.

Konew begann eine Truppen-Konzentration mit der Absicht eines Vorstoßes zum Potsdamer Platz.

Im Westen brach die Besatzung Spandaus in der Nacht vom 25. auf den 26. April zur Stadtmitte hin aus.[45]

26. April 1945

Südwesten: Die 12. Armee des Generalobersten Wenck formierte sich in Richtung auf Potsdam (statt nach Jüterbog) und erreichte Beelitz. Konew musste sein 10. Garde-Panzerkorps frei bekommen, um dieses Wenck entgegenzustellen. Im Berliner Südwesten begannen in den dicht bebauten Gebieten die Straßenkämpfe.

Westen: Nach Erreichen der Heerstraße schwenkten Teile der 3. Garde-Panzerarmee „nach rechts in Richtung Charlottenburg und begannen sich langsam durch die Wohnbezirke auf beiden Seiten dieser breiten Durchgangsstraße vorzuschieben. Der Widerstand der Verteidigung nahm erst zu, als ihr unerwartetes Auftauchen bemerkt wurde.“[46]

Einwohner zerlegen ein Pferd (Flughafen Tempelhof)

Süden: Nach einem letzten Gegenangriff in Neukölln zog sich die Division Nordland am nächsten Morgen zur Stadtmitte zurück. Nach Eroberung des Flughafen Tempelhof besetzten Tschuikows Truppen den Viktoriapark (am nächsten Tag wurde auf Sicht der Anhalter Bahnhof beschossen). Der linke Flügel drang über die Yorckstraße zum Kleistpark und erreichte über die Potsdamer Straße bis zum Abend die Kurfürstenstraße. Der rechte Flügel stand in der Nacht zum 27. April vor dem Landwehrkanal, dessen Brücken kurz zuvor gesprengt wurden.

Norden: Mit starker Unterstützung der Luftflotte des Marschalls Nowikow wurde der Westhafen-Kanal überwunden und bis zum Abend war ein großer Teil von Moabit in sowjetischer Hand. Der Alexanderplatz wurde noch heftig umkämpft.[47]

27. April 1945

Süden: Tschuikow legte eine Art Ruhetag für seine Truppen zur Vorbereitung auf den Kanalübergang ein. Auch der Beschuss wurde weitgehend eingestellt.[48] Dem 28. Gardekorps Tschuikows gelang es unter Umgehung deutscher Positionen am Nollendorfplatz und am Lützowplatz bis zur Budapester Straße voranzukommen: „Einigen Sowjetpanzern gelang es, auf das Zoogelände durchzubrechen und von dort das Feuer gegen die Flaktürme zu eröffnen.“ Dieser Vorstoß beraubte die 3. Garde-Panzerarmee Konews, die in schwere Kämpfe um den Fehrbelliner Platz verwickelt war, praktisch jeder Möglichkeit, noch vor den Truppen Schukows den Reichstag einzunehmen.

Westen: Am 27. April ging der Flugplatz Gatow endgültig verloren und die Russen säuberten das gesamte Westufer der Havel vom Feind. Die Kämpfe in Charlottenburg nahmen an Schärfe zu, denn Weidling hatte, „um sich ein Ausfalltor nach Westen offenzuhalten, einen Teil der 18. Panzergrenadierdivision zur Unterstützung der örtlichen Verteidigung abgestellt.“ Das 79. Korps in Moabit, das weiterhin nur langsam (auch gegen die Wlassow-Einheiten) vorankam, zielte bereits auf den Spreebogen mit dem Reichstag.

Die 5. Stoßarmee kämpfte zwischen Spree und Alexanderplatz – das 9. Korps auf der anderen Seite des Flusses drang in Kreuzberg ein und erreichte den Moritzplatz.

Nach der Auflösung der 3. Panzerarmee Manteuffels im Norden und dem Verzicht Steiners auf jede Offensivbewegung, richtete sich „die einzige noch realistische Hoffnung der Verteidiger der Stadt Berlin [..] auf Wencks 12. Armee, die einen Fluchtweg nach Westen öffnen konnte [und …] nur noch etwa zehn Kilometer von Potsdam entfernt (war).“[49]

Kämpfe im Zentrum

28. April 1945

„Am 28. April drangen die Russen ins Stadtzentrum ein.“[50] Die Reste der Besatzung der Spandauer Zitadelle (Volkssturm und Zivilisten) ergaben sich.

Vor dem Landwehrkanal gegenüber dem Anhalter Bahnhof hielt die sowjetische Aufklärungsarbeit den ganzen Tag an. Die S- und U-Bahnlinien unter dem Kanal waren verbarrikadiert und für den Vorstoß nicht nutzbar.

Das 79. Korps in Moabit, dem die 2. Garde-Panzerarmee folgte, gelangte bis zur Moltkebrücke vor dem Spreebogen und bereitete sich auf den Sturm auf das Regierungsviertel vor:

„Der Druck, den Stalin ausübte, um die Rote Fahne zu den Maifeierlichkeiten auf dem Reichstag wehen zu sehen, war so groß, daß keiner in der Befehlskette sich auch nur dem Verdacht aussetzen wollte, er sabotiere dieses Ziel. Verluste spielten von nun an keine Rolle mehr.“

Tony le Tissier: Der Kampf um Berlin 1945. S. 164.

Aus südöstlicher Richtung griff das 32. Korps der 5. Stoßarmee die Fischerinsel an, das 9. Korps besetzte das Gebiet um den Spittelmarkt.

Am 28. April hatte Konew mit der 3. Garde-Panzerarmee von Westen her den letzten Versuch unternommen, über Savignyplatz und Zoo zur ‚Zitadelle‘ vorzustoßen: „Der Hauptangriff verlief wie geplant, und erst später am Vormittag stellte es sich plötzlich heraus, daß fast die ganze Osthälfte der Angriffsfront von Tschuikows Verbänden besetzt war, die Konjews Artillerievorbereitung wohl kaum begrüßt haben werden.“[51]

29. April 1945

Nordwesten: „Am Morgen des 29. gelang der Durchbruch im Abschnitt der 2. Garde-Panzerarmee;“ – die Ruine des Schlosses Charlottenburg wurde besetzt, die Verteidigung beim S-Bahnhof Jungfernheide überwunden und die Landzunge am Zusammenfluss von Spree und Landwehrkanal in Angriff genommen.

Norden: „Der Angriff des 79. Korps (in der Nacht) über die Moltkebrücke war ein tollkühnes und blutiges Unternehmen“ – da der Lehrter Güterbahnhof noch nicht erobert war, kam es von dort zu Gegenangriffen und einer teilweisen Zerstörung der Brücke. Im Morgengrauen war jedoch ein Brückenkopf in einem Häuserblock auf der anderen Uferseite gebildet: „Die 150. Division bereitete sich darauf vor, über die Moltkestraße zum Haupteingang des Innenministeriums, ‚Himmlers Haus‘, wie sie es nannten, vorzustoßen. […] Die Kämpfe zogen sich schnell über die Haupttreppe in alle Stockwerke und hielten den ganzen Tag und die Nacht über an. […] Zwischen 8.30 und 10.00 Uhr erfolgte starker Artilleriebeschuß der Stellungen am Reichstag.“[52]

Nordosten: Starker Widerstand am befestigten Stettiner Bahnhof (heute: S-Nordbahnhof), in der Stadtmitte wurde das Rote Rathaus gestürmt.

Südwesten: Der Vorstoß in Wilmersdorf, der auf den Bereich Zoologischer Garten und den dortigen Flakbunker zielte, geriet für die Sowjettruppen zum „Durcheinander“, da sich hier die nachts veränderte Frontgrenze befand und sich Konews und Schukows Einheiten im Zusammenhang der Kämpfe ‚verwickelten‘. Sie konnten erst in der folgenden Nacht neu geordnet werden.

An der südlichen Front in der Stadt wurde der Kampf um die nur teilweise zerstörte Potsdamer Brücke geführt. Gegen Abend war der Weg zum Potsdamer Platz freigekämpft.

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Stadtzentrum, rechts unten der Anhalter Bahnhof

Mit dem Angriff über den Landwehrkanal, der im Laufe des 29. April über die Trümmer des Hochbahnhof Möckernbrücke gelang – später konnten Panzer über eine Pontonbrücke am Halleschen Tor nachgezogen werden – fiel der „Orientierungspunkt, an dem die beiden angreifenden Fronten aufeinander stießen“ in die Hand der Truppen Schukows.[53]

Ein Kampf um den Anhalter Bahnhof fand jedoch nicht statt – die riesige Zahl der Flüchtlinge dort hielt beide Seiten davon ab, zumal sich Verteidiger und Angreifer auf die nächste Position um das Luftfahrtministerium (heute Finanzministerium) konzentrierten. Die Dramen spielten sich im Hochbunker und unterirdisch in den S-Bahn-Anlagen ab.

Am Abend des 29. April lässt Hitler

„Mohnke kommen, der für die Verteidigung der ‚Zitadelle‘ verantwortlich ist [… er berichtet:] Im Norden steht der Russe kurz vor der Weidendammer Brücke. Im Osten am Lustgarten. Im Süden am Potsdamer Platz und am Luftfahrtministerium. Im Westen im Tiergarten, 300 bis 400 Meter vor der Reichskanzlei. Hitler fragte weiter: ‚Wie lange können Sie noch halten?‘ ‚Höchstens noch 20 bis 24 Stunden, mein Führer, nicht länger.‘“

Gosztony: Augenzeugenberichte. S. 330, Übermittlung Artur Axmann.

Hoffnungen auf Entsatz

Den Befehl Hitlers zum Durchbruch nach Berlin, der Wenck am 23. April persönlich im Forsthaus „Alte Hölle“ bei Wiesenburg/Mark im Fläming durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, überbracht wurde, konnte und wollte Wenck nicht ausführen. Zwar konnte die deutsche 12. Armee unter Wenck nochmals bis in den Raum Ferch vordringen und Ende April die Reste der aus dem Kessel von Halbe ausgebrochenen deutschen 9. Armee und 15.000–20.000 Soldaten aus dem eingeschlossenen Potsdam aufnehmen, doch zielten die Operationen Wencks letztlich darauf ab, den bei Halbe eingekesselten und sich dann in Richtung Beelitz kämpfenden deutschen Verbänden den Weg in die amerikanische Kriegsgefangenschaft offen zu halten.

Die Gefechte in der Stadt gestalteten sich als ein erbitterter Häuserkampf. Oft wurde verbissen um nur wenige Gebäude oder um die Bahnlinien gekämpft. Die sowjetischen Einheiten waren im Stadtgebiet stets Scharfschützen und Kämpfern mit Panzerfäusten ausgesetzt. Bei den Kämpfen verlor die Rote Armee nach Konews Angabe etwa 800 Panzer gegen die regulären Truppen und die mit Panzerabwehrwaffen ausgerüsteten Kämpfer des Volkssturms und der Hitlerjugend. Die Übermacht der Roten Armee war jedoch zu stark, so dass die deutschen Verteidiger ihre Stellungen oft nicht lange halten konnten und unablässig zurückweichen mussten.

Kampf um die „Zitadelle“

Die Intensität der Kämpfe in Berlin nahmen nach Berichten beider Seiten zum Ende hin zu, doch konzentrierten sie sich auf den Kern der Verteidigung im Spreebogen und den Versuch, den Weg in Richtung Westen frei zu halten. In den inneren Bereichen der Stadt herrschte noch das Chaos, doch im weitaus größten Teil Berlins wurde versucht, die Lebensverhältnisse wieder zu ordnen. Seit seiner Einsetzung am 28. April erwies sich der sowjetische Stadtkommandant, Generaloberst Bersarin (bisheriger Befehlshaber der 5. Stoßarmee), als energischer und auch umsichtiger Organisator, der den Umständen entsprechend auch vor unkonventionellen Maßnahmen nicht zurückschreckte.

In der Zitadelle „(standen) den Sowjets [..] schätzungsweise 5000 Mann gegenüber, überwiegend SS-Einheiten, aber nicht nur Waffen-SS. Zwei Bataillone Volkssturm, das Bataillon ‚Großadmiral Dönitz‘, aufgestellt von der Marine-Nachrichtenschule, und einige kleinere Einheiten der 9. Fallschirmjägerdivision vervollständigten die deutsche Verteidigung. Unterstützt wurden diese Kräfte durch leichte Artillerie und Feldgeschütze, eine Anzahl der berühmten 88-mm-Flakgeschütze und Mörser.“[54]

Kommandant der Zitadelle war der SS-Brigadeführer Wilhelm Mohnke.

30. April 1945

Kämpfe um das Regierungsviertel und den Reichstag

Um 4 Uhr morgens hatte die 150. Division das Innenministerium erobert und die 171. Division die Westhälfte des Diplomatenviertels besetzt. Die ersten Angriffe auf den Reichstag scheiterten, da umliegende Gebäude – vor allem die Ruine der Krolloper – noch von Deutschen besetzt waren und ihre Säuberung bis gegen Mittag andauerte.[55]

Ab 14 Uhr begann der direkte Angriff über den Königsplatz. Bis zum Abend gelang die Besetzung der oberen Stockwerke, im Keller wurde weiter gekämpft.[56] Um 22:00 Uhr desselben Tages wehte die Rote Fahne auf der Kuppel des Gebäudes. Der sowjetische Soldat Michail Petrowitsch Minin hat als erster Rotarmist die sowjetische Fahne auf dem Reichstag gehisst.[57] Das berühmte Foto Auf dem Berliner Reichstag, 2. Mai 1945 von Jewgeni Ananjewitsch Chaldei entstand erst später.

Südlich des Spreebogens: „Tschuikow berichtet: Nach der Eroberung einiger kleinerer Brückenköpfe über dem Landwehrkanal gingen die Einheiten meiner Armee von Süden her zum Sturm auf den Tiergarten über.“[58]

Ein Weidling-Bericht bestätigte „Tiefe Keile des Gegners [..] im Gebiet des Potsdamer Platzes und des Anhalter Bahnhofes [und] längs der Wilhelmstraße fast bis zum Luftfahrtministerium, eine breite Lücke zwischen Spittelmarkt und dem Alexanderplatz und Kämpfe in der Nähe des Reichstagsgebäudes. Beide Seiten der Leipziger Straße waren in der Hand der Russen.“[59]

Nach Angaben von General Krebs bei den Unterhandlungen mit General Tschuikow setzten Adolf Hitler und seine am Vortag angetraute Frau Eva Braun am 30. April um 15 Uhr 15 ihrem Leben ein Ende.[60]

„Der 30. April brachte besonders erbitterte Kämpfe in den Bezirken Charlottenburg und Wilmersdorf, als die 2. und 3. Garde-Panzerarmee an der S-Bahn, die die Frontgrenze bildete, zusammentrafen und deutsche Truppen versuchten, einen Weg in den westlichen Teil der Stadt offenzuhalten. […] Der Strom nach Westen verstärkte sich.“ (Kämpfe in Westend)

„Entsetzliche Kämpfe“ tobten in den Straßen um den Zoo, der von den sowjetischen Truppen über die Schloßstraße und die Berliner Straße (heute Otto-Suhr-Allee) erreicht wurde: „Die Verluste der Infanterie hatten die schwindelnde Höhe von 90 % erreicht, daher wurde entschieden, die 1. polnische Division ‚Tadeusz Kościuszko‘ der 1. polnischen Armee in dieser Nacht zur Verstärkung der 2. Garde-Panzerarmee abzustellen.“ Weitere polnische Einheiten wurden in Kampfgruppen auf sowjetische Brigaden aufgeteilt.[61]

Polnische Division

Als einzige Formation neben der Roten Armee nahm an der Erstürmung des Zentrums von Berlin die polnische 1. Infanterie-Division Tadeusz Kościuszko unter General Bewziuk teil. Die im Mai 1943 in Lenino aufgestellte Einheit wurde mit General Marian Spychalski in den Straßenkämpfen im Nordwesten Berlins eingesetzt. Sie verfügte noch von Kämpfen in Warschau bzw. Praga über besondere Erfahrungen im Straßenkampf und rückte im Verband mit der sowjetischen 2. Garde-Panzerarmee des Generals Semjon Bogdanow vor. Der Kościuszko-Division gelang der Vorstoß entlang der Neuen Kantstraße zum Karl-August-Platz. Sie nahm an der Einnahme der Technischen Hochschule, des S-Bahnhofs Tiergarten sowie vier weiterer U-Bahnhöfe teil. Weitere Kämpfe führte sie entlang der Franklinstraße, der Englischen Straße, am Salzufer sowie im Tiergarten und am hinteren Teil der Reichskanzlei.

Am Abend des 30. April oblag es Tschuikow, seinem Oberbefehlshaber Schukow mitzuteilen, dass Stalins Wunsch, „zur Feier des 1. Mai ganz Berlin eingenommen (zu) haben“ nicht in Erfüllung gehen werde.[62]

Der Reichstag Anfang Juni 1945

Der Kampf-Bereich im Zentrum war zu Fuß abzuschreiten, wie Hans Fritzsche berichtete: „In der Nacht zum 1. Mai lief ich zu verschiedenen kämpfenden Gruppen […] in dem kleinen Viertel zwischen Gendarmenmarkt, Reichstag, Bahnhof Friedrichstraße und Luftfahrtministerium. Ich hatte den Eindruck, daß hier weit über 10000 Mann standen, ungerechnet die sicher auch 2000 bis 3000 Mann zählenden SS-Einheiten in der Reichskanzlei.“[63]

1. Mai 1945

„Während die Russen teilweise den 1. Mai feiern, gehen die Kämpfe in der Innenstadt mit unverminderter Härte weiter.“[64]

Kapitulationsverhandlungen

Noch am 30. April, gegen 16 Uhr, erhielt General Weidling (nach eigener Darstellung) einen Hitler-Brief mit der Erlaubnis überbracht, „in kleinen Gruppen aus der Einkesselung auszubrechen.“ Die Erlaubnis wurde bald darauf von Mohnke widerrufen. Persönlich in der Reichskanzlei vorsprechend, erfährt Weidling durch Krebs vom Tod Hitlers und von seinem Testament mit der Zusammensetzung einer neuen Reichsregierung. Es sollte ein Waffenstillstand erbeten werden, bis die „neue Regierung in Berlin zusammengetreten sei; […] um mit Rußland in Verhandlungen über eine Kapitulation Deutschlands einzutreten.“ Kurz vor Mitternacht gelang es, durch einen Parlamentär mit Tschuikows Truppen Kontakt herzustellen.

Generaloberst Tschuikow (1945)

Um 3.50 Uhr trafen General Krebs, Oberst von Dufving, Chef des Stabes des LVI. Panzerkorps, und ein Dolmetscher mit einem Schreiben von Goebbels ein, das auf Rechtstitel aus Hitlers Testament bestand, die für Friedensverhandlungen notwendig seien. Tschuikow ließ sich nach einigem Hin und Her mit Schukow verbinden, der seinerseits Stalin informierte. Stalin bestand auf der bedingungslosen Kapitulation und wünschte keine Verhandlungen. Falls dem nicht Folge geleistet würde, werde ab 10 Uhr 15 (am 1. Mai) Berlin wieder unter Artilleriefeuer genommen.[65]

Um 13 Uhr am 1. Mai kehrte Krebs zurück. Axmann berichtete: Goebbels wies es zurück, seine „Unterschrift unter eine Kapitulationsurkunde zu setzen. […] Gegen 20.30 Uhr kam ich wieder in den Bunker der Reichskanzlei zurück. Auf dem Gang traf ich Mohnke. Er sagte: 'Dr. Goebbels und seine Frau sind tot.'“[66] Die Generale Krebs und Burgdorf und andere Militärs erschossen sich.

Weitere Verhandlungen hatte Goebbels zudem mit dem Kommandeur der Truppen der 5. Stoßarmee versucht, die vor der Reichskanzlei standen. Der Oberst der 301. Division wurde jedoch nicht ermächtigt, Verhandlungen zu führen. Die Angelegenheit nahm jedoch Stunden in Anspruch, in denen in diesem Abschnitt Waffenruhe herrschte, so dass es an diesem Tag nicht mehr zum eigentlich befohlenen Sturm auf die Reichskanzlei kam.[67]

General Weidling berichtete über die Lage in der Stadt in der zweiten Hälfte des 1. Mai: „In den Händen der Russen waren: der Bahnhof Zoologischer Garten, die Weidendammbrücke, der Spittelmarkt, die Leipziger Straße, der Potsdamer Platz, die Potsdamer Brücke und die Bendlerbrücke. Widerstand in Wilmersdorf zerschlagen, Lage im Westen der Stadt unbekannt.“

Um 20 Uhr zurück von einer weiteren Vorsprache in der Reichskanzlei und in Kenntnis der gescheiterten Verhandlungsversuche, ließ Weidling die Soldaten seines Gefechtsstandes zu sich rufen: „Alle waren sie mit mir darin einig: es gab nur einen möglichen Ausweg, und zwar die Kapitulation […] Um Mitternacht [vom 1. auf den 2. Mai] überschritt Oberst von Dufving als Parlamentär abermals unsere Kampflinie.“[68]

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche im Juli 1945

Die von Stalin angedrohte erneute Offensive begann ab 18.30 Uhr mit heftigem Artillerie- und Raketenbeschuss. Das 29. Gardekorps der 2. Garde-Panzerarmee überschritt die Budapester Straße und durchbrach die Zoomauer. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde erobert und der Turm mit Scharfschützen und Artilleriebeobachtern besetzt. Im östlichen Tiergarten wurde die Siegesallee erreicht. Die Einnahme des Potsdamer Bahnhofs und des Potsdamer Platzes wurde gemeldet. „Die 66. Garde-Panzerbrigade säuberte ihren Abschnitt nördlich des Landwehrkanals und nahm den Stützpunkt am S-Bahnhof Tiergarten.“ Der Stützpunkt in der Technischen Hochschule wurde erstürmt. Von Süden her überschritt die 3. Garde-Panzerarmee (Konews) den Kurfürstendamm „und um 8.30 Uhr am folgenden Morgen [2. Mai] trafen die beiden Panzerarmeen in der Nähe des Savignyplatzes zusammen.“[69]

Kapitulation 2. Mai 1945

Der nunmehr von General Weidling zur Erklärung der Kapitulation beauftragte Oberst von Dufving traf zu seinem Erstaunen bei Tschuikow auf eine zivile Delegation unter Führung von Hans Fritzsche, Ministerialdirigent im Propagandaministerium, der anbot, im Rundfunk die Kapitulation Berlins zu verkünden. Während dies noch verhandelt wurde, traf General Weidling persönlich bei Tschuikow in dessen Hauptquartier im Schulenburgring 2 in Tempelhof ein.[70]

Ort der Übergabe der Stadt am Morgen des 2. Mai 1945

Damit stand den sowjetischen Truppen ein militärischer Befehlshaber gegenüber, der auch faktisch in der Lage war, die Kampfhandlungen auf deutscher Seite einzustellen. Seinen Worten zufolge hatte er den Befehl dazu bereits um 6 Uhr morgens den ihm direkt unterstellten Truppen (dem LVI. Panzerkorps und angeschlossenen Einheiten) erteilt, auf Grund fehlender Verbindungen konnte er die allgemeine Einstellung der Kämpfe jedoch nicht garantieren.[71]

Am 2. Mai, um 7 Uhr 50, begann Weidling mit der Abfassung des Kapitulationsbefehls. Es wurden Lautsprecherwagen mit je einem sowjetischen Offizier und einem Deutschen in die Stadt geschickt. Zur Vervielfältigung sprach Weidling den Kapitulationsbefehl auf Band.[72]

Die Verteidiger in den Kellern des Reichstages widerstanden bis zur Erreichung des Kapitulationsbefehls am 2. Mai, 13 Uhr: „Dann erst legten die 1500 Überlebenden die Waffen nieder.“[73]

Datei:Bundesarchiv Bild 183-W0422-004, Berlin, deutsche Soldaten bei Abgabe von Waffen.jpg
Deutsche Soldaten bei Abgabe von Waffen

„Die Beendigung der Feindseligkeiten war auf den 2. Mai 1945, 13 Uhr, festgelegt worden, aber es war wohl eher 17 Uhr, als alle Kampfhandlungen in der Stadt eingestellt waren. […] Die Russen behaupten, an diesem Tag in Berlin 134 000 Gefangene gemacht zu haben, aber sie trieben auch alle arbeitsfähigen Männer und selbst Frauen und Jugendliche zusammen, um sie in die Arbeitslager der Sowjetunion zu bringen.“[74] In seinem „Sonder-Tagesbefehl“ vom 2. Mai nennt Stalin „bis 21 Uhr […] mehr als 70 000 deutsche Soldaten und Offiziere“ als Gefangene.[75]

Über den Ruinen der Stadt war bereits am 2. Mai um 6:55 Uhr Moskauer Zeit auf dem Brandenburger Tor neben der sowjetischen auch die weiß-rote Flagge Polens gehisst worden.

Letzte Kämpfe

Überliefert ist das Andauern von Kampfhandlungen bis zur Nacht des 3. Mai im Umfeld des Flakturms im Volkspark Humboldthain. Die Übergabe erfolgte dort um 12 Uhr am 3. Mai 1945.[76]

Umfeld Berlin

In der Nacht des 30. April auf den 1. Mai gelang es den Resten von Theodor Busses 9. Armee, sich in andauerndem Kampf zu den Linien der 12. Armee Wencks durchzuschlagen.

Busse schätzte, dass 40 000 Mann und mehrere tausende Flüchtlinge die Elbe erreichten. Dazu kamen die Soldaten der ‚Heeresabteilung Spree‘ des Generals Reymann aus dem Raum Potsdam. Der Befehlshaber der 9. US-Armee an der Elbe war jedoch nur bereit, die Soldaten, nicht aber die Flüchtlinge aufzunehmen. Die sowjetischen Luftangriffe auf die deutschen Truppen zwangen jedoch die Amerikaner von der Elbe zurück, so „daß die Deutschen die am 4. Mai beginnende Überquerung unbeobachtet von den Amerikanern durchführen konnten. Das XX. Armeekorps schirmte die Operation ab, die erst um Mitternacht des 7. Mai abgeschlossen war. Wenck schätzte, daß [bis dahin insgesamt] ungefähr hunderttausend Soldaten und dreihunderttausend Flüchtlinge erfolgreich evakuiert worden sind.“[77]

Am 2. Mai war die 2. Weißrussische Front bis zur Linie Wittenberge – Parchim – Bad Doberan vorgedrungen. Die britische 21. Armeegruppe hatte Lübeck und Wismar besetzt, die 9. US-Armee Ludwigslust und Schwerin und dabei die Reste der 3. Panzerarmee und der 21. Armee eingeschlossen. Nachts konnte General Hasso von Manteuffel vor US-Truppen und General Kurt von Tippelskirch vor britischen Truppen kapitulieren.[78]

Ausbruchsversuche

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai bereiteten sich mehrere Einheiten auf Ausbruchsversuche vor.

Eine Gruppe von 300 Soldaten, die auf ihrem Weg auch „auf eine österreichische Panzereinheit mit fünfzehn ‚Tiger‘-Panzern stieß“, gelangte mit zahlreichen zivilen Flüchtlingen über die Heerstraße bis nach Döberitz. Dort mussten sie sich ergeben.

Einer großen Gruppe unter Führung von Generalmajor Sydow gelang mit den Resten der Panzer-Division Müncheberg und der 18. Panzergrenadierdivision vom Zoo über die Kantstraße und nach heftigen Kämpfen um die Charlottenbrücke am Olympiastadion vorbei – zum Teil durch die U-Bahn-Tunnel – über Ruhleben nach Spandau der Ausbruch. Eine sehr große Zahl von Flüchtlingen hatte sich hier angeschlossen. Ein Teil erreichte in den nächsten Tagen die Elbe.

General Bärenfänger zog über den Humboldthain mit einem Teil seiner Einheiten vom Alexanderplatz durch eine Frontlücke nach Norden. Die Panzer wurden am frühen Morgen des 2. Mai 15 Kilometer nordwestlich Berlins abgefangen. Einigen Mannschaften gelang die Flucht.

Der Ausbruchsversuch aus der Reichskanzlei in verschiedenen Gruppen endete in einem Panzergefecht auf der Weidendammer Brücke (Gustav Krukenberg) und am Lehrter Bahnhof (Martin Bormann); andere ergaben sich (z.B. Wilhelm Mohnke). Einzelnen wie Artur Axmann gelang die Flucht.

Die lettische SS-Einheit im Luftfahrtministerium war „bei den Ausbruchsplänen übersehen worden.“ Einige der Männer konnten sich später noch durchschlagen; französische SS-Angehörige entschieden sich für die Übergabe.[79]

Schukow – Konew

Nachdem Stalin die Eroberung der Reichshauptstadt Schukow zugesprochen hatte, gab er kurz nach dem Angriffsbeginn von der Oderlinie auch dem zu Beginn erfolgreicheren Konew diese Chance. Schukow wurde erst später davon unterrichtet.

Nachdem beide Marschälle direkt nach Berlin marschiert waren, war es nur eine Frage der Zeit, bis Schukow die Lage durchschauen würde. Sein Armeeführer im Südosten Berlins, Tschuikow, bemerkte Konews rasch in den Süden der Stadt vorstrebende Panzerkeile beim Kampf um den Flughafen Schönefeld:

„Die Verbände des linken Flügels des XXVIII. Gardeschützenkorps sind heute um 6 Uhr im Raum des Flughafens Schönefeld mit Einheiten der 3. Gardepanzerarmee des Generalobersten Rybalko zusammengetroffen.“[80]

Umgehend setzte Schukow die 5. Stoßarmee Bersarins auf Treptow und Kreuzberg an, um seinem Konkurrenten den Weg von Süden ins Zentrum zu verlegen. Da die SS-Division Nordland hartnäckig den Görlitzer Bahnhof bis hin zum Rathaus Neukölln verteidigte und Schukows Armee aufhielt, konnte Konew seinen Schwerpunkt zum Flughafen Tempelhof verschieben und plante, von dort auf den Anhalter Bahnhof zuzugehen. Doch stand er noch vor dem Teltowkanal, der zum äußeren Verteidigungsring Berlins gehörte und diese Linie bremste seinen Vormarsch. Tschuikow konnte den Flughafen Tempelhof erobern und am 27. April auch die Linie vor dem Landwehrkanal bis zur Potsdamer Brücke besetzen.

Im weiteren Verlauf musste sich die Konews 3. Garde-Panzerarmee (Rybalko) ihren Weg von Südwesten zur Stadtmitte bahnen und nach einem letzten Versuch, zum Potsdamer Platz vorzudringen,[81] traf Rybalko auf die von Norden und Süden vorstoßenden Truppen Schukows weit abgedrängt westlich des Zoo beim Savignyplatz.

Konew in Prag, Mai 1945

Das gleichzeitige Vorgehen der beiden Marschälle hatte jedoch den Fall Berlins beschleunigt. Konew musste schon vor der Kapitulation seine Truppen umgruppieren und seine eigentliche Aufgabe, die Eroberung von Dresden und später von Prag in Angriff nehmen:

„Am (2. Mai) begann Marschall Konjew, seine Truppen aus dem Berliner Raum abzuziehen, als Vorbereitung für eine weitere große Operation zusammen mit der 2. und 4. Ukrainischen Front gegen die Heeresgruppe Mitte in der Tschechoslowakei, die am 6. Mai beginnen sollte.“[82]

Folgen

Verwüstete Straße in Berlin

Die Schlacht um Berlin steht sinnbildlich für die Brutalität des gesamten Krieges. Obwohl der Krieg für Deutschland schon lange verloren war, hatte Hitler noch am Ende befohlen, Widerstand bis zum letzten Mann zu leisten. Mit dem Volkssturm wurden tausende Jugendliche und alte Männer in den letzten Wochen des Krieges geopfert. Deserteure oder Zivilisten, die sich kritisch äußerten, wurden auch noch in den letzten Tagen des Krieges von der SS und der Feldgendarmerie erschossen. Auch Stalin opferte Tausende sowjetische Soldaten, indem er die Eroberung Berlins so bald wie möglich forderte, um den Amerikanern zuvorzukommen, und so auch einen propagandistischen Sieg für die Sowjetunion zu verzeichnen. So verlor die Rote Armee allein in den Anfangstagen der Offensive ca. 80.000 Mann und viele beim Häuserkampf in Berlin. Im Überblick betrachtet, existieren jedoch über die Verluste beider Seiten, sowohl unter den Soldaten als auch den Zivilisten, keine genauen Zahlen. In unterschiedlichen Quellen variieren die geschätzten Angaben über die Anzahl der in unmittelbarer Folge der Schlacht um Berlin ums Leben gekommen Menschen erheblich; nach neuesten seriösen Forschungen verlor die Wehrmacht insgesamt über 100.000 Mann an Gefallenen in und um Berlin (einschließlich der Schlacht um die Seelower Höhen und im Kessel von Halbe).[5] Noch Jahrzehnte nach der Schlacht wurden oft durch Zufall bei Bauarbeiten noch verschollene Tote gefunden, die teilweise in Massengräbern verscharrt worden waren.[83] Die in diesem Artikel angegebenen Zahlen spiegeln lediglich einen Mittelwert der Schätzungen wider.

Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnet am 8./9. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst die ratifizierende Urkunde der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht.
Flug über das zerstörte Berlin im Juli 1945

Die militärische Moral der noch andernorts verbliebenen deutschen Truppen sank weiter. Zudem konnte das Deutsche Reich in den letzten Kriegstagen nicht mehr von Berlin aus regiert und verwaltet werden. Hitlers Nachfolger Großadmiral Dönitz trat am 2. Mai 1945 sein Amt, das als Regierung Dönitz im Grunde nur noch die Verwaltung des NS-Staates bis zur Kapitulation beinhaltete, im „Sonderbereich Mürwik“ in Flensburg-Mürwik an. Mit der durch Dönitz autorisierten Unterschrift am 7. Mai 1945 im Hauptquartier der alliierten Expeditionsstreitkräfte in Reims unter die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht war mit deren Inkrafttreten am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr der Zweite Weltkrieg in Europa beendet.

Aus Angst vor der Roten Armee und aus Verzweiflung vor allem bei überzeugten Nationalsozialisten kam es in den letzten Tagen zu vielen Selbstmorden, so verzeichnete alleine der Bezirk Pankow 215 Selbsttötungen.[84]

Die Führung der Roten Armee befürchtete, dass es in der Euphorie des Sieges, gefördert durch Alkohol, zu Gewalttaten an der deutschen Zivilbevölkerung kommen würde. Deshalb gab Marschall Rokossowski einen Tagesbefehl heraus, nach dem Plünderern und Vergewaltigern das Kriegsgericht oder die unverzügliche Erschießung drohte. Obwohl sich auch andere Offiziere der Roten Armee darum bemühten, Racheakte der Soldaten zu verhindern, entlud sich nach der Einnahme von Berlin der Schmerz über die zahlreichen sowjetischen Verluste und die Opfer des ideologisch motivierten Vernichtungskriegs seitens des Deutschen Reiches in Rachsucht durch zahlreiche Plünderungen und Vergewaltigungen. Neben den Rachegefühlen gegenüber Deutschland spielten aber auch die allgemeine Abstumpfung und die Verrohung der Soldaten durch die Brutalität des Krieges sowie die oft rücksichtslose Behandlung der Sowjetsoldaten durch die eigene Führung (vgl. Befehl Nr. 227)[85] eine Rolle. Hierzu schreibt Karl Bahm, der an der Universität von Wisconsin Geschichte lehrt: „Natürlich führten sich nicht alle so auf, aber eine nicht zu kleine Minderheit tat es.“[86] In verschiedenen Quellen, die hauptsächlich auf den vieldiskutierten, teilweise umstrittenen Dokumentarfilm der Feministinnen Helke Sander und Barbara Johr und deren nachfolgendem Buch BeFreier und Befreite zurückgehen, wird von mindestens 100.000 (teils mehrfach) vergewaltigten Berliner Frauen ausgegangen, wobei es dabei allerdings eine hohe Dunkelziffer gebe.[87] Cornelius Ryan behauptet in seinem Buch Der letzte Kampf, dass nach Schätzungen von Ärzten, mit denen er sprach, zwischen 20.000 und 100.000 Frauen vergewaltigt worden seien.[83]

Historisch-wissenschaftliche Aufarbeitung

Das Kriegsende im Osten, das mit Beginn der Weichsel-Oder-Operation der Sowjetarmee ab 12. Januar 1945 angesetzt wird und mit der Kapitulation der Verteidigung Berlins am 2. Mai 1945 als im Wesentlichen abgeschlossen gilt, gerät in der bis heute geleisteten Aufarbeitung zunehmend in Kritik.

So schreibt im Vorwort der 2015 unverändert herausgegebenen Neuauflage des bereits 1966 erschienenen Werkes von Cornelius Ryan: Der letzte Kampf, der Historiker Johannes Hürter: „Nach wie vor aber fehlen befriedigende wissenschaftliche Gesamtdarstellungen des Kriegsendes im Osten, der Besetzung Berlins und der Berliner Gesellschaft (und Stadtverwaltung) in den letzten Kriegsmonaten“..[88]

J. Hürter zitiert auch Michael Wildt/Christoph Kreutzmüller: „Im Vorwort [S. 7] wird für die gesamte NS-Zeit konstatiert, es sei erstaunlich, wie wenig die Geschichte der Stadt und ihrer Gesellschaft gerade für diese Zeit aufgearbeitet ist.“[89]

Entsprechende Versäumnisse stellt Hürter selbst für das Standardwerk des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes fest: Es „bietet zwar eine detaillierte Operationsgeschichte des Kampfes um Berlin, verzichtet jedoch auf jede nähere Analyse des Schicksals der Zivilbevölkerung in diesem Inferno.“[90]

Zitate

„Aus dem Führerhauptquartier wird gemeldet, dass unser Führer Adolf Hitler heute Nachmittag in seinem Befehlsstand in der Reichskanzlei, bis zum letzten Atemzuge gegen den Bolschewismus kämpfend, für Deutschland gefallen ist. Am 30. April hat der Führer den Großadmiral Dönitz zu seinem Nachfolger ernannt. Der Großadmiral und Nachfolger des Führers spricht zum deutschen Volk.“

Meldung des Reichssenders Hamburg am 1. Mai 1945 um 21.25 Uhr

„Am 30. April 1945 hat der Führer Selbstmord begangen und damit alle, die ihm Treue geschworen hatten, im Stich gelassen. Getreu dem Befehl des Führers wart ihr, deutsche Soldaten, bereit, den Kampf um Berlin fortzusetzen, obwohl eure Munition zur Neige ging und die Gesamtlage den weiteren Widerstand sinnlos machte. Ich ordne die sofortige Einstellung jeglichen Widerstandes an. Jede Stunde, die ihr weiterkämpft, verlängert die entsetzlichen Leiden der Zivilbevölkerung Berlins und unserer Verwundeten. Im Einvernehmen mit dem Oberkommando der sowjetischen Truppen fordere ich euch auf, sofort den Kampf einzustellen. Weidling, ehemaliger Befehlshaber des Verteidigungsbereichs Berlin.“

Kapitulationsbefehl von General Helmuth Weidling am 2. Mai 1945

„Am 16. April brach die Offensive los, aber erst eine volle Woche später, am 23. April besetzten die Sowjets die östlichen Vororte von Berlin […] und erreichten ihr letztes Ziel am 2. Mai. Was haben die Sowjets eigentlich unterwegs gemacht – auf einer Strecke, die ein Panzer, Mittagessen, Tanken und Ölwechsel eingeschlossen, in einem halben Tag bequem hätte bewältigen können.? Die Antwort lautet: Die Sowjets bewegten sich vorsichtig, ganz ungeheuer vorsichtig. Während dieser letzten Kriegshandlung unterschieden sie sich in nichts von den Soldaten Eisenhowers und Montgomerys, die im Rest-Reich ebensowenig daran dachten, sich noch in größerer Zahl und unnötigerweise umbringen zu lassen. Die Truppen der Alliierten, das auf deutschem Boden stehende Aufgebot der ganzen Welt von Sibirien bis Kalifornien, waren sich einig in der Überzeugung: Nichts mehr wagen, […] der geheime Befehl, unter dem diese Armeen standen, lautete: Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht!“

Erich Kuby, deutscher Historiker: Die Russen in Berlin 1945. 1965

„Hat der Lump verspielt. Schade, dass wir ihn nicht lebend erwischt haben.“

Stalins Reaktion, als Schukow ihm am 1. Mai telefonisch die Aussagen deutscher Gefangener zu Hitlers Selbstmord mitteilte

„Die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk wird es immer geben. Josef Stalin“

Spruch von Propagandaplakaten, die in Berlin aufgehängt wurden, um zu verdeutlichen, dass die Sowjetunion keine Rachegefühle gegenüber dem deutschen Volk hege[91]

Filme

  • Nachdem die amerikanischen Truppen ihren Sektor in Berlin bezogen, filmten Teams des Special Film Project 186 vom 8. bis 14. Juli auch in Berlin. Die Aufnahmen umfassen insgesamt 60 Stunden stummes Farbfilmmaterial auf über 260 Rollen.[92]

Literatur

  • Karl Bahm: Berlin 1945. Die letzte Schlacht des Dritten Reichs. Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002, ISBN 3-7043-5032-X.
  • Antony Beevor: Berlin 1945. Das Ende. Goldmann, 2005, ISBN 3-442-15313-1.
  • Joachim Fest: Der Untergang. Hitler und das Ende des Dritten Reiches. Berlin 2003, ISBN 3-8286-0172-3.
  • Peter Gosztony (Hrsg.): Der Kampf um Berlin in Augenzeugenberichten. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1985. Erstausgabe: Karl Rauch Verlag, Düsseldorf 1970, ISBN 3-423-02718-5.
  • Bernd Hildebrandt, Ernst Haiger: Kriegsende in [Berlin-] Tiergarten, [unter anderem über] die Geschichte des Kriegsgräberfriedhofs Wilsnacker Straße. Verlag Lehmanns Media, Berlin 2009, ISBN 978-3-86541-312-3.
  • Guido Knopp: Der verdammte Krieg, Das Ende 1945. C. Bertelsmann Verlag, München 1995, ISBN 3-570-12153-4.
  • Erich Kuby: Die Russen in Berlin 1945. Scherz Verlag, München 1965.
  • Tony Le Tissier: Der Kampf um Berlin 1945. Von den Seelower Höhen zur Reichskanzlei. Bechtermünz Verlag (Lizenz Ullstein), 1997, Originalausgabe: Tony Le Tissier: The battle of Berlin 1945. Jonathan Cape, London 1988.
  • Rolf-Dieter Müller: Kriegsende 1945. Die Zerstörung des Deutschen Reiches. Fischer, Frankfurt 1994, ISBN 3-596-10837-3.
  • Cornelius Ryan: Der letzte Kampf. Droemersche Verlagsanstalt, München/ Zürich 1966.
  • Helke Sander, Barbara Johr (Hrsg.): BeFreier und Befreite. Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16305-6.
  • Wilhelm Tieke: Das Ende zwischen Oder und Elbe – Der Kampf um Berlin 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-87943-734-3.
  • Earl F. Ziemke: Die Schlacht um Berlin. Pabel/Moewig, Rastatt 1982, ISBN 3-8118-4318-4.
Commons: Schlacht um Berlin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Schumann, Olaf Groehler, Wolfgang Bleyer: Die Zerschlagung des Hitlerfaschismus und die Befreiung des deutschen Volkes (Juni 1944 bis zum 8. Mai 1945) (= Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Band 6). 2. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-05-000110-0, S. 690.
  2. G. F. Krivosheev: Soviet Casualties and Combat Losses in the Twentieth Century. 2007, S. 219 f.
  3. hrono.ru. Abgerufen am 28. Januar 2014. (russisch).
  4. a b http://wwii-soldat.narod.ru/OPER/ARTICLES/039-berlin.htm (russisch).
  5. a b R.-D. Müller u. a. (Hrsg.): Das deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 10/1, 2008, S. 673.
  6. Cornelius Ryan: Der letzte Kampf. 1. deutsche Ausgabe, Droemersche Verlagsanstalt, München/ Zürich 1966, zitiert nach Fackelverlag, Olten/ Stuttgart/ Salzburg 1969, Originalausgabe: The last battle. Simon and Schuster, New York, S. 156.
  7. Tony Le Tissier: Kampf um Berlin. Bechtermünz Verlag, 1997, S. 212, im Detail 15.654 Feldgeschütze, 15.181 Minenwerfer, 3.255 Katjuschas, 4.520 Panzerabwehrkanonen und 3.411 Fliegerabwehrkanonen.
  8. Tony Le Tissier: Der Kampf um Berlin 1945. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1997, S. 50 f.
  9. Nach Chuikov. The End of the Third Reich. S. 147 ff. in: Tony Le Tissier: Der Kampf um Berlin 1945. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main – Berlin 1991, ISBN 3-550-07801-3, S. 61.
  10. Cornelius Ryan: Der letzte Kampf. 1. deutsche Ausgabe. Droemersche Verlagsanstalt, München/ Zürich 1966. Nach der Ausgabe Fackelverlag, Olten/ Stuttgart/ Salzburg 1969, S. 245.
  11. „Die von den sowjetischen Truppen am 20. April erzielten Geländegewinne waren ausreichend, um weitreichende Artillerie des 79. Korps der 3. Stoßarmee und des 1. Bataillons der 30. Garde-Artilleriebrigade der 47. Armee zum Einsatz gegen den Stadtrand von Berlin zu bringen. Die ersten Salven auf das Stadtgebiet waren mehr eine herausfordernde Geste als eine taktische Maßnahme. Sowjetische Eisenbahnpioniere wurden eingesetzt, in Schlesien erbeutete schwere deutsche Belagerungsartillerie (Granaten von einer halben Tonne) von Küstrin per Bahn in das Vorfeld Berlins zu führen, um sie gegen die Stadt einzusetzen.“ (T. Le Tissier, S. 82, zitiert: Schukow, Erinnerungen und Gedanken. S. 595, 597).
  12. T. Le Tissier, 1985, S. 82 f.
  13. C. Ryan, 1969, S. 258.
  14. Baudenkmal Wohnhaus LA 563, abgerufen am 15. Mai 2015.
  15. Kunst in Marzahn (PDF; 7 kB). abgerufen am 15. Mai 2015.
  16. T. Le Tissier, S. 88.
  17. Dokumentiert im Beitrag Hermannplatz.
  18. T. Le Tissier, 1985, S. 89–94.
  19. T. Le Tissier, 1985, S. 91.
  20. T. Le Tissier, 1985, S. 97 f.
  21. Tschuikow in: Gosztony: Augenzeugenberichte. S. 240.
  22. Nach Schukow: Erinnerungen und Gedanken. S. 599, in: T. Le Tissier, 1985, S. 97, 113.
  23. C. Ryan, S. 246 und 134.
  24. Gosztony, 210 f.
  25. T. Le Tissier, S. 113.
  26. T. Le Tissier, S. 143.
  27. Erich Kuby: Die Russen in Berlin 1945. In: Der Spiegel. 19/1965, S. 74 ff., 84, Online-Version, zuletzt gesichtet am 4. Mai 2013; der Befehl ist abgedruckt als Dokument 390 in: Martin Moll (Hrsg.): „Führer-Erlasse“ 1939–1945. Stuttgart 1997, S. 483, sowie bei Bengt von zur Mühlen (Hrsg.): Der Todeskampf der Reichshauptstadt. Berlin/Kleinmachnow 1994, S. 21.
  28. Theodor Busse, Befehlshaber der 9. Armee in: Peter Gosztony (Hrsg.): Der Kampf um Berlin in Augenzeugenberichten, 1985, S. 199 f.
  29. Peter Gosztony: Augenzeugenberichte. S. 319.
  30. Weidlings Erinnerungen (in russischer Gefangenschaft) in: Peter Gosztony: Augenzeugenberichte. S. 236 ff.
  31. Anthony Beevor: Berlin 1945. Das Ende. Goldmann, München 2005 (London 2002), S. 352.
  32. T. Le Tissier, S. 114 f.
  33. Gosztony, S. 251.
  34. T. Le Tissier, S. 116.
  35. T. Le Tissier, S. 117.
  36. Nach Konews Schätzung standen ihm 15 000 Soldaten gegenüber, gegen die er 3000 Geschütze aufbot. Die Linie war auf deutscher Seite nur schwach besetzt. (T. Le Tissier, 117 f. und Anm. 13, S. 275.)
  37. T. Le Tissier, S. 122.
  38. T. Le Tissier, S. 123.
  39. T. Le Tissier, S. 124.
  40. T. Le Tissier, S. 125.
  41. T. Le Tissier, S. 126 f.
  42. T. Le Tissier, S. 127.
  43. T. le Tissier, S. 131.
  44. C. Ryan, S. 297.
  45. T. Le Tissier, S. 132–139.
  46. T. Le Tissier, S. 149.
  47. Nach T. Le Tissier, S. 143–149.
  48. Tschuikow in: Tony Le Tissier, S. 156. Auch zivile Zeitzeugen bestätigten den relativ ruhigen Tag im Süden Berlins.
  49. T. le Tissier, S. 152–161.
  50. C. Ryan, S. 304.
  51. T. Le Tissier, S. 163–168.
  52. T. Le Tissier, S. 178 f.
  53. Anthony Beevor: Berlin 1945. Das Ende. Goldmann, München 2005 (London 2002), S. 349. Konew hatte nur noch die Möglichkeit, von Westen her den Tiergarten zu erreichen.
  54. T. Le Tissier, S. 166.
  55. T. Le Tissier, S. 185.
  56. Gosztony, S. 339 f.
  57. Sowjetfahne auf dem Reichstag in Berlin. weltwoche.ch, Ausgabe 03/08.
  58. Gosztony, S. 343.
  59. Gosztony, S. 348.
  60. Ausführliche Erwägungen zu den Umständen der Selbstmorde, auch der Goebbels-Familie in: Gosztony, S. 333–337, T. Le Tissier, S. 187 und in der Hitler-Literatur.
  61. Komornicki: Polnische Soldaten. S. 178–229 in: T. Le Tissier, S. 188 f.
  62. Gosztony, S. 346.
  63. Hans Fritzsche in: Gosztony, S. 366.
  64. Gosztony, S. 365.
  65. Gosztony, S. 347–359.
  66. Gosztony, S. 363 f.
  67. T. Le Tissier, S. 192.
  68. Gosztony, S. 370 f.
  69. Koniev: Year of Victory. S. 191 in: T. Le Tissier, S. 194 f.
  70. Schulenburgring 2 Ein Haus von weltgeschichtlicher Bedeutung
  71. Tschuikow erklärte, dass die sowjetischen Truppen die Kämpfe bereits eingestellt hätten und auch die Luftwaffe zurückgezogen wurde. Augenzeugen berichten allgemein, dass es in Berlin am 2. Mai bereits frühmorgens „totenstill“ gewesen sei.
  72. AZ (373) bis 377. TLT, 204.
  73. T. Le Tissier, S. 193.
  74. T. Le Tissier, S. 205, unter Bezug auf: Willemer: The German Defense of Berlin. S. 46.
  75. Gosztony, S. 392.
  76. Gosztony, S. 386.
  77. Günther W. Gellermann: Die Armee Wenck. S. 105–119 in: T. Le Tissier, S. 189 und 196.
  78. T. Le Tissier, S. 206.
  79. Tony le Tissier, S. 197–203.
  80. Meldung Tschuikows an Schukow am Abend des 24. April 1945. In: Gosztony: Augenzeugenberichte. S. 253.
  81. „Es wurde deutlich, daß sich die 3. Garde-Panzerarmee für einen Vorstoß nach Nordosten zum Potsdamer Platz in der Stadtmitte konzentrierte. Konjew wollte beim Endkampf dabeisein. (25. April)“ (Dragunsky: A Soldier's Life, S. 61 f., 93. In: T. Le Tissier, S. 139 f., Anm. 22).
  82. T. Le Tissier, S. 206, nach Koniev: Year of Victory. S. 190 f., Anm. 44.
  83. a b Cornelius Ryan: Der letzte Kampf. S. 419; Lizenzausgabe der Büchergilde Gutenberg 1968.
  84. Karl Bahm: Berlin 1945. Die letzte Schlacht des Dritten Reichs. Klagenfurt 2002, S. 160.
  85. A. A. Maslow: Wie wurden die sowjetischen Sperrabteilungen eingesetzt? englische Übersetzung von David M. Glantz (online)
  86. Karl Bahm: Berlin 1945. Die letzte Schlacht des Dritten Reichs. Klagenfurt 2002, S. 159 f.
  87. Helke Sander, Barbara Johr (Hrsg.): BeFreier und Befreite. Fischer, ISBN 3-596-16305-6.
  88. Cornelius Ryan: Der letzte Kampf. Neuauflage mit aktuellem Vorwort von Johannes Hürter. Konrad-Theiss-Verlag (imprint der WBG, Wissenschaftlichen Buchgesellschaft), Stuttgart 2015, ISBN 978-3-8062-3026-0, S. XII.
  89. Michael Wildt, Christoph Kreutzmüller (Hrsg.): Berlin 1933–1945. München 2013.
  90. Johannes Hürter in: C. Ryan: Der letzte Kampf. Vorwort, S. XII, zu: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Band 10/1, Rolf-Dieter Müller (Beitrag Richard Lakowski), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-421-04338-2.
  91. Am 22. Februar 1942 hatte Stalin anlässlich des Gründungsjubiläums der Roten Armee erklärt, dass „die ‚Hitler‘ kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt“. DHM Chronik 1942
  92. Welche Farbe hat der Krieg?. In: Spiegel-Online. aufgerufen am 15. Juli 2012. Seit 1972 befindet sich das Material im Nationalarchiv in Washington, eine Ausnahme bildeten die Aufnahmen des KZ Dachau, die vorerst in den Lagerräumen der US-Air-Force verblieben und erst seit Ende des 20. Jahrhunderts zugänglich sind. (VHS: Welche Farbe hat der Krieg? Teil 2 bei 18:50 (Audiokommentar)).