Sozialerhebung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Deutsche Studentenwerk (DSW) geben gemeinsam im Dreijahres-Rhythmus die Sozialerhebung- Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland heraus. Die Ergebnisse der Sozialerhebung 2003 basieren auf den Daten von Fragebögen fast 21.400 Studierender, die die HIS Hochschul-Informations-System GmbH erhoben und ausgewertet hat.

“Im Wintersemester 2003/2004 waren erstmals über zwei Millionen Studierende (Deutsche und Ausländer) an deutschen Hochschulen immatrikuliert – etwa 47 Prozent davon sind Frauen. Besonders positiv ist hierbei hervorzuheben, dass die Zahl der Studienanfängerinnenund -anfänger seit 2000 um rund 26.000 auf etwa 276.000 im Studienjahr 2003 gestiegen ist. Dabei beträgt der Anteil der Studienanfängerinnen 50 Prozent. Die Entscheidungen von Bologna, die europäischen Studienabschlüsse zu vereinheitlichen, zeigen Wirkung: Etwa 5 Prozent der Studierenden haben sich für einen Bachelor oder Master-Studiengang entschieden. Außerdem steigerten sich die Studien bezogenen Auslandsaufenthalte deutscher Studierender auf über 30 Prozent. Die 17. Sozialerhebung zeigt, wie positiv sich die BAföG-Reform der Bundesregierung auswirkt. Im Sommersemester 2003 erhielten 33 Prozent der anspruchsberechtigten Studierenden (Regelstudienzeit) BAföG-Förderung. Dies ist eine deutliche Steigerung der Förderquote gegenüber dem Jahr 1997. Der durchschnittliche Förderbetrag liegt mit 352 Euro um 15 Prozent höher als im Jahr 2000. 69 Prozent der Geförderten geben an, ohne BAföG nicht studieren zu können. Gut die Hälfte sagt, dass sie die BAföG-Förderung für angemessen hält und damit eine sichere Planungsperspektive hat. Dies zeigt, dass die BAföG-Reform einen zentralen Beitrag für die Modernisierung des Hochschulsystems darstellt. Die Daten zeigen aber auch, dass die Ressource Bildung in der deutschen Gesellschaft nach wie vor ungleich verteilt ist. Die Verwirklichung von Chancengleichheit gehört deshalb weiterhin zu den Kernaufgaben einer modernen Bildungspolitik.
Die Ergebnisse der Sozialerhebung unterstreichen insgesamt die besondere Relevanz der sozialen Rahmenbedingungen für Hochschulzugang und Studienerfolg. Sie liefern wichtige Hinweise für zukünftige Interventionsstrategien und zur Qualitätsentwicklung der Service- und Beratungsangebote rund um das Studium.
Die Daten der Sozialerhebungen des DSW werden verstärkt auch für die internationale Untersuchung “Euro-Student-Report” genutzt, an der sich im Jahr 2003 zehn Staaten der Europäischen Union beteiligt haben. Diese internationalen Untersuchungen sind für die weitere Ausgestaltung der sozialen Dimension des Hochschulraums Europa von großer Bedeutung. Die vollständigen Ergebnisse zum Ausländerstudium sowie zum Auslandsstudium werden in einer Sonderauswertung Ende des Jahres 2004 veröffentlicht.
Wir danken den Studierenden für die Teilnahme an der Befragung, den Beschäftigten der Hochschulen und Studentenwerke für die Unterstützung und den Beschäftigten der HIS Hochschul-Informations-System GmbH für die erfolgreiche Durchführung dieser Studie.“

(Vorwort der 17. Sozialerhebung [Kurzfassung], S. III f.)


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